Bereit für den Coup
Eine happige Auslosung? «Nicht speziell», sagt Stanislas Wawrinka (24, ATP 18) und lächelt. «Ich bin halt nicht höher gesetzt, da muss ich damit leben, schon in der dritten Runde auf einen besser klassierten Gegner zu treffen. Und da ist ihm Nikolai Dawidenko (ATP 10) allemal lieber als Nadal, Federer oder Djokovic. Zumal der Russe soeben erst nach einer Verletzung zurückgekehrt ist und noch keine Topform hat. Sein Ziel ist klar: «Ich müsste zum ersten Mal hier die Viertelfinals erreichen!»
Erstaunlich, dass auf seiner eigentlich bevorzugten Unterlage Sand, auf der er als Junior die French Open schon einmal gewonnen hat, der grosse Erfolg bisher ausbleibt. Die besten Grand–Slam–Resultate erreicht Wawrinka mit den Achtel-inals in Wimbledon und an den US Open. Auch in diesem Jahr ist der Lausanner mit seiner Sandbilanz nur bedingt zufrieden. Dem Sieg über Federer als Highlight folgen knappe – und unnötige – Niederlagen gegen Juan Martin Del Potro (ATP 5). «Da kann man nicht von einer guten Saison sprechen», ist Wawrinka selbstkritisch.
Dennoch ist er überzeugt: «Mein Spiel ist da, und ich glaube, ich bin ganz nahe am kleinen Etwas, das es für den Coup braucht.» Dass er dennoch «nur» vom Viertelfinal spricht, hat einen einfachen Grund: Dort würde der Gegner Nadal heissen. Grösster Brocken auf dem Weg dahin dürfte nicht Dawidenko, sondern Nadals Landsmann Fernando Verdasco (ATP 8) sein. Der Linkshänder wäre der logische Gegner im Achtelfinal. Wawrinka, der heute noch nicht spielen muss, sollte kein Problem mit den ersten Gegnern haben. Zum Auftakt erwartet ihn Nicolas Devilder (ATP 60, Fr). «Er ist ein solider Sandhase», sagt Wawrinkas Coach Dimitri Zavialoff, «aber gegen ihn kann sich Stan nur selber schlagen.»
4 Mal in Paris dabei: Total 9 Spiele (5 Siege /4 Niederlagen). Bestes Resultat: 3. Runde 2005 (out gegen Puerta) und 2008 (out gegen Gonzales).