
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Maradona wurde 1960 in Villa Fiorito geboren, im Grossraum von Buenos Aires. Für den kleinen Diego gab es in der kroatisch-italienisch-stämmigen Familie viel Nestwärme. Diese hatte er auch bitter nötig, denn er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, sein Viertel wurde als Villa Miseria eingestuft, eine Elends-Siedlung im Ghetto.
Der Weg raus aus dem Ghetto
Es gab für Diego nur einen Weg aus dem Elend – Fussball. Damals konnte noch niemand ahnen, dass hier in Villa Fiorito die wohl grösste Fussball-Karriere aller Zeiten seinen Anfang nehmen würde. Dabei half Maradona eine «göttliche Gabe», die den Fussballer des Jahrhunderts zumindest auf dem Platz immer begleitete.
Seine Technik war bereits als 9-Jähriger beispielhaft, seine Tricks begeisterten seinen ersten Junioren-Trainer der Argentinos Juniors sofort. Diego wurde Führungsspieler der Los Cebollitas («die Zwiebelchen») und führte das Team zu 136 Siegen in Folge! Der erste Spitzname wurde in dieser Zeit bereits gefunden: «Pibe de oro», der Goldjunge!
Erste Schritte als Profi
Bereits als 16-Jähriger unterschrieb Maradona bei den Argentinos Juniors seinen ersten Profivertrag, vier Monate später reüssierte er bereits in der Nationalmannschaft. Trainer César Luis Menotti nahm ihn aber nicht zur WM 1978 mit, trotzdem holten sich die «Gauchos» den Titel.
1981 wechselte Diego zum ersten Mal zu den Boca Juniors, seinem argentinischen Lieblingsteam. Für die zweitbeste Mannschaft der Welt (17 internationale Titel) lief er 40 Mal auf, markierte 28 Tore. Danach verliess Maradona seine Heimat in Richtung Spanien. 1995 trug der «Fussballgott» – bis 1997 – ingesamt 31 Mal das Trikot der Boquitas (7 Tore).
Das Ausland rief
Bei der WM 1982 wollte Menotti mit Maradona den Titel holen. Gegen die starken Belgier setzte es beim Auftakt eine 0:1 Niederlage ab. Dank Siegen gegen Ungarn und El Salvador qualifizierten sich die Gauchos doch noch für die Zwischenrunde.
Italien, Brasilien und Argentinien hiessen die Gegner in der Dreiergruppe. Zu allem Übel flog Maradona gegen Brasilien unrühmlich vom Platz, trotzdem wechselte er nach dem Turnier zum grossen FC Barcelona.
Hier wurde er von zwei grossen Fussballlehrern betreut, Menotti und Udo Lattek. An der Seite von Bernd Schuster machte Diego lediglich 36 Matches, schoss dabei zumindest 22 Tore. Das argentinisch-spanische Missverständnis gipfelte im Finale des spanischen Pokals 1984 gegen Athletic Bilbao. Maradona zettelte mit einem wüsten Knieschlag eine Massenschlägerei an, das Thema Spanien war vorerst beendet. Auch im zweiten Gastspiel beim FC Sevilla (1992-1993) wurde Maradona nicht glücklich.
Die beste Zeit seines Lebens
Im Juli 1984 wechselte Maradona für die damalige Rekord-Ablösesumme von 20 Millionen Franken zum SSC Neapel. Hier wurde er von Beginn weg wie ein Gott verehrt, die heissblütigen Süditaliener feierten mit Maradona unvergessliche Fussballfeste. Und Diego dankte es mit einmaliger Spielweise zurück.
In seinen 188 Partien schoss Maradona 81 Goals für den SSC und holte 1987 sensationell das italienische Double. Die stolzen Napoletaner hatten endlich wieder Grund zum Feiern. 1989 folgte der Uefa-Pokal-Sieg und 1990 abermals die Meisterschaft und der Supercupsieg.
WM 86 als absoluter Höhepunkt
Maradona begeisterte bei Napoli, zu absolutem Weltruhm gelang Diego aber dank der WM 1986 in Mexiko. Diego schoss insgesamt fünf Tore, wobei die zwei Treffer gegen England unvergessen bleiben. Im Viertelfinale traf Argentinien auf die Erzrivalen, Maradona erzielte gegen Peter Shilton ein regelwidriges Tor mit seiner Hand. Später sagte Maradona: «Es war ein bisschen der Kopf Maradonas und die Hand Gottes». Hätte der Schiedsrichter diese Regelverletzung mit Rot geahndet, wäre uns das Tor des Jahrhunderts verwehrt geblieben. Im selben Spiel markierte Maradona nach einem brillanten Dribbling von der Mittellinie den magischen Treffer. Im Finale schossen andere Spieler die Tore beim 3:2-Sieg gegen Deutschland, gefeiert wurde jedoch nur ein Spieler – Diego, der Fussballgott!
Auch bei der WM 1990 erreichte Argentinien das Finale, doch dieses Mal siegten die Deutschen. Weitaus schlimmer war jedoch das Halbfinale gegen Italien. In seiner zweiten Heimat, Neapel, wurde das Spiel ausgetragen und Maradona mit Pfiffen eingedeckt. Hier begann wohl der sportliche und private Niedergang von Diego.
1994 wollte er an der WM zwar nochmals zurückkommen, doch nach dem 4:0 gegen Griechenland (ein Tor) wurde Diego wegen nachgewiesenem Dopings vom Turnier ausgeschlossen. Es bleiben vier WM-Teilnahmen und acht Tore stehen, damit liegt er auf Platz 3 der ewigen Rangliste.
Maradona trat an seinem 45. Geburtstag endgültig von der aktiven Fußball-Bühne ab. Am 30. Oktober 2005 bestritt er im San Paolo von Neapel ein weiteres Abschiedsspiel. Dank der unglaublichen Unterstützung der Napoli-Supporter hatte Maradona mit den SSC-Anhängern Frieden geschlossen. Offen bleiben nur Steuerrechnungen mit dem italienischen Fiskus.