Satz für Satz: Der Federer-Ticker von BLICK-Experte Hauck

  • Aktualisiert am 17.01.2012

Roger Federer gegen Andy Murray: An den ATP Tour Finals kommt es heute zum Kampf der Giganten. Die Nummer 1 gegen den Publikumsliebling in London. Verfolgen Sie das Spiel im kommentierten Live-Ticker von Tennisreporter Marcel Hauck.

So lief das Spiel:

Respekt! Roger Federer zieht auch im zweiten Spiel an den World Tour Finals in London nach schlechtem Start den Kopf aus der Schlinge. Es ist erst der vierte Sieg im zehnten Spiel gegen Weltnummer 4 Andy Murray. Damit erreicht er ein grosses Ziel: Federer ist auch 2009 – zum vierten Mal nach 2004 bis 2007 – die Nummer 1 der Welt.
Im Halbfinal ist er allerdings noch nicht. Bei einer Niederlage im letzten Spiel gegen Del Potro (am Donnerstag) könnten der Argentinier und Murray (wenn er gegen Verdasco gewinnt) ebenfalls auf zwei Siege kommen. Dann müsste das Satz- oder sogar Gameverhältnis entscheiden. In der Form der Sätze zwei und drei gegen Murray spricht jedoch viel für einen dritten Federer-Sieg. Er hat die Zeit nach den enttäuschenden Resultaten in Basel und Paris-Bercy offensichtlich optimal genützt und ist zum Saisonende nochmals in Topform.

3:6, 6:3, 6:1
Aller guten Dinge sind drei (Matchbälle)! Wie gegen Verdasco gewinnt Federer nach knapp zwei Stunden den dritten Satz 6:1. In London gegen «Angstgegner» Murray sicher ein besonders süsser Sieg.

3:6, 6:3, 5:1
Mit viel Glück und einem Volley auf die Linie wehrt Murray einen ersten Matchball ab. Deuce.

3:6, 6:3, 5:1
Selbst im Fall des zweiten Sieges an diesen World Tour Finals steht Federer noch nicht definitiv im Halbfinal. Wenn er am Donnerstag gegen Del Potro verliert, hat auch Del Potro zwei Siege. Und wenn Murray Verdasco bezwingt ist er ebenfalls bei zwei Erfolgen. Dann würden die Sätze oder sogar die Games über den Halbfinaleinzug entscheiden.

3:6, 6:3, 5:1
So schnell kanns im Tennis gehen. Plötzlich hat Roger alles im Griff. Er erhöht auf 5:1, braucht noch ein Game, um sich die Nummer 1 im Jahr 2009 definitiv zu sichern.

3:6, 6:3, 4:1
Roger Federer ist per Boot über die Themse in die O2 Arena geschippert, um dem berüchtigten Londoner Stau aus dem Weg zu gehen. Doch nun steht Andy Murray das Wasser bis zum Hals!

3:6, 6:3, 4:1
Die Parallelen zur ersten Partie an den World Tour Finals sind offensichtlich: Auch gegen Verdasco verschlief Federer den ersten Satz fast vollständig und steigerte sich dann von Minute zu Minute. So auch heute. Murray anderseits baut deutlich ab, kassiert bereits das zweite Break in diesem Entscheidungssatz: 4:1!

3:6, 6:3, 3:1
Und wieder ein souveränes Aufschlagsspiel. Seit dem ersten Satz ist Murray zu keiner Breakchance mehr gekommen.

3:6, 6:3, 2:1
Wieder startet Murray mit einem Doppelfehler. Diesmal nützt Federer die Chance. Break zum 2:1! Jetzt wage ich den Tipp: Roger gewinnt und bleibt damit die Nummer 1. Schadensersatzansprüche wegen verlorener Wetteinsätze schliesse ich aber trotzdem aus...

3:6, 6:3, 1:1
Auch Roger wackelt nicht! Game zu null, auch dank zwei Netzrollern.

3:6, 6:3, 0:1
Wagen Sie einen Tipp? Ich werde mich hüten. Zu eng sind die beiden beisammen.

3:6, 6:3, 0:1
Murray startet mit einem Doppelfehler in den dritten Satz, spielt sonst aber ein bärenstarkes Game. Der Kampf ist eröffnet!

