Wimbledon-Sieger am Pranger: Mega-Wettbetrug im Tennis!

Ein Wettbetrug erschüttert den Tennis-Zirkus. Wer extra verlor, kassierte 50'000 Dollar. Im Mittelpunkt stehen auch Sieger von Grand-Slam-Turnieren, wie US-Medien berichten.

So verteidigen sich die Tennis-Bosse

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Tennis

Platz Name Land Punkte
1 Novak Djokovic SRB 15040
2 Andy Murray GBR 10065
3 Roger Federer SUI 5945
4 Rafael Nadal ESP 5290
5 Stan Wawrinka SUI 4720
6 Kei Nishikori JPN 4290
7 Milos Raonic CAN 4285
8 Tomas Berdych CZE 3490
9 Dominic Thiem AUT 3175
10 Jo-Wilfried Tsonga FRA 2995

Tennis

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Katerstimmung statt Happy Slam in Melbourne.

Pünktlich zum Start der Australian Open berichten BBC und BuzzFeed News über Wettbetrug im Tennis; und das offenbar im grossen Stil. Das Perfide: Im Mittelpunkt stehen nicht etwa Profis, die sich nur knapp über Wasser halten können. Unter Verdacht stehen auch Top-Spieler. Namen werden indes keine genannt. Wegen fehlender Dokumente.

Mehr als die Hälfte der Beschuldigten soll auch in Melbourne spielen

Es gehe um insgesamt 16 Spieler, die in den Top 50 der Weltrangliste klassiert waren. Unter ihnen mehrfache Grand-Slam-Sieger, sowohl im Doppel als auch im Einzel. Spieler, die von den Honigtöpfen des «weissen Sports» naschen und Preisgelder in Millionenhöhe einstreichen. Mehr als die Hälfte der Beschuldigten soll auch in Melbourne spielen. Auf Twitter läuft das Thema unter dem Hashtag #TennisRacket hoch und runter.

Mega-Wettbetrug im Tennis

 

Insgesamt handle es sich um rund 70 betrügerische Spieler. Sie sollen absichtlich Matches verloren haben, als verdächtig hohe Summen bei absurd hohen Quoten (1:1000) gegen sie gewettet wurden. Obwohl die Namen der Verdächtigen schon vor sieben Jahren an die Tennis-Bosse übergeben wurden, passierte nichts. Der Vorwurf: Vertuschung.

Fürs Verlieren gabs 50'000 Dollar

Als Lohn fürs Verlieren sollen die Spieler ab 50'000 US Dollar von Wettsyndikaten aus Russland und Italien erhalten haben. Diese erwirtschafteten bei den verdächtigen Wetten mehrere Hunderttausend Pfund Gewinn – auch an hochkarätigen Turnieren wie dem in Wimbledon, wo drei Spiele betroffen sein sollen, oder bei den French Open.

Bereits 2007 geriet das Tennis in den Wettskandal-Fokus: Nikolai Dawidenko, damals die 4 der Welt, wurde beschuldigt gegen Aussenseiter Martin Vassallo Arguello (Arg) absichtlich verloren zu haben. Auf das Spiel wurden mehrere Millionen gesetzt. Obwohl Scotland Yard ermittelte, konnte Dawidenko nicht dingfest gemacht werden: Er weigerte sich, Bankdaten und Telefonverbindungen offenzulegen und wurde freigesprochen.

Der Schotte Andy Murray sorgte danach mit folgendem Zitat für Wirbel: «Jeder weiss, dass es im Tennis Wettbetrug gibt.» Auch BLICK berichtete bereits 2012 über Wettbetrug im Tennis: Ein anonymer Profi sagte damals: «Du weisst, wenn du nicht hundertprozentig fit bist. Wenn es sich lohnt, zu verlieren, dann verlierst du halt und nimmst das Geld mit.»

Bschiss nachzuweisen ist im Tennis im Prinzip unmöglich

Auch Niederlagen in Absprache mit dem Gegner seien üblich: «Ich habe mich mit ihm zusammengesetzt. Wir haben uns auf eine Dreisatz-Niederlage geeinigt. Er hat ein paar Freunde angerufen, ich ein paar – die haben auf diesen Spielverlauf gewettet. Der Gewinn belief sich auf zwischen fünf und sechstausend Euro.» So einfach geht das.

Das Problem: Im Tennis geht es um Nuancen. Es ist einfach, leichte Fehler zu machen, das nachzuweisen ist im Prinzip unmöglich. Tatsächlich werden Wettbetrürgerein im Tennis kaum sanktioniert – ob sich das in diesem Fall ändert? Lebenslange Sperren wie zum Beispiel jene gegen den Österreicher Daniel Köllerer werden nur selten ausgesprochen.

Drei Stunden nach den Enthüllungen treten die Tennis-Bosse um ATP-Chef Chris Kermode vor die Presse. Sie bestreiten, dass die zuständige Tennis Integrity Unit Hinweisen keine hinreichende Beachtung geschenkt hätten. Sämtliche Vorwürfe seien haltlos. Man nehme das Thema sehr ernst und habe seit 2008 rund 14 Millionen Dollar in das Programm investiert.

Hinter dem #TennisRacket-Scoop steht auch John Templon, ein Data-Journalist der US-Seite «BuzzFeed». In einem eigenen Artikel erklärt er, wie er dem Wettbetrug auf die Schliche kam. So habe er in den letzten 15 Monaten Daten von 26'000 Matches zwischen 2009 und 2015 analysiert. Dabei guckte er, welche Spieler Matches verloren – obwohl sie statistisch hätten gewinnen müssen. Dieses Daten glich er mit Sportwetten ab, wo immer die gleichen Spieler Partien verloren, bei denen es um viel Geld ging.

 

Publiziert am 18.01.2016 | Aktualisiert am 19.01.2016
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43 Kommentare
  • Renato  Wyss aus Wallisellen
    18.01.2016
    Seit die grosse Wetterei im Sport Einzug gehalten hat, wird nur noch manipuliert. Beschissen wurde schon immer, speziell in den Ausdauer Sportarten, Rad, Leichtathletik, Skilanglauf, etc mit Doping!
  • markus  Müller 18.01.2016
    Seit es Wettanbieter gibt hats auch keinen Sauberen sport mehr. Man hat so viele möglichkeiten zum setzen. mann muss nicht immer verlieren. z.B Bei Fussball kann man auf Eckbälle spielen oder schon welche manschafft hat den anpfiff. wettbüros sollte man auschalten das ist der Sport auch sauber
  • Studer  Werner 18.01.2016
    Wenn es um das grosse Geld geht, ist immer die Korruption oder die Bestechung dabei, egal Industrie, Sport, Dienstleistung. Der einzige Unterschied liegt in der Höhe der Bezahlung. Wer das nicht glaubt oder versteht, der lebt halt hinter dem Mond. Aber ist nicht tragisch, niemand kann daran was ändern, auch wenn kurzfristig mal irgendwo per Zufall etwas entdeckt wird.
  • Mike  Deller 18.01.2016
    Genau so eignet sich auch Snooker und Darts hervorragend zur Manipulation. Dort kann man ja auf einzelne Frames oder Sets setzen, muss also nicht zwingend ein ganzes Match verlieren.
  • Hans-Peter  Brechbühl 18.01.2016
    Alle die glauben im Sport, Politik, Wirtschaft etc. dort wo
    mit viel Geld manipuliert wird sei heile Welt, diese irren
    sich gewaltig.