Roger Federer Im Privatjet mit Zwillingen nach Montreal

  • Publiziert: 09.08.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Christian Bürge

Überraschung! Roger Federer wird nächste Woche in Montreal kein Heimweh plagen. Seine Frau Mirka und seine Zwillinge sind in Kanada mit dabei.

Für Charlene Riva und Mila Rose, am 23. Juli geboren, gab es die erste Atlantik-Überquerung im Alter von nur zwei Wochen – noch vor dem Wochenende. Dies verrät Roger Federer der «New York Times», die das Privileg hatte, als erstes Medium nach der Geburt der Zwillinge in Feusisberg ein Interview mit dem Weltstar zu führen.

«Es war klar, dass ich das nur tun würde, wenn es für die Kinder kein Problem darstellt», erklärt der Schweizer. Mirka habe nochmals einen ärztlichen Check durchlaufen, alles sei gut. «Also tun wir’s», sagt Federer noch vor dem Abflug. «Grosse Familie, grosse Reise. Ich bin wirklich aufgeregt, wie wir damit umgehen werden.»

Der erfolgreichste Tennisspieler der Geschichte reist normalerweise in der First Class auf normalen Linienflügen an die Turniere. Diesmal aber chartert er eine Privatmaschine für den Trip nach Montreal, wo er ab kommender Woche den Rogers Cup spielt.

Mit von der Partie ist auch ein Kindermädchen. «Eine grosse Hilfe, aber Mirka legt sich wirklich ins Zeug, sie hatte eigentlich alles im Griff in den drei, vier Tagen, in denen wir zu Hause waren. Sie hat nichts dagegen, in der Nacht aufzustehen und die Babys zu füttern oder die Windeln zu wechseln, egal um welche Zeit. Wenn sie es nicht selbst tun könnte, würde ihr etwas fehlen.»

Wie die «New York Times» schreibt, sind die Zwillinge eineiig, also identisch. Laut ihrem Erzeuger sieht er den Unterschied dennoch. «Sie schauen im Moment nicht genau gleich aus. Dazu ist eines ein wenig leichter als das andere. Mirka und ich können den Unterschied leicht ausmachen.»

Der stolze Vater erzählt weiter, er habe fast drei Wochen im Spital bei Mirka verbracht, die früh eingecheckt habe. Und er hätte auch im selben Zimmer mit Mirka und den Kindern geschlafen. «Ich war manchmal wirklich müde. Ich wusste aber nicht, ob es vom Training kam oder vom fehlenden Schlaf.»

Vater-Glück motiviert

Auch zur vieldiskutierten, unheimlich exakten Babyplanung nimmt Federer Stellung. «Wir haben nicht völlig auf dieses Datum gezielt», sagt er. «Wir hatten einfach auch Glück.» Er sei ehrlich gesagt auch ein wenig beängstigt gewesen. «Nach der Woche 25 kann ein Baby kommen. Wir standen vor den French Open, hatten zwei Grand Slams vor uns. Es hätte jederzeit passieren können.»

Die Aussicht, bald Vater zu werden, hätte ihn nicht etwa gehemmt, sondern eher beflügelt. «Es hatte bei mir den gegenteiligen Effekt. Ich fühlte Druck, weil ich dachte, ich gewinne jetzt besser noch ein paar Slams, bevor die Babys kommen. Weil danach kann es schwierig werden, die ganz Grossen zu gewinnen.»

Gemäss «Montreal Gazette» hat Federer bereits am Freitagabend seine erste Trainingseinheit auf dem Centre Court absolviert. Der Rogers Cup ist der erste von zwei Masters-1000-Events, die der Schweizer spielen wird.

Nach Montreal folgt Cincinnati, ab dem 31. August dann das US Open in New York, der vierte Saisonhöhepunkt für den Schweizer, der im Big Apple Titelverteidiger ist und das Turnier zum sechsten Mal in Serie gewinnen könnte.

Bis dahin dürfte das Fliegen für die Zwillinge ein Kinderspiel sein.

play (Keystone)

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