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«Jetzt werde ich auf mein Alter hin noch etwas schüchtern. Schön, dass man mich nicht ganz vergessen hat», lachte Hingis angesichts des Blitzlichtgewitters, das sie im Konferenzraum eines Flughafenhotels empfing. Das Interesse an der langjährigen Nummer 1 war riesig. Mehr als 50 Journalisten aus dem In- und Ausland sowie Fotografen waren zugegen, anschliessend folgte noch eine Telefonkonferenz mit mehr als 20 internationalen Medien.
Hingis konnte über ihren Comeback-Fahrplan noch nicht detailliert informieren: «Ich hoffe, dass ich irgendwann im Januar auf die Tour zurückkehren kann und das erste grosse Ziel ist im Moment natürlich das Australian Open. Ich trainiere jetzt so viel ich kann und zwar spiele ich Tennis und mache Fitness, aber auch Massagen und Erholung».
Ihr langjähriger Vertrauensarzt Dr. Heinz Bühlmann informierte zu ihrem Gesundheitszustand: «Der ist zufrieden stellend. Die beiden Knöchelverletzungen sind kein Thema mehr, bei den chronischen Entzündungen an den Fersen muss man aber weiter aufpassen. Da ist es sehr wohl möglich, dass diese wieder auftreten, wenn die Belastung steigt.»
Das Team bleibt unverändert. Mit Hingis, die in der kommenden Woche in Rio de Janeiro gegen Anna Kurnikowa einen Schaukampf bestreitet, wird auf der Tour weiterhin Manager Mario Widmer mitreisen. Trainiert wird sie wie bislang von Mutter Melanie Molitor, die in Wollerau auch eine Tennisschule betreibt. Noch ist nicht klar, ob Melanie Molitor an die Turniere mitreisen will.
Hingis kann bei ihrem Comeback aufgrund ihrer Meriten einen Sonderstatus und damit unbeschränkt viele Wildcards beanspruchen. Im Moment laufen auch noch Verhandlungen, ob sie allenfalls mit einem «protected ranking» antreten könnte, die Chancen hiefür gelten aber aufgrund ihrer Absenz von rund drei Jahren als sehr gering.
Die jetzt 25-Jährige glaubt nicht, dass sie mit ihrer Rückkehr ein zu grosses Risiko bezüglich möglichen Imageverlusts eingeht: «Mit Risiko muss ich leben. Was man nicht versucht hat, kann man nicht beantworten und ich will mir später nicht den Vorwurf machen müssen, es nicht versucht zu haben, als ich noch Zeit hatte.»
Ihr Charme wird nicht alt: Martina Hingis (25).