Damit du Nadal wieder besiegen kannst: Roger, hol dir einen Mentaltrainer!
Roger Federer hat ein Problem, und das heisst Rafael Nadal. Der Spanier ist nervenstärker, wenns drauf ankommt. Was Roger nun braucht, ist Hilfe von aussen.
Von Marcel Hauck | Aktualisiert um 14:17 | 03.02.2009
Wie in Wimbledon – auch im Final der Australian Open war Roger Federer (27) nicht schlechter als Rafael Nadal (22). Und wieder gewann der Matador aus Mallorca.
Technisch ist er nicht stärker als der Schweizer, physisch hat Roger in diesem Jahr auch keine Probleme mehr – der Unterschied liegt im Kopf. «Eine Person von ausserhalb, welche die Lage neutral analysiert, wäre für Federer jetzt gut», glaubt Reto Faden (41), Mentalcoach und ehemaliger Trainer der Schweizer Frauen-Ski-Nationalmannschaft.
Ganz neu ist die momentane, nicht ganz einfache Situation nicht für Federer. Als Junior musste der 13-fache Grand-Slam-Champion lernen, seine Wutausbrüche in den Griff zu bekommen. Er zählte dabei auch auf die Hilfe von Sportpsychologen. Die erstaunliche Wandlung gelang perfekt: Federer wurde zum mentalen «Monster», das seine Gegner mit Zauberschlägen und eisernen Nerven einschüchterte. Bis Rafael Nadal kam.
Dreimal stand ihm dieser in den letzten acht Monaten in einem Grand-Slam-Final vor der Sonne. Faden hat beobachtet, dass Roger am Sonntag im fünften Satz regelrecht an Nadal «zerbrochen» sei. «In diesem Moment kamen Muster aus dem Unterbewusstsein nach oben, die Federer nicht mehr kontrollieren konnte.»
Faden glaubt, dass ein Mentalcoach oder Psychologe helfen könnte, diese Blockade zu überwinden. Der Anstoss müsse aber von Federer selbst kommen.
Diese Meinung wird von Patric Eisele (33), selbstständiger Sportpsychologe und für die Swiss Medical Base in Davos tätig, unterstützt.
Federers Betreuerkreis ist möglicherweise zu
klein für neue Impulse
«Empfehlungen und Diagnosen aus der Ferne finde ich eher lächerlich», sagt er. Federer sei intelligent und erfahren genug, um zu wissen, wann er Hilfe herbeiziehen müsse. Eine Gefahr sieht Faden allerdings in Rogers kleinem Betreuerkreis, der seit einiger Zeit unverändert ist. «Man muss dann aufpassen, dass man nicht allzu sehr auf seiner Sichtweise beharrt.» Da könnten dann eben Impulse von aussen helfen.
Eine Negativspirale sehen jedoch weder Faden noch Eisele. Federer habe sich im letzten Jahr nach seiner Krankheit wieder gefangen. Und es sei nur logisch, dass die Spiele zwischen der Nummer 1 und der Nummer 2 eng und umkämpft seien.
Sind Rogers Tränen bei der Siegerehrung nicht Ausdruck seiner Verzweiflung angesichts des neuen Giganten Nadal? Für die Experten nicht, im Gegenteil. «Diese Tränen sind ein ganz schönes Zeichen», sagt Eisele. «Sie zeigen, mit wie viel Herz Federer beim Tennis ist.»
Die emotionale Reaktion sei bei vielen Ausdauersportlern zu beobachten, die während vier oder fünf Stunden alles gegeben hätten und dann Triumph oder Niederlage besonders intensiv erlebten. Genau deshalb verbindet den Schweizer eine Art Hass-Liebe mit «Rafa».
Eisele: «Ich nehme ihm ab, dass er gerne gegen Nadal spielt.» An solchen Herausforderungen könne und müsse er wachsen. Und Faden betont: «Roger hat offensichtlich an den Sieg geglaubt, denn sonst wäre die Enttäuschung nicht so gross gewesen.»
Nadals Selbstvertrauen kann Federer nur mit
viel Stärke erschüttern
Zur Verarbeitung empfiehlt er ihm Abstand. «Er sollte den Kopf lüften und zum Beispiel Ski fahren gehen.» Der Terminkalender würde das zulassen: Der nächste Einsatz steht erst in drei Wochen in Federers Wahlheimat Dubai auf dem Programm – und damit auch eine mögliche erste Revanche gegen Nadal.
Vor zwölf Jahren gelang Roger Federer der Schritt vom talentierten, aber ungestümen Junioren zum coolen Champion. Jetzt muss er einen weiteren Schritt machen und mit eigener Stärke das unerschütterliche Selbstvertrauen Nadals erschüttern.
Dafür braucht Roger wohl einen neuen Impuls. Denn eines wird sich nicht ändern: Nadal spielt bärenstark Tennis und wird nicht schlechter.
Technisch ist er nicht stärker als der Schweizer, physisch hat Roger in diesem Jahr auch keine Probleme mehr – der Unterschied liegt im Kopf. «Eine Person von ausserhalb, welche die Lage neutral analysiert, wäre für Federer jetzt gut», glaubt Reto Faden (41), Mentalcoach und ehemaliger Trainer der Schweizer Frauen-Ski-Nationalmannschaft.
Ganz neu ist die momentane, nicht ganz einfache Situation nicht für Federer. Als Junior musste der 13-fache Grand-Slam-Champion lernen, seine Wutausbrüche in den Griff zu bekommen. Er zählte dabei auch auf die Hilfe von Sportpsychologen. Die erstaunliche Wandlung gelang perfekt: Federer wurde zum mentalen «Monster», das seine Gegner mit Zauberschlägen und eisernen Nerven einschüchterte. Bis Rafael Nadal kam.
Dreimal stand ihm dieser in den letzten acht Monaten in einem Grand-Slam-Final vor der Sonne. Faden hat beobachtet, dass Roger am Sonntag im fünften Satz regelrecht an Nadal «zerbrochen» sei. «In diesem Moment kamen Muster aus dem Unterbewusstsein nach oben, die Federer nicht mehr kontrollieren konnte.»
Faden glaubt, dass ein Mentalcoach oder Psychologe helfen könnte, diese Blockade zu überwinden. Der Anstoss müsse aber von Federer selbst kommen.
Diese Meinung wird von Patric Eisele (33), selbstständiger Sportpsychologe und für die Swiss Medical Base in Davos tätig, unterstützt.
Federers Betreuerkreis ist möglicherweise zu
klein für neue Impulse
«Empfehlungen und Diagnosen aus der Ferne finde ich eher lächerlich», sagt er. Federer sei intelligent und erfahren genug, um zu wissen, wann er Hilfe herbeiziehen müsse. Eine Gefahr sieht Faden allerdings in Rogers kleinem Betreuerkreis, der seit einiger Zeit unverändert ist. «Man muss dann aufpassen, dass man nicht allzu sehr auf seiner Sichtweise beharrt.» Da könnten dann eben Impulse von aussen helfen.
Eine Negativspirale sehen jedoch weder Faden noch Eisele. Federer habe sich im letzten Jahr nach seiner Krankheit wieder gefangen. Und es sei nur logisch, dass die Spiele zwischen der Nummer 1 und der Nummer 2 eng und umkämpft seien.
Sind Rogers Tränen bei der Siegerehrung nicht Ausdruck seiner Verzweiflung angesichts des neuen Giganten Nadal? Für die Experten nicht, im Gegenteil. «Diese Tränen sind ein ganz schönes Zeichen», sagt Eisele. «Sie zeigen, mit wie viel Herz Federer beim Tennis ist.»
Die emotionale Reaktion sei bei vielen Ausdauersportlern zu beobachten, die während vier oder fünf Stunden alles gegeben hätten und dann Triumph oder Niederlage besonders intensiv erlebten. Genau deshalb verbindet den Schweizer eine Art Hass-Liebe mit «Rafa».
Eisele: «Ich nehme ihm ab, dass er gerne gegen Nadal spielt.» An solchen Herausforderungen könne und müsse er wachsen. Und Faden betont: «Roger hat offensichtlich an den Sieg geglaubt, denn sonst wäre die Enttäuschung nicht so gross gewesen.»
Nadals Selbstvertrauen kann Federer nur mit
viel Stärke erschüttern
Zur Verarbeitung empfiehlt er ihm Abstand. «Er sollte den Kopf lüften und zum Beispiel Ski fahren gehen.» Der Terminkalender würde das zulassen: Der nächste Einsatz steht erst in drei Wochen in Federers Wahlheimat Dubai auf dem Programm – und damit auch eine mögliche erste Revanche gegen Nadal.
Vor zwölf Jahren gelang Roger Federer der Schritt vom talentierten, aber ungestümen Junioren zum coolen Champion. Jetzt muss er einen weiteren Schritt machen und mit eigener Stärke das unerschütterliche Selbstvertrauen Nadals erschüttern.
Dafür braucht Roger wohl einen neuen Impuls. Denn eines wird sich nicht ändern: Nadal spielt bärenstark Tennis und wird nicht schlechter.
So solls sein! Blockaden im Unterbewusstsein lassen Federer in Spielen gegen Nadal scheitern. Lässt er sich psychologisch helfen, hat nächstes Mal der Gegner Grund zum Heulen.
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