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Als Andy Murray im vierten Satz einen Lob über Wawrinka an die Grundlinie setzt, sprintet der Lausanner nach hinten, dreht sich und passiert den Schotten mit der Rückhand.
Es ist der schönste Punkt des ganzen Spiels. Wenn es neben den eingefleischten Murray-Fans noch Unentschlossene gab, waren sie spätestens jetzt auf Seiten des Schweizers. Und dieser feierte seinen Punkt mit ausgestreckten Armen, sog die Atmosphäre förmlich in sich auf, genoss den Adrenalinkick.
Wawrinka agiert äusserst aggressiv
Wawrinka tat in dem Spiel, was sein neuer Coach Peter Lundgren von ihm verlangt. Der Schwede hatte im Sonntagsblick-Interview vor dem Turnier gesagt: «Ich will, dass er sich nicht an der Grundlinie eingräbt, dass er aggressiver wird, offensiver.»
Stan erfüllte den Auftrag, setzte Murray unter Druck, kam öfter als sonst ans Netz, spielte hervorragende Volleys. Aber nicht nur sein Spielplan war offensiv, auch seine Gestik.
Wawrinka ging nicht nur den Zuschauern unter die Haut, sondern auch Murray. Der gab zu, dass ihm nicht nur die Müdigkeit zu schaffen machte, sondern auch die Angst, wieder keinen Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Der Westschweizer hatte die spielerische Oberhand, aber auch das Psychospiel für sich entschieden. Er war präsent, ballte die Faust, schindete Eindruck.
Stan absorbiert Lundgrens Energie
Und Murray merkte, dass dies ein neuer Wawrinka war. Einer, der die Energie seines Coaches Peter Lundgren absorbierte. Den Schweden hielt es kaum auf seinem Stuhl. Er stand auf, schrie, jubelte. Kein Vergleich zu Wawrinkas früherem Trainer, dem stets ruhigen, sachlichen Dimitri Zavialoff.
Die neue Paarung Wawrinka/Lundgren mag vielleicht nicht für die Ewigkeit geschmiedet sein, aber im Moment scheint es, als hätte Wawrinka einen richtigen Zug gemacht.
Statt ein defensiver Zauderer ist er ein mutiger Vollstrecker. Das macht ihn noch lange nicht zum Grand-Slam-Sieger. Aber es ist ein erfrischender neuer Aspekt. Und allemal einen Versuch wert. Der Erfolg gegen Murray hats bewiesen.
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Stans neuer Coach Peter Lundgren geht auf der Tribüne mit. Macht er aus dem stillen Wawrinka einen Vulkan? (Sven Thomann)