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Toilette statt Siegespodest

  • Publiziert: 22.10.2006, Aktualisiert: 03.01.2012

KONA – Drama um Natascha Badmann! Magenkrämpfe hinderten die Triathletin an ihrem siebten Sieg beim Ironman auf Hawaii; als Zehnte war sie dennoch Beste der CH-Delegation.

Die Küngoldingerin hatte bereits im Schwimmen mit einer Zeit von 66 Minuten vorentscheidend an Terrain eingebüsst. Auf der Radstrecke drehte Badmann dann aber auf, absolvierte als einzige Athletin die 180 Kilometer unter fünf Stunden – und das obwohl sich nach einem Drittel der Distanz erste Magenprobleme bemerkbar gemacht hatten.

Was die Ursache hierfür war, kann sich Badmann noch nicht schlüssig erklären. Eine Möglichkeit: «Ich verlor bei einer Unebenheit auf dem Highway meine Bidons und musste anschliessend bis zum Rad-Wendepunkt die offizielle Verpflegung beanspruchen.»

Die andere Variante: «Ich war am Freitag nach einer Nacht mit viel Regen noch schwimmen. Nach dem Regen steigt jeweils auch die Anzahl Bakterien im Wasser. Doch wir werden den genauen Grund für die Magendarm-Verstimmung noch analysieren müssen.»

Der Hammermann folgte dann auf der Laufstrecke: Die 39-Jährige musste etliche Male austreten und sich wiederholt übergeben. Aufgeben wollte sie dennoch nicht – und erntete dafür den verdienten Respekt des Publikums.

Als sie sich kurz vor dem Einbiegen auf die Zielgerade völlig entkräftet ein weiteres Mal übergeben musste, wurde es auf eine Schlag still in den Zuschauerrängen – alles litt mit der sechsfachen Siegerin mit: «Das war unglaublich beeindruckend!»

Mit Platz zehn schaffte Badmann gerade noch den Sprung ins Preisgeld und sicherte sich einen Anteil von 6000 Dollar. Davor war sie bei neun Teilnahmen nie schlechter als im zweiten Rang klassiert gewesen.

Den Sieg bei den Frauen trug schliesslich die Vorjahreszweite Michellie Jones aus Australien davon – vor der Amerikanerin Desirée Ficker und der Kanadierin Lisa Bentley. Bei den Männern feierte der Deutsche Normann Stadler seinen zweiten Erfolg nach 2004. Der Australier Chris McCormack und sein Landsmann und Titelverteidiger Faris Al-Sultan flankierten Stadler auf dem Podest.

Die Schweizer Top-Ten-Kandidaten Stefan Riesen und Karin Thürig gaben die Ironman-WM 2006 im Marathon auf. Bester Schweizer wurde so der Zürcher Ronnie Schildknecht als 15. Ironman-Switzerland-Sieger Stefan Riesen stieg unter anderem auch wegen Magenkrämpfen aus. Riesen hatte beim Rad-Wendepunkt in Hawi seine persönliche Verpflegung nach längerem Warten nicht erhalten.

Riesen fuhr weiter. Prompt vertrug er die abgegebene Verpflegung an den offiziellen Posten nicht. «Ich hörte aber auch deshalb auf, weil ich mich zu Beginn des Marathons bloss noch auf Platz 40 befand. Der 30. oder 40. Rang hätte meinen Ansprüchen nicht genügt.» Für Thürig bleibt immerhin der Trost, dass sie ihr Hawaii-Ticket für 2007 trotz der Aufgabe schon in der Tasche hat. Thürig sicherte sich den Startplatz 2007 durch ihren Sieg am Halb-Ironman Monaco Anfang September.

Ironman-WM

(3,8 km Schwimmen/180 km Radfahren/42,195 km Laufen)

Frauen: 1. Michellie Jones (Au) 9:18:31 (54:29/ 5:06:09/ 3:13:08). 2. Desirée Ficker (USA) 9:24:02. 3. Lisa Bentley (Ka) 9:25:18. 4. Gina Kehr (USA) 9:27:24. 5. Kate Allen (Ö) 9:30:22. – Ferner:10. Natascha Badmann (Sz) 9:38:52 (1:06:43/ 4:59:04/ 3:27:53).

Männer: 1. Normann Stadler (De) 8:11:56 (54:05/ 4:18:23/ 2:55:02). 2. Chris McCormack (Au) 8:13:07 (53:51/ 4:29:23/ 2:46:01). 3. Faris Al-Sultan (De) 8:19:04 (53:36/ 4:29:37/ 2:50:44). 4. Rutger Beke (Be) 8:21:04. 5. Eneko Llanos (Sp) 8:22:28. – Ferner: 15. Ronnie Schildknecht 8:34:35 (59:58/ 4:35:27/ 2:54:47).

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