Sadikovic hat Bacsinszky als Vorbild Comeback-Amra auf dem Weg in die Top 100

Tennis-Profi Amra Sadikovic (26) hat dieses Jahr nach ihrem erfolgreichen Comeback die Top 100 als Ziel vor Augen. Fed-Cup-Coach Heinz Günthardt traut ihr das zu. Ihr Karriere-Top-Ranking hat sie schon erreicht.

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Platz Name Land Punkte
1 Andy Murray GBR 12410
2 Novak Djokovic SRB 11780
3 Milos Raonic CAN 5450
4 Stan Wawrinka SUI 5315
5 Kei Nishikori JPN 4905
6 Marin Cilic CRO 3650
7 Gael Monfils FRA 3625
8 Dominic Thiem AUT 3415
9 Rafael Nadal ESP 3300
10 Tomas Berdych CZE 3060
16 Roger Federer SUI 2130

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Mit der ganz grossen Tennis-Welt hatte Amra Sadikovic eigentlich schon abgeschlossen. Im Frühling 2014 trat die Aargauerin als Profi zurück. Die Lust und der Spass waren weg. Mehr als WTA-Rang 179 schaffte sie bis dahin nicht.

Die ehemalige Fed-Cup-Spielerin arbeitete anschliessend als Tennislehrerin für einige Monate – und kam plötzlich wieder auf den Geschmack. Das Projekt Profi-Comeback nahm Anfang 2015 konkrete Formen an. Eine definitive Entscheidung musste her.

Just in jenen Wochen sorgte Timea Bacsinszky, die ebenfalls ein Comeback gab, mit zwei WTA-Turniersiegen für Aufsehen. «Jene Erfolge von Timea gaben mir den letzten Kick. Ich probiers noch mal, sagte ich mir», blickt Sadikovic zurück.

Im Juni letzten Jahres nimmt sie einen neuen Anlauf auf der Tour. Und wie! Amra spielt sich in der Weltrangliste mit guten Resultaten bei ITF-Turnieren schon auf Platz 175 hoch. So gut war sie noch nie klassiert!

«Ich reise nun mit einer ganz anderen Einstellung. Früher setzte ich mich zu stark unter Druck. Nun geniesse ich das Leben als Profi viel intensiver, schaue mir an den Orten auch mal was an oder unternehme was», vergleicht Sadikovic vorher und nachher.

Diese Lockerheit verdankt sie ihrem neuen Umfeld mit Coach Muhamed Fetov, der sie seit dieser Saison vollamtlich begleitet. Auch Swiss Tennis unterstützte Amra beim Comeback und zu ihren Haupt-Sponsoren zählt Reinhard Fromm, der auch Stan Wawrinka und Timea Bacsinszky fördert.

Fed-Cup-Teamchef und SRF-Experte Heinz Günthardt ist vom gelungenen Comeback Sadikovics nicht überrascht. «Ich war mir sicher, dass sie eine Weltranglistenposition um 200 relativ schnell erreichen würde. Dies kann allerdings nur ein Zwischenziel sein für eine Spielerin mit ihrem Talent», sagt Günthardt.

Top 100 sind ihr Saisonziel

«Ihr Ziel muss es sein, dort antreten zu können, wo die Musik spielt - bei den Grand Slam Turnieren. Das heisst: Sie muss unter die ersten Hundert der Weltrangliste kommen. Dieses Ziel ist bei ihren Voraussetzungen durchaus realistisch», meint Günthardt.

Diesen Traum hat auch Sadikovic. Noch bis Juni hat sie keine WTA-Punkte zu verteidigen, kann also voll punkten. Die Top 100 sollten daher drinliegen und sind ihr Saisonziel.

«Wenn es so weiter läuft auf jeden Fall. Dafür arbeite ich sehr hart», sagt Sadikovic, die in ihrer ersten Karriere schon heutige Topspielerinnen wie Eugenie Bouchard oder Anna-Katherina Schmiedlova schlagen konnte.

Diese Woche spielt Sadikovic beim ITF-Turnier in Naples (USA), wo sie im Hauptfeld als Nummer sieben gesetzt ist. Letzte Woche hat sie mit Patty Schnyder (37, WTA 455) auf der Anlage trainiert, die in der Qualifikation in Runde zwei gescheitert ist.

Sadikovic konzentriert sich jetzt vor allem aufs Einzel. «Mein Training basiert nun viel mehr auf Qualität statt Quantität wie früher», sagt sie. Von ihrer Spielweise her bleibt die Grossgewachsene (186 cm) angriffig.

Günthardt analysiert: «Sie ist eine sogenannte All-Court-Spielerin. Eine Spielerin, die sich am Netz und an der Grundlinie wohl fühlt. Ihre Stärke ist die Athletik und das Ballgefühl. Die Schwäche ist noch, sich über einen längeren Zeitraum konzentrieren zu können.»

Publiziert am 23.03.2016 | Aktualisiert am 28.06.2016
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