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Der Roger-Schock

Desaströs – Roger Federer verliert erneut gegen Angstgegner Andy Murray. Der könnte ihm auch in der Weltrangliste gefährlich werden.

Von Christian Bürge | Aktualisiert um 01:41 | 23.03.2009
Roger Federer ist mehr denn je in Bedrängnis. (AP)
Roger Federer ist mehr denn je in Bedrängnis. (AP)
Der dritte Satz tat richtig weh. Den meisten Zuschauern so sehr wie Roger Federer selbst. Denn die Partie wurde nicht nur ein­seitig, sondern auch demütigend.
Die vierte Niederlage in Serie gegen Murray war die logische Konsequenz einer für Federers Verhältnisse durchzogenen Woche. Eine solch ernüchternde Quittung zum Schluss hatte jedoch niemand erwartet.

Murray zeigte keinen falschen Respekt

Die Taktik – wenn es denn eine gab – geriet aus den Fugen. ­Federer attackierte blind, bewegte sich schlecht, hatte kein Timing für seine Schläge. Die Rückhand war deswegen geradezu ein Desaster. «Ich spielte einen schockierenden dritten Satz», gab der Schweizer zu. Er wusste, dass es nichts zu ­beschönigen gab.

Der Schotte musste für den ­Erfolg nichts Irrwitziges anstellen. Es reichte, den Ball im Spiel zu ­halten. Der 21-Jährige spielte so, wie er es angekündigt hatte: Ohne falschen Respekt. Er weiss, wie er Federer ­bezwingen kann. Diese ­Gewissheit glaubt man fast mit Händen greifen zu können. Der Schweizer sagt darum auch: «Murray liest das Spiel sehr gut.

Federer rennt einem Turniersieg hinterher

Er ist selbstbewusst und braucht nicht einmal nahe an die Linien zu spielen, weil er den Platz so gut ­abdeckt. Ich denke, dieses Wissen beruhigt ihn.» Er habe sicher nicht die beste Woche gehabt, bilanzierte der Baselbieter. Dass es trotzdem bis in die Halbfinals gereicht habe, sei unter diesen Umständen nicht schlecht.

Fakt ist, dass Federer seit nunmehr fünf Monaten einem Turniersieg hinterherrennt. In der Weltrangliste beträgt sein Rückstand gegenüber Rafael Nadal ab heute über 3500 Punkte – unabhängig vