Eisgenossen gelingt zweites Hockey-Wunder

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • von Marc Häfliger

TURIN – Die Schweizer Eishockeyaner setzen nach dem Sieg gegen Weltmeister Tschechien gegen Olympiasieger Kanada ein noch grösseres Glanzlicht und gewinnen 2:0!

Verrückt, der Mann der die Kanadier ins Elend stiess, stammt ausgerechnet aus dem Mutterland des Eishockeys! Ziemlich genau vor einem Jahr erhielt Paul Di Pietro, 1970 in Kanada geboren und inzwischen mit einer Schweizerin verheiratet, den Roten Pass.

Gegen seine ehemaligen Landsleute avancierte der klein gewachsene Flügel vom EV Zug mit einer Doublette zum Matchwinner. Beim 1:0 (18.) versenkte er eine massgerechte Vorlage seines Vereinskollegen Patric Della Rossa per Direktabnahme im Gehäuse von Martin Brodeur. In der 29. Minute wuchtete er in doppelter Überzahl den Abpraller nach einem Schuss Goran Bezinas über die Linie.

«Was für ein Tag! Dieser Sieg ist neben dem Gewinn des Stanley Cup das Highlight meiner Karriere», freute sich Di Pietro.

Die zweite grosse Figur neben Di Pietro – und der eigentliche Baumeister des zweiten Sensationserfolges der Eishockey-Neuzeit – war Goalie Martin Gerber. Der Emmentaler rappelte sich nach seinem missratenen Auftritt in der Auftaktpartie gegen die Finnen (0:5) zu einer phantastischen Vorstellung auf und trieb mit total 49 Paraden die kanadischen Stürmesstars schlicht zur Verzweiflung.

Seine wichtigste Intervention leistete Gerber in der 36. Minute, als seine Fanghand reflexartig einen von Rick Nash aus nächster Nähe abgefeuerten Puck erhaschte. Die Frage war, ob vor oder hinter der Linie. Nach eingehendem Studium der TV-Bilder entschieden Torrichter und Unparteiischer, das Tor nicht zu geben.

Nach dem 3:2-Triumph gegen Weltmeister Tschechien ist der Sieg gegen den aktuellen Olympiasieger eine weitere Sternstunde für die Schweizer Eishockeyaner. Das bis dato einzige Erfolgserlebnis gegen eine kanadische Auswahl an Titelkämpfen datiert aus dem Jahr 1992, als die Schweiz ein 1:1 erreichte. Nur war damals das Team Kanada gespickt mit Söldnern aus den europäischen Ligen; die NHL-Prominenz, heute vollzählig versammelt, glänzte fast durchwegs durch Abwesenheit.

Rein rechnerisch stehen die Schweizer trotz den Siegen gegen Tschechien und Kanada noch nicht in den Viertelfinals. In der Praxis dürften die vier Punkte aber ausreichen, zumal sich Italien und Deutschland 3:3 trennten und beide erst einen Zähler auf dem Konto haben. Aber: Nach Siegen gegen Weltmeister und Olympiasieger stiegen die Ansprüche innerhalb des Schweizer Teams. Plötzlich liegt sogar der Gruppensieg nach der Vorrunde im Bereich des Möglichen.

Esposizioni. - 6400 Zuschauer (ausverkauft). - SR Bulanow (Russ), Halecky/Redding (Slk/USA). - Tore: 19. Di Pietro (Della Rossa) 0:1. 29. Di Pietro (Bezina, Mark Streit/Ausschlüsse Foote, Pronger) 0:2. - Strafen: 12mal 2 plus 10 Minuten (Lecavalier) gegen Kanada, 15mal 2 plus 10 Minuten (Seger) gegen die Schweiz.
Kanada: Brodeur; Rob Blake, Pronger; Foote, Redden; Bouwmeester, Regehr; McCabe; Iginla, Sakic, Draper; Nash, Joe Thornton, Gagne; Heatley, Lecavalier, St-Louis; Bertuzzi, Richards, Ryan Smyth; Doan.
Schweiz: Martin Gerber; Beat Forster, Seger; Olivier Keller, Mark Streit; Blindenbacher, Bezina; Hirschi, Julien Vauclair; Paterlini, Thomas Ziegler, Rüthemann; Della Rossa, Martin Plüss, Di Pietro; Romano Lemm, Jeannin, Wichser; Patrick Fischer, Conne, Jenni.
Bemerkungen: Schweiz ohne Aebischer (Ersatz) und Bührer (überzählig). - Torschüsse: Kanada 49 (12-13-24); Schweiz 18 (6-11-1). - Powerplay-Ausbeute: Kanada 0/11; Schweiz 1/7.

Top 3

1 90 Mal pro Tag schickte dieser Mann seine Energie Weltmeister Lambiel ...bullet
2 Sarah: Sexy und tolle Achtebullet
3 Kurzprogramm Nicht so souverän wie an EMbullet

Sport