Seltsame Krankheit bei Federer-Gegner Kehrt Söderling nie mehr zurück?

Beim Nadal- und Federer-Bezwinger geht nichts mehr. Robin Söderling bangt um seine Karriere und ein normales Leben.

  • Publiziert: 22.02.2012, Aktualisiert: 08.04.2012
  • Von Simon Häring

Das Jahr 2011 hätte eines seiner besten werden können. Er ist die Weltnummer 4, gewinnt in Brisbane, Rotterdam, Marseille. Doch nach dem Sieg an seinem Heimturnier in Bastad Mitte Juli ist es aus.

Robin Söderling ist schlapp, kraftlos, wird von Fieberschüben und Schwindelgefühlen geplagt. Die Diagnose: Pfeiffersches Drüsenfieber. Er erklärt für die US Open forfait, fällt dann für den Rest der Saison aus.

Anfang dieses Jahres will er zurückkehren – doch es geht nicht. «Mein Körper kann kein Training verkraften. Ich bin schrecklich müde», sagt der Mann, der 2009 und 2010 jeweils den Final von Roland Garros erreicht und auf dem Weg dorthin Rafael Nadal und Roger Federer bezwingt.

Auch der Schweizer erkrankt im Dezember 2007 an der Krankheit, die erst nach den Australian Open 2008 diagnostiziert wird. Bereits im Frühling kann er jedoch Entwarnung geben, ist wieder fit.

Der Kroate Mario Ancic hingegen muss seine Karriere mit 26 Jahren beenden, weil die Krankheit keinen Spitzensport mehr zulässt. 

Auch Söderling hat derzeit schwer zu kämpfen. «Manchmal bin ich so müde, dass ich nicht mal von der Couch aufstehen kann», sagt der Schwede der Zeitung «Svenska Dagbladet». «Ich arbeite mit meinem Ärzteteam daran, zu verstehen, was mit mir los ist.»

Kommt es viel schlimmer? Die Experten stehen vor einem Rätsel. Denn die Symptome der Mononukleose sind eigentlich abgeklungen. Nun befürchten die Ärzte, dass der Schwede am chronischen Erschöpfungssyndrom CFS leidet. Diese Krankheit kann neben Ermüdung auch Konzentrationsschwierigkeiten und psychische Probleme zur Folge haben.

Der frühere Bundesliga-Stürmer Olaf Bodden (43), einst bei 1860 München und Hansa Rostock unter Vertrag, leidet unter extremen Auswirkungen von CFS. «Ich kann keine zehn Minuten spazieren gehen, ohne dass mir hundeübel wird», sagt er. «Die Sonne muss ich meiden. Ich habe keine Freude mehr am Leben. Ich bin eingesperrt in meinem Körper und merke, wie er zugrunde geht.»

Der Deutsche musste bereits mit 28 Jahren seine Karriere beenden. Die Behandlungen fressen seine Ersparnisse, denn die Versicherungen wollen nicht zahlen.

Söderling ist 27. Auch ihm könnte Ähnliches blühen. Doch daran will er derzeit nicht denken. Er versucht, positiv zu bleiben, hofft auf die richtigen Signale seines Körpers und verbringt viel Zeit mit seiner Freundin Jenni Moström.

Und um die Leere zu füllen, hat er sich den Malteser-Welpen «Sixten» gekauft, den er auf seine Spaziergänge mitnimmt.  «Ich werde alles versuchen, um zurückzukommen», sagt Söderling kämpferisch. «Viele denken, ich hätte das Tennis einfach satt. Aber nichts könnte falscher sein. Ich will unbedingt zurück auf den Platz.»

Kommentare (9)

  • Olaf  Bodden
    Hoffentlich erkennt man langsam mal an,dass die Folgen des Pfeifferschen Drüsenfiebers häufig ins CFS/ME endet und dieses nichts,aber auch rein gar nichts mit psyischer Erkrankung zu tun hat. CFS/ME ist eine neuroimmunologische Erkrankung,die häufig durch Vieren ausgelöst wird.Diese Viren programmieren das Immunsystem um und es entstehen dadurch multiple Entzündungen im gesamten Körper,auch im zentralen Nervensystem.Das kann man in zig tausend international verfassten Publikationen nach lesen,aber hier in Deutschland will man von diesen Publikationen nichts wissen und diese schwer kranken Menschen lieber psyiatrisiere. Der Robin Söderling braucht unbedingt einen erahren Immunologen,der sich mit dieser Krankheit aus kennt und ihn immunologisch diagnostiziert und behandelt und das sehr schnell,ansonsten kann das eine lebenslange grausamer Erkrankung werden. Ich spreche leider aus eigener Erfahrung! Alles Gute Robin Söderling!
    • 23.02.2012
    • 3 Gefällt mir
  • Erna  Herrero Mito
    Beim Lesen dieses Artikels mußte ich sofort an den Beginn meiner Erkrankung denken.
    Auch ich leide an einer Myalgischen Enzephalomyelitis veraltert Chronic Fatigue Syndrome.
    Bei diesem Leiden handelt es sich um eine schwerwiegende Multisystemerkrankung, die ohne Therapie zu schnellem Aktivitätsverlust, Immobilität Rollstuhl, Krankenlager, Hilflosigkeit und auch zu irreversiblen Organschäden fuhren kann.
    Die Beschwerdesymptomatik ist ähnlich wie bei Patienten mit MS, AIDS im Endstadium oder Krebs während einer Chemo-Therapie.
    Durch Infektionen und/oder toxische Belastungen Schwermetalle, Dentalmaterialien, Lösungsmittel, Insektizide u.a. kommt es bei den Betroffenen zu Regulationsstörungen der psycho-neuro -immunologischen Funktionsachse, chron. Entzündungen, Schädigungen verschiedener Organe z.B. Zentralnervensystem, Gefässe, Muskeln, Haut, Leber, Immunsystem..., Stoffwechsel-Störungen in den Entgiftungsmechanismen, im Zitratzyklus, Kohlenhydrat- und besonders im Energie-Stoffwechsel.
    Robin Söderling wünsche ich, dass er schnell einen Arzt findet, der auf ME/CFS spezialisiert ist und dort entsprechend behandelt werden kann.
    • 23.02.2012
    • 3 Gefällt mir
  • Nicole 
    Hoffentlich wird Robin Söderling bald wieder fit. Bei Sportlern kommt es häufig zu Komplikationen beim Pfeifferschen Drüsenfieber und leider kann es auch zu einer Chronifizierung kommen, sprich dem Chronischen Erschöpfungssyndrom CFS auch Myaligsche Enzephalomyelitis ME genannt. Wichtig ist sich auszuruhen, denn durch sportliches Training wird die Erkrankung schlimmer oder bleibt in Folge lebenslang. Nach Angaben des Verein ME CFS Schweiz leiden sogar bis zu 30 000 Menschen an ME / CFS, also kommt es relativ häufig vor. Bis heute gibt es leider keine richtigen Behandlungsmethoden und wie im Bericht erwähnt auch kaum Spezialisten oder eine Komission des Gesundheitsdepartementes, welche sich um die Betroffenen in der Schweiz kümmern. Allerdings wurde letztes Jahr das neue Medikament Rituximab entdeckt, dass einigen Betroffenen geholfen hat. Somit besteht die Hoffnung, dass Robin Söderling bald wieder Sport treiben kann. Mehr Information und Unterstützung: www.verein-cfs.ch
    • 22.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Cornelia  Saxer
    Schade, ich fand Robin Söderling richtig gut und jetzt ist er chronisch krank. Hoffentlich wird er wieder fit. ME/ CFS ist eine hartnäckige Erkrankung, die man kaum wieder losbekommt und sehr schwer werden kann. Dazu kommt sie relativ häufig vor. Trotzdem ist sie in einer breiten Öffentlichkeit wie auch in medizinischen Kreisen nur wenig bekannt und findet daher auch wenig Anerkennung. Hoffentlich bekommt er wenigstens Leistungen der IV, obwohl das nach der neuen Gesetzeslage so gut wie unmöglich geworden ist. Ich hoffe das Beste für ihn. :
    • 22.02.2012
    • 4 Gefällt mir
  • Boy  Billy , Schaffhausen
    ein wunderbarer und absolut sympathischer Mann - hoffentlich wird es bald wieder besser! Ich wünsche ihm viel viel Glück!
    • 22.02.2012
    • 1 Gefällt mir
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