Federers Fitness-Coach Pierre Paganini stellt klar: «Roger ist nicht verletzt»

  • Publiziert: 20.02.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Christian Bürge
play Balance Roger Federer schwört auf die Dienste Paganinis. (EQ Images)

Pierre Paganini spricht über die Probleme und Risiken, mit denen sich Roger Federer konfrontiert sieht. Die Kritik an dessen Fitness findet er absurd.

BLICK: Herr Paganini, wie steht es genau um Roger Federer? Was macht er?
Pierre Paganini:
Im Moment geben wir ihm Zeit, sich zu erholen. Die Arbeit mit den Physiotherapeuten ist vertieft worden. Aber – und dies will ich klarstellen: Roger ist nicht verletzt. Das, was wir jetzt machen, ist eine reine Prophylaxe. Die Arbeit findet die nächsten zwei Wochen in Dubai statt. Roger hat extra zwei Sparring-Partner eingeflogen, um auch auf dem Court arbeiten zu können.

War er in Melbourne topfit?
Ich muss dazu ausholen. Roger hat sich im November verletzt. Die Verletzung ist ausgeheilt. Es war alles okay in Melbourne. Aber bei den vielen Matches schreitet die Erholung des Rückens nicht gleich voran. Roger war in seinem Spiel nicht behindert. Aber es kamen Faktoren hinzu, die er vorher im Training nicht hatte. Die Reise, der Druck, zusätzliche Einflüsse. Die Reaktion des Körpers in einem Match, in Stresssituationen, ist anders. Er hat das gespürt. Und darum haben wir uns letztlich für eine Pause entschieden, um einer neuen Verletzung vorzubeugen.

Was ist die Lehre daraus? Muss etwas verändert werden?
Wir haben gesehen, dass wir in den Physio-Bereich noch mehr Zeit investieren müssen. Das hat zwischen den Turnieren Priorität. Roger will sich knallhart und ohne Rücksicht die Zeit für den Körper nehmen, damit dieser den Stresssituationen gewachsen ist.

Wird diese zusätzliche Zeit weniger Turniere bedeuten?
Nein, es geht eher darum, die Planung etwas anders zu machen, die Zeit anders aufzuteilen. Wir organisieren uns noch besser, damit wir in Dubai, in der Schweiz oder wo auch immer, eine der Situation angepasste Betreuung mit Physios haben.

Roger hat den Davis-Cup abgesagt. Als Patriot muss Sie das schmerzen, als privater Konditionstrainer finden Sie es wohl richtig.
Als Konditionstrainer müsste ich fast immer dagegen sein, wenns um den Körper geht. Man muss schon sehen, dass Roger diese Partie als Teamleader spielt. Er spielt Freitag, Samstag, Sonntag unter Druck durch. Es sind extreme Anforderungen an den Körper. Roger ist ein Juwel. Und er weiss auch, dass dies ein Risiko darstellen würde.

Das Interview in voller Länge lesen Sie im BLICK vom Freitag.

play Fitness-Guru Pierre Paganini flog gestern nach Dubai, um seinen Chef behutsam aufzubauen. (RDB/Sven Thomann)

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