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Eine solche Affiche hat es im Davis Cup schon lange nicht mehr gegeben. Vom 5. bis 7. März 2010 trifft die Schweiz mit (hoffentlich) Roger Federer auf Rafael Nadals Spanien. Im Fall eines Sieges könnte der Gegner in der zweiten Runde Frankreich (ebenfalls auswärts) heissen.
So attraktiv diese Auslosung für den Tennisfan ist, so happig wird sie auf dem sportlichen Parkett. Eines ist schon jetzt klar: Ohne Roger Federer sind die Schweizer Chancen wenig über Null. Sogar ohne ihre beiden Top-Ten-Stars Rafael Nadal und Fernando Verdasco qualifizierten sich die Iberer in diesem Jahr für den Final (gegen Tschechien). Sind sie gegen die Schweiz wieder dabei, wird die Aufgabe selbst mit Federer unheimlich schwierig. Die Spanier haben seit zehn Jahren zuhause nicht mehr verloren (1999 gegen Brasilien), werden mit Sicherheit auf Sand antreten. Und da ist vor allem Nadal fast unschlagbar – selbst für Federer.
Dieser hatte es unter anderem von der Auslosung abhängig gemacht, welche Bedeutung er im nächsten Jahr dem Davis Cup zumisst. Fühlt er sich nun angestachelt, den Stier Nadal auf heimischem Terrain bei den Hörnern zu packen? Schalten die Schweizer die Spanier aus, wäre der grösste Brocken auf dem Weg zum Davis-Cup-Titel aus dem Weg. Möglich aber auch, dass er sich sagt, das ist (noch) nicht das richtige Jahr, um die «hässlichste Salatschüssel der Welt» in die Schweiz zu holen.
Ein gesundheitliches Risiko, das hat er immer klar gemacht, wird Federer nicht eingehen. Deshalb ist zu erwarten, dass er sich erst nach den Australian Open 2010 entscheiden wird. Eine Rolle dürfte auch spielen, wie sich die Schweizer Nummer 2, Stan Wawrinka, bis Anfang nächstes Jahr entwickelt. Es braucht nämlich nicht nur einen Federer in Topform, sondern auch einen bärenstarken Wawrinka, um die Überraschung in Spanien zu schaffen.
Selbst dann würde der Rest kein Spaziergang. Deutschland oder – wahrscheinlicher – Frankreich in den Viertelfinals verfügen über starke, ausgeglichene Teams. Und wieder müsste die Schweiz ins Ausland reisen. Captain Severin Lüthi dürfte bei der heutigen Auslosung mit Bestimmtheit ein paar graue Haare mehr bekommen haben. Die Tennisfans auf aller Welt freuen sich dafür auf einen Leckerbissen.