3:6, 6:3, 0:0
Die Statistik zeigt es deutlich. Roger gelingen nun deutlich mehr Gewinnschläge. Es zeigt auch Murrays Schwäche: Seine grossen defensiven Fähigkeiten verleiten ihn häufig dazu, zu passiv zu spielen, dem Gegner zu sehr die Initiative zu überlassen. Klar ist: Wenn Federer auf seinem allerhöchsten Niveau spielt, kann er mehr als Murray. Zeigt er aber Schwäche, ist der Schotte sofort da, um sie auszunützen.

3:6, 6:3
Satzausgleich! Ein ganz starker zweiter Satz von Federer, der grösste Unterschied ist der Aufschlag, der nun besser funktioniert. Aber nun beginnt alles wieder bei null!

3:6, 5:3
Keine Geschenke von Murray. Er verkürzt auf 3:5, nun muss Roger ausservieren.

3:6, 5:2
Murray diskutiert mit Schiedsrichter Lars Graff (Schweden), klagt über das zu unruhige Publikum. Wird er nervös? Der Heimvorteil kann auch belastend wirken wie zum Beispiel jeweils in Wimbledon zu sehen. Graff hat jedoch die Partie bestens im Griff, leistet sich bis jetzt keinerlei Faux-pas wie sein Landsmann Hansson beim Hands von henry.

3:6, 5:2
Federer wird stärker. Und bei 0:30 kann er sich diesmal auf seinen Aufschlag verlassen. Da steht nun ein ganz anderer Federer auf dem Platz als noch im ersten Satz. Im zweiten Durchgang hatte Murray noch keinen Breakball.

3:6, 4:2
Murray gewinnt ein Challenge. Der Punkt muss wiederholt werden, doch Federer holt sich den Punkt im zweiten Anlauf doch noch. 15:40, Breakbälle! Und ein Vorhand-Winner bringt Roger das 4:2!

3:6, 3:2
Sie fragen sich vielleicht, warum Federer mit Murray immer so viel Mühe hat. Es liegt an der exzellenten Defensive des Schotten. Kaum ein Spieler verfügt über so viel Spielintelligenz wie Murray, kann seinen Gegner so gut lesen und ihn dazu verleiten, schlecht zu spielen und Fehler zu machen. Deshalb kann auch Roger Federer immer wieder gegen Murray seine Klasse nicht ausspielen.

3:6, 3:2
Endlich! Die Asse 2 und 3 und ein weiteres Zu-null-Game. Federer hat seinen Aufschlag gefunden. Damit ist zumindest die Basis für ein mögliches Comeback gelegt.

3:6, 2:2
Federer macht Tempo, sucht die schnelle Entscheidung in den Ballwechseln. Das ist sicher die richtige Taktik gegen «Ballwand» Murray. Die langen Ballwechsel gewinnt fast immer der Schotte. Aber das hohe Risiko bringt natürlich auch Fehler. Im Moment wird es nicht belohnt, Murray gleicht zum 2:2 aus.

3:6, 2:1
Keine Probleme für Federer in seinem Aufschlagspiel.
Überhaupt ist in London Tennis derzeit sehr angesagt. Obwohl gleichzeitig Arsenal um den Einzug in die Champions-League-Achtelfinals spielt, ziehen die Tottenham-Stürmerstars Robbie Keane und Jermaine Defoe Tennis vor. Und sämtliche Spiele in der O2 Arena sind in dieser Woche ausverkauft.

3:6, 1:1
Murray behält die Nerven, wehrt einen Breakball ab und gleicht aus..
Ein grosses Kompliment verdient übrigens das Londoner Publikum. Natürlich ernten Punkte Murrays wahre Begeisterungsstürme. Aber auch gelungen Aktionen Federers bekommen viel Applaus!

3:6, 1:0
Federer schnuppert am Break. Und dann hilft auch noch die Netzkante. Mit guten Aufschlägen wehrt Murray jedoch den Breakball ab Das Game dauert bereits neun Minuten!

3:6, 1:0
Gesagt, getan! Erstmals gewinnt Federer ein Aufschlagspiel zu null. Und schlägt das erste Ass. Nach 42 Minuten!

3:6, 0:0
Mehr unerzwungene Fehler Federers – das ist normal – und weniger Winner – das ist sehr ungewöhnlich. Roger ist noch nicht in Topform. Meistens gehen Matches zwischen Federer und Murray aber über drei Sätzen. Dafür muss der Schweizer aber besser aufschlagen!

3:6
Murray bleibt der bessere Spieler und schlägt glänzend auf. 5:0 Asse für den Schotten! Doch plötzlich zeigt er Nerven. Murray vergeigt bei 40:0 drei Satzbälle. Bei der vierten Chance haut Roger aber den Return weit ins Aus. Murray gewinnt den ersten Satz verdient – und gut 17 000 Zuschauer sind begeistert!

3:5
Endlich wieder mal ein souveränes Aufschlagspiel Federers. Aber jetzt braucht er ein Break. Sonst ist der erste Satz weg!

2:5
Das Spiel läuft bisher ganz nach dem Geschmack des Schotten. Er kann Federer in lange Grundlinienduelle verwickeln, Federer gelingen kaum Winner. Und: Murray schlägt sogar besser auf als der Schweizer. Mit einem Servicewinner und einem Ass wehrt er zwei Breakbälle ab: 5:2!

2:4
Erster Doppelfehler Federers – 0:40! Jetzt wirds kritisch! Ein Rückhandfehler kostet Federer das Break. Er bekommt fast keine Gratispunkte mit dem Aufschlag. So wirds schwierig!

2:3
Federer hetzt Murray an der Grundlinie von links nach rechts. Murray schlägt aber gut auf, gewinnt nach einmal Einstand sein Aufschlagspiel.

2:2
Der erste Aufschlag kommt noch nicht bei Federer. Sonst entwickelt er aber viel Druck von der Grundlinie. Ohne Probleme der Ausgleich zum 2:2.

1:2
Nichts wirds mit dem Traumstart. Murray schlägt seine ersten beiden Asse, bringt als erster Spieler seinen Aufschlag durch.

1:1
Federer ist viel offensiver als Murray. Das ist keine Überraschung! Der Schotte ist vielleicht der beste Konterspieler der Welt. Für den Schweizer geht es darum, aggressiv zu spielen, aber trotzdem die Fehlerquote tief zu halten. Kein einfaches Unterfangen. Im Moment gelingt es ihm nicht, er kassiert sogleich das Rebreak!

1:0
Murray startet nervös. Ein Doppelfehler, dann ein erfolgreicher Netzangriff Federers. Noch ein Vorhand-Fehler – und Roger führt bereits mit einem Break!

0:0
Was für ein Start! Bereits der erste Ballwechsel ist erstklassig geht über 23 Schläge. Roger gewinnt ihn. Ein gutes Omen?

Es geht los: Murray hat die Wahl gewonnen und sich für Aufschlag entschieden. Wie eigentlich immer, zumindest in der Halle. Der kleine Vorteil: So kann man immer vorlegen, der Gegner muss jeweils nachziehen. Vor allem, wenn man bei 4:5 oder 5:6 aufschlagen muss, ist der Druck natürlich enorm.

Immer wieder eindrücklich: Der Einmarsch in die mit 17 000 Zuschauern gefüllte O2 Arena. Murray hat natürlich Heimvorteil, obwohl nicht alle Engländer den stolzen Schotten lieben. Es geht um viel: Mit einem Sieg sichert sich Roger bis Ende Jahr die Nummer 1, Murray würde sich mit einem Erfolg bereits vorzeitig für die Halbfinals qualifizieren.

Hallo Tennisfreunde
Willkommen bei den World Tour Finals in London: Roger Federer gegen Andy Murray, das ist ein Kampf zwischen David und Goliath. 51 Millionen Dollar Preisgeld gegen 9 Millionen. 61 Turniersiege gegen 14. 4 Masters-Titel gegen 0. Aber Achtung! Murray hat 6 der 9 bisherigen Partien gewonnen!
Marcel Hauck, Tennisreporter bei BLICK tickert für Sie heute das Spiel zwischen Roger Federer und Andy Murray.- Sven Thomann

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