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Einzig Roger Federer selber tritt auf die Euphoriebremse und will nur über seinen Viertelfinal sprechen. Für alle anderen ist klar: Dies ist sein Jahr!
Dabei fehlte wenig und der Traum wäre bereits gestern ausgeträumt: Tommy Haas (ATP 63) führt bereits mit 2:0 Sätzen, als Federer den «halben» Matchball mit einem Vorhand-Winner abwehrt. Und dann zum fünften Mal in seiner Karriere einen 0:2-Rückstand noch dreht. Einiges spricht nun dafür, dass dies sein Jahr ist: Nadal und Djokovic out.
«Nicht zu fest mitgehen»
Die einzigen Spieler, die Federer in den letzten vier Jahren bei Grand-Slam-Turnieren geschlagen haben, sind übers Pfingstwochenende ausgeschieden. Jubilieren mag die Weltnummer 2 deswegen noch nicht. «Im Moment ist das aber für mich nicht wichtig. Wenn ich im Final stehe und auf der anderen Seite nicht Nadal ist, wäre das eine andere Situation.»
In Federers Hälfte stehen nur noch Spieler, die gegen den Schweizer eine katastrophale Bilanz haben. Im Viertelfinal von morgen Vorjahres-Halbfinalist Gaël Monfils (ATP 10, 4:0 Siege für Federer), im Halbfinal Juan Martin Del Potro (ATP 5, 5:0 Siege) oder Tommy Robredo (ATP 17, 8:0 Siege).
«Ich bin lieber der Favorit, dann habe ich das Gefühl, die Lage unter Kontrolle zu haben», sagt Federer. Auch gegen die möglichen Finalgegner ist Federers Bilanz eindrücklich. Einzig Andy Murray (2:6) liegt ihm nicht, doch auf Sand ist der Schotte noch nicht gleich stark einzuschätzen.
Formkurve: Die letzten zweieinhalb Sätze gegen Haas sind Federers beste in diesem Jahr in Paris. Die Vorhand beim abgewehrten Breakball im dritten Satz sei sein erster guter Ball in diesem Match gewesen, meint er leicht übertreibend.
Unterstützung durch die Ehefrau: Federer muss bei der Frage nach der Befindlichkeit der schwangeren Mirka Vavrinec angesichts eines so nervenaufreibenden Spiels schmunzeln. «Als ich Ende des dritten Satzes einen Anfeuerungsschrei von ihr hörte, dachte ich: Nicht zu fest mitgehen!» Sie hätten vor dem Turnier abgemacht, dass sie es ruhig nehmen solle. «Aber sie will mir halt ihre Unterstützung zeigen.»
Natürlich gibt es auch noch ein paar Stolpersteine:
Unmenschlicher Druck: Einmal mehr kann Roger Federer in Paris Geschichte schreiben. Mit dem 14. Grand-Slam-Titel würde er Pete Sampras’ Rekord egalisieren. Und als erst dritter Profi nach Rod
Laver und Andre Agassi mindestens einmal in seiner Karriere bei jedem Major-Turnier gewonnen haben.
Starke Gegner: Del Potro spielt bis jetzt unglaublich überzeugend, musste erst einen Satz abgeben. Und Federer warnt vor Nikolai Dawidenko: «Niemand hat ihn auf der Rechnung, aber er macht einen sehr starken Eindruck.»
Es sind alles definitiv kleinere Hindernisse, als dies in den letzten Jahren Rafael Nadal war.
Lautstarke Unterstützung von der Tribüne für ihren durchtrainierten Roger von einer erwartungsfrohen Mirka.- Keystone