«Ich kann nicht kalt duschen gehen!»

  • Publiziert: 02.02.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Christian Bürge

Roger Federer weinte. Später redete er über seinen Gefühlsausbruch, seine Liebe zum Tennis und dass er denkt, lange besser gewesen zu sein.

Blick: Roger Federer, erklären Sie, was nach solch einem Spiel in Ihnen vorgeht und wie Sie am schnellsten darüber hinwegkommen wollen.
Roger Federer: Der Moment selber ist brutal, aber nachher geht es schnell. Am einfachsten spielt man rasch ein Turnier, dann geht das vorbei. Ich werde dem nicht ewig nachstudieren. Es ist halt so: Ich liebe Tennis, neben Mirka und meinen Eltern bedeutet das alles für mich. Und wenn du nach dem Spiel auf dem Platz sitzt, auf die Siegerehrung wartest und die Wärme des Publikums spürst, ist das ein harter Moment.

Kann man diese Niederlage mit der von Wimbledon vergleichen?
Es ist schon anders. Dort war es am Ende ein Spiel in der Dunkelheit. Es schmerzte mich vor allem, weil es ein Glücksspiel war. Und dass ich einen möglichen sechsten Wimbledon-Titel dadurch verpasste. Aber wir konnten ja nicht aufhören, da die ganze Welt zuschaute.

Man hatte das Gefühl, Sie seien in drei von fünf Sätzen besser gewesen. Können Sie dies als positives Gefühl mitnehmen?
Ich habe schon immer gesagt,dass es einfacher ist, gegen Rafa auf Hartplatz zu spielen. Er hat mehr Mühe, weil seine Bälle nicht verspringen. Ich habe auch das Gefühl, ich sei lange Zeit der bessere Mann gewesen. Im fünften Satz lag ich dann plötzlich hinten und spielte sehr schwach. Das enttäuscht mich.

Hätten Sie gedacht, Nadal sei nach seinem langen Spiel gegen Verdasco müder?
Nicht wirklich. Ich wusste, dass ihn dies nicht speziell stören würde. Ich war bereit dafür.

Ist Ihnen das Spiel entglitten?
Es ist sicher eines der Spiele, das ich hätte gewinnen müssen oder sollen. Solche Niederlagen wie zuletzt in Wimbledon oder hier schmerzen sehr.

Tut es umso mehr weh, weil es Ihr 14. Titel gewesen wäre?
Nein. Im ersten Moment war ich einfach enttäuscht, schockiert, traurig. Dann überkommt es einen eben. Leider kann man dann nicht einfach in die Garderobe und kalt duschen. Man muss draussen bleiben, und das ist das schlimmste Gefühl.

Glaubten Sie in jeder Phase, dass Sie gegen Rafa gewinnen werden?
Natürlich. Sonst hätte ich nicht viereinhalb Stunden gekämpft.

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