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Stünde in den Tennis-Reglementen eine offizielle Dezibel-Grenze für laute Spieler oder gar eine Stillhalte-Vorschrift, gäbe es einen Anhaltspunkt, um gegen das Gestöhne vorzugehen. Aber im Reglement des Internationalen Tennisverbandes (ITF) steht nichts dergleichen – erst recht verbietet kein Paragraf das Stöhnen der Athleten und Athletinnen.
Einzig Regel 26 kommt dem nahe: «Wenn ein Spieler durch das Verhalten des Gegners absichtlich beim Spielen behindert wird, gewinnt er den Punkt.» Vor dieser harten Sanktion kann der Schiedsrichter auch erst verwarnen.
Nur: Wie weiss der Ref, ob auf dem Court absichtlich und taktisch gestöhnt wird? Die Spielerinnen behaupten, ihnen entschlüpften die Urwald-Laute aus Erschöpfung, um Energie freizusetzen oder um Spannung abzulassen. Auf dem heiligen Rasen von Wimbledon wurde jedenfalls noch nie eine Verwarnung wegen Stöhnens ausgesprochen.
Wo führte das auch hin? Bei «Audio»-Matches von Maria Scharapowa, den Williams-Sisters oder eben Michelle Larcher De Brito würden im Endeffekt mehr Strafpunkte als Ballwechsel über den Spielstand entscheiden.
Der Umgang mit Punktabzügen ist generell äusserst defensiv. Siehe Rafael Nadal, der weniger durchs Stöhnen negativ auffällt als durch seine Gemütsruhe zwischen den Ballwechseln. 20 Sekunden Pause gönnt das Tennisgesetz den Spielern zwischen Punkt und Aufschlag – eine Frist, die der Spanier mit Schweiss abtrocknen, Hose zurechtzupfen und Socken hochziehen regelmässig überzieht. Auch Novak Djokovic spannt den Bogen mit bis zu 20-maligem Balltippen vor dem Service oft bis aufs Letzte.
Obwohl Zeitüberschreitung im ITF-Reglement schriftlich als Vergehen festgehalten ist, rang sich noch kein Schiedsrichter zu einer Strafe gegen Nadal durch, nur selten zu einer Warnung.
Für den Kampf gegen das Stöhnen fehlt erst recht jede Grundlage.
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Maria Scharapowa und Co. werden auch in Zukunft beim Tennisspielen stöhnen. (Keystone)