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In den Nächten lauert für Federer die Gefahr, einen Doppelfehler zu begehen: Nach Sonnenuntergang geht es in den ersten drei Monaten über die vollen fünf Sätze. Zum Glück hat Federer im Wimbledon-Final seine Ausdauer unter Beweis gestellt.
Alle drei Stunden werden Charlene Riva und Myla Rose mit lautem Geschrei zu trinken fordern, noch kein Isostar, aber feine Muttermilch. Da ist keine beidhändige Rückhand gefragt, sondern Mama Mirka. Aufwachen wird Roger trotzdem.
Niemals aufgeben sollte Roger, wenn es bei den ersten Wickelversuchen zu Beginn sicherlich ins Tiebreak gehen und er manchmal auf dem falschen Fuss erwischt wird. Übung macht den Meister, wie im Tennis. An den Geruch und die Konsistenz von schmutzigen Windeln wird sich auch Papa Roger rasch gewöhnen. Das gehört dazu.
Roger Federer wird sich schon in den ersten Tagen über beide Ohren in seine beiden Babys verlieben. Das Gefühl, das doppelte kleine Glück in den Händen zu tragen, ist Rogers ganz persönlicher Grand-Slam! Und das erste Lächeln der Twins nach ein paar Wochen haut auch einen sechsfachen Wimbledon-Champion aus dem Court.
Stolz wird Papi Roger auch sein, wenn er den Freunden in Basel bald die winzigen Kinderschuhe seines Ausrüsters in Grösse 17 präsentieren wird. Süss sind sie, die kleinen Treter. Nebensache, dass Charlene und Myla damit noch nicht ans Netz stürmen können, sondern höchstens in der Wiege den Schnuller smashen.
Auch ein Mann wie Federer muss zuerst in die Vaterrolle hineinwachsen. Spricht Mirka künftig mit den Zwillingen vom «Papi», dann ist Roger gemeint – und nicht etwa sein eigener Vater Robert und auch nicht sein Betreuer Severin Lüthi. Auch daran wird er sich noch gewöhnen müssen.
Als frischgebackener Vater wird «King Roger» eine enorme Ausschüttung an Glückshormonen haben – und dazu auch noch die doppelte Portion.
Falls Roger also die Nächte in den Griff bekommt, steht einem Erfolg beim nächsten Auftritt in Montreal im August nichts im Weg.
Viel Glück, Papa Roger – und keine Doppelfehler!