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Die Welt der Nummer 1 ist perfekt. Federer gewinnt sein 16. Master-Turnier. (Reuters)
Der Schweizer ist schon mit schlechteren Vorzeichen zu den US Open gestartet. Vergangenes Jahr etwa, als er bis Ende August noch kein Grand-Slam-Turnier gewonnen hatte, als er in Toronto und Cincinnati zusammen nur ein einziges Spiel gewann, als er zudem die Enttäuschung des Olympia-Einzels im Gepäck hatte.
Jetzt aber ist seine Welt perfekt. Federer hat Paris und Wimbledon gewonnen, den Rekord von Pete Sampras gebrochen, ist Vater von Zwillingen – und spielt besseres Tennis denn je.
In Cincinnati holte er sich gestern beim 6:1, 7:5 gegen Novak Djokovic mit einer brillanten Vorstellung den 61. Turniersieg. Gleichzeitig ist es sein 16. Triumph an einem Masters-Event.
Ratlose Konkurrenten
Neben der weiter aufpolierten Statistik ist aber etwas anderes viel wertvoller: Federer hat seinen härtesten Konkurrenten seine Macht demonstriert. Novak Djokovic war phasenweise ebenso ratlos wie tags zuvor Andy Murray.
Es ist nicht nur Federers Service, der zurzeit nach Wunsch funktioniert, sondern auch seine Vorhand, mit der er unglaublichen Druck erzeugt. «In Montreal war ich noch etwas rostig im Oberkörper », sagt Federer, «aber jetzt ist alles perfekt.»
Die Nummer 1 bringt spielerisch derzeit alles auf die Reihe. Und er hat 2009 nach Nadal und Murray nun auch Djokovic bezwungen. Das stärkt sein Vertrauen.
Selbst wenn Federer den Einfluss der Bilanzen gegen seine Verfolger herunterspielt: Auch ihn beschäftigen Negativserien. Jetzt hat er seinen Gegnern etwas zum Grübeln gegeben.
Mit dem Kinderwagen durch den Central Park
Für die US Open hat er neben der Titelverteidigung noch andere Ziele. Er will den Kinderwagen mit seinen Zwillingen durch den Central Park schieben.
Vielleicht ist ein Federer, welcher der Welt nichts mehr beweisen muss, und der sich um die Ausflugsrouten kümmern kann, der beste, den es je gab. Er frohlockt: «Wenn ich grade schon so gut drauf bin und schon zwei Grand-Slams gewonnen habe, möchte ich doch gerne noch einen dritten holen.»