Australian Open, Halbfinal Roger Federer in Melbourne im Final

  • Publiziert: 29.01.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Marcel Hauck aus Melbourne

MELBOURNE - Roger Federer steht nach einem glatten 6:2, 6:3 und 6:2-Sieg gegen Jo-Wilfried Tsogna (F) im Final des Australian Open.

Galavorstellung von Roger Federer: In nur 88 Minuten fegt er Jo-Wilfried Tsonga 6:2, 6:3, 6:2 vom Platz. Am Sonntag (Ab 9.30 Uhr im Live-Ticker auf Blick.ch) spielt er im Australian-Open-Final gegen Andy Murray.

Die Partie zwischen der Nummer 1 der Welt und dem explosiven Franzose hätte ein Tennis-Leckerbissen werden können. Immerhin hatte Tsonga in Melbourne vor zwei Jahren den Final erreicht und vor zwei Tagen einen – allerdings geschwächten – Novak Djokovic in fünf Sätzen bezwungen.

Es wird jedoch Federers leichtester Halbfinal-Sieg seit dem 6:2, 6:0, 6:2 in Wimbledon 2007 gegen den Schweden Björkman. Bereits im vierten Game nimmt der Schweizer der Weltnummer 10 erstmals den Aufschlag ab. Vier weitere Breaks werden in den weniger als eineinhalb Stunden folgen.

Federer spielt taktisch äusserst geschickt, geht nicht die allerletzten Risiken ein. Er variiert aber von der Grundlinie, streut auch mal einen Stoppball oder Netzangriff ein. Damit ist Tsonga völlig überfordert.

Der Franzose kann sich nicht wie in anderen Partien in einen Rausch spielen. Der Aufschlag funktioniert zu wenig, und auf der Rückhandseite weist er sowieso klare technische Schwächen auf. Tsonga kommt bei Aufschlag Federers nicht zu einer einzigen Breakchance.

Nach nur 1:28 Stunde besiegelt ein Vorhand-Fehler des in der Waadt wohnhaften Franzosen beim zweiten Matchball den unerwartet einfachen Sieg des Fed-Expresses.

«Schön, wenn es so einfach läuft», freut sich Federer. «Den ersten Satz zu gewinnen, ist immer ein grosser Bonus.» Der Schweizer glaubt, dass Tsonga nach zwei Fünfsätzern vor allem mental müde gewesen sei.

Finalgegner ist nun am Sonntag Weltnummer 4 Andy Murray, der im gesamten Turnier nur einen Satz abgegeben hat. Mit Sicherheit eine schwierigere Aufgabe.

So lief das Spiel im Live-Ticker

6:2, 6:3, 6:2 Das wars! Roger Federer fegt hier Jo-Wilfried Tsonga mit einer Traumleistung vom Platz und steht im Endspiel der Australian Open. Dort trifft der Baselbieter auf den Schotten Andy Murray (natürlich im Live-Ticker auf Blick.ch).

6:2, 6:3, 5:2*
Tsonga holt sich noch einmal ein Game. Jetzt heisst es Daumen drücken: Gleich serviert Federer zum Einzug ins Endspiel. Es wäre sein fünfter Final in Melbourne.

6:2, 6:3, 5:1*
Wir nähern uns dem Spielende. Federer fehlen nur noch vier Punkte zur Final-Qualifikation.

6:2, 6:3, 4:1*
So deutliche Grand-Slam-Halbfinals gibts bei den Männern selten. Doppelbreak für Federer. Fast jeder Punkt ist jetzt einer für den Jahresrückblick. Und wir sind erst im Januar.

6:2, 6:3, 3:1*
Break bestätigt. Federer wie aus einem Guss, kaum Fehler, gute Länge, variables Spiel, herrliche Punkte. Tennis vom Allerfeinsten. Tsonga kann nur noch ein Wunder helfen.

6:2, 6:3, 2:1* Jetzt sieht es ganz gut aus für Federer. Mit einem Backhand-Smash im Rückwärtslaufen holt er sich Breakball und nutzt den zweiten. Tsonga ein Schatten seiner selbst.

6:2, 6:3, 1:1*
Der Ausgleich. Noch immer keine Breakchancen für Tsonga. Ein ganz anderes Bild, als noch im packenden Viertelfinal gegen Nikolai Dawidenko.

6:2, 6:3, 1:0*
Das wird Tsonga gut tun. Endlich kann er einmal vorlegen. Er hält seinen Aufschlag und führt im dritten Satz.

6:2, 6:3* Federer liegt schon zwei Sätze vor. Und wieder dauert dieser Umgang gerade einmal eine halbe Stunde. Nach dem Sieg über Nikolai Dawidenko scheint Roger Federer völlig entspannt.

6:2, 5:3*
Tsonga unterlaufen zwei Doppelfehler, trotzdem bringt er seinen Aufschlag noch einmal durch. Jetzt kann aber Federer den Satz zumachen.

6:2, 5:2*
Er kann einem leid tun, der Jo-Wilfried Tsonga. Der Franzose muss den Hebel finden, sonst kann es hier ganz schnell gehen. Die Nummer 10 der Welt hatte noch keine Breakchancen im gesamten Spiel.

6:2, 4:2*
Tsonga macht bei 0:30 einen Fussfehler und wenig später hat Federer sogar Breakball und nutzt diesen. Haarige Situation für den Tennis-Ali. Federer dominiert von A bis Z.

6:2, 3:2*
Jeu Blanc für Federer. Kein Wackler beim Baslbieter. Sein variables Spiel macht Tsonga unheimlich viel Probleme. Kein Vergleich zum Viertelfinal, wo Tsonga Djokovic niedergekämpft hat.

6:2, 2:2*
Der Franzose hält seinen Aufschlag, aber Federer scheint jederzeit in der Lage, einen Zacken zuzulegen. Auch das Publikum ist bisher verhalten.

6:2, 2:1* Es bleibt dabei: Federer bei eigenem Aufschlag unangetastet. Tsonga noch ohne Punkt als Return-Spieler.

6:2, 1:1*
Der in der Schweiz wohnhafte Tsonga serviert sicher. Wichtig für ihn, dass er hier nicht schon zu Beginn des Satzes den Anschluss verliert.

6:2, 1:0*
Federer ist haushoch überlegen. Tsonga gelingt kein Punkt im ersten Service-Game im zweiten Satz.

6:2* Tsonga macht viele Fehler, Federer fast keine. Nicht einmal eine halbe Stunde braucht King Roger um sich den ersten Satz zu holen.

5:2*
Der Satzgewinn ist nah. Tsonga hat keinen Stich. Jetzt wird Federer alles daran setzen, den Satz bei Aufschlag Tsongas zu beenden, dann kann er nämlich auch im Zweiten vorlegen.

4:2*
Tsonga marschiert munter ans Netz und ist damit recht erfolgreich, tolles Serve & Volley-Spiel. Der Franzose verkürzt.

4:1* Federer muss erstmals über Einstand, aber keine Breakmöglichkeiten für den 1,88 Meter grossen Hünen aus Le Mans. Gleich hat Tsonga jede Menge Druck.

3:1* Da ist das Break! Der angestrebte Schnellstart. Federer ist jetzt voll da!

2:1*
Der Start gelingt besser als zuletzt gegen Nikolai Dawidenko. Da traf der Baselbieter anderthalb Sätze fast keinen Ball. Lockerer Spielgewinn und die Führung.

1:1*
Tsonga wird hier wohl mit einer offensiven Spielweise Federer überraschen wollen. Der Franzose ist einer der wenigen Top-Spieler, die auf Serve & Volley setzen. Lockeres Game für den 24-Jährigen.

1:0* Auf den Aufschlag ist Verlass. Federer geht in Führung.

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Es geht los! Federer serviert!

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Die Sympathien sind klar verteilt: Roger ist der absolute Liebling der Massen. Kein Wunder: Wenn er spielt, sind die Ränge voll. Aber auch Tsonga het eine grosse Fangemeinde, gehört zu den Extrovertierten auf der Tour.

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Federer hat bei den Australian Open einen Matchrekord von 52 – 7. 2004, 2006 und 2007 gewann er das Turnier. Im Vorjahr verlor er ein episches Match gegen Rafael Nadal erst im fünften Satz.

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Es ist etwas windig, aber die Temperaturen sind perfekt: 21 Grad in der Rod-Laver-Arena.

+++ Die Cracks laufen ein. Jetzt steht noch das Einspielen auf dem Programm. In etwa zehn Minuten kann es losgehen. Idealer Zeitpunkt um noch einmal auf die Toilette zu gehen.

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Aber aufgepasst: Die Australian Open sind das erklärte Lieblingsturnier des Franzosen. Hier stand er bereits vor zwei Jahren im Endspiel und ballerte damals im Halbfinal Rafael Nadal weg.

+++ Auf Stufe Grand Slam ist es aber das erste Aufeinandertreffen, also auch das erste Mal, dass es über drei Gewinnsätze geht. Sicher ein Vorteil für den erfahrenen Roger Federer.

+++ Bisher gab es diese Partie zweimal: Zuletzt gewann Tsonga im Viertelfinal von Montreal mit 7:6, 1:6 und 7:6.

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Herzlich willkommen, liebe Tennis-Fans. Schön sind Sie wieder dabei. Heute wartet ja auch ein Leckerbissen: Roger Federer bekommt es mit Jo-Wilfried «Ali» Tsonga zu tun.

Reden Sie mit

Roger Federer steht erneut im Endspiel der Australian Open. Es ist sein 22. Finale bei einem Major-Turnier und die fünfte in Melbourne. Im Endspiel trifft er auf den Schotten Andy Murray. Was erwarten Sie von dieser Partie? Diskutieren Sie mit anderen Blick.ch-Lesern.

Das sagt die Statistik

Roger Federer dominiert den Halbfinal in Melbourne von A bis Z. Der Blick in die Statistik verrät: Auch im Final ist Federer der Favorit. Er schlägt zwar nur vier Asse und damit zwei weniger als Tsonga, macht aber keinen Doppelfehler und leistet sich im gesamten Spiel lediglich 13 unerzwungene Fehler. Dabei glänzt Federer mit variablem Spiel, lässt sich satte 33 Winner gutschreiben und steht nur eine Stunde und 28 Minuten auf dem Platz.
play Jo-Wilfried Tsonga hat gegen Roger Federer nicht den Hauch einer Chance. (Keystone)

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