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Rafael Nadal ist erst seit zehn Monaten die Nummer 1 der Welt. In dieser Zeit hat er aber das Tennis dominiert wie Roger Federer zu seinen besten Zeiten. Vergleichbar sind nun auch die Reaktionen auf eine Niederlage. Ungläubiges Staunen!
Die Suche nach der Ursache. Es kann nicht sein, dass das «Monster» einen stärkeren Gegner gefunden hat. Ist Nadal verletzt, physisch angeschlagen? Er sagt Nein, sucht keine Ausreden für seine erste Niederlage überhaupt im Stade Roland Garros.
Ist die Zeit seiner Dominanz nun bereits wieder zu Ende? Eine solche Behauptung wäre übertrieben und voreilig. Es könnte aber sein, dass Nadal den Druck des Siegenmüssens stärker spürt als gedacht. Man konnte dies angesichts seiner Dominanz – wiederum analog zu Federer – manchmal fast vergessen: Er ist auch nur ein Mensch.
Klar ist auf jeden Fall, dass die Gegner nun Blut lecken. Der König zeigt Schwächen, die Verfolger schöpfen Hoffnung. Vielleicht hat die Finalniederlage gegen Federer in Madrid etwas Spuren hinterlassen. Ganz sicher wird es der Schock von Paris gegen Söderling.
Nadal wird diesmal nicht im Hoch eines Grand-Slam-Siegs nach Wimbledon reisen wie in den letzten vier Jahren. Er wird auf dem englischen Rasen beweisen müssen, dass er immer noch der Beste ist. Und das ist die Chance des ersten Nadal-Jägers, Roger Federer. Wenn er nun erstmals die French Open gewinnen kann, sind seine Aussichten für Wimbledon (und später die US Open) besser denn je.
Vielleicht ist Nadals Problem aber einfach nur die Farbe Pink, in die er in diesem Jahr von seinem Sponsor gesteckt wurde. Es ist nicht die Farbe des Kämpfers. Rafa wird froh sein, dass in Wimbledon in Weiss gespielt werden muss.
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BLICK-Tennis-Experte Marcel Hauck: «Nadal wird beweisen müssen, dass er noch immer der Beste ist.» (Sven Thomann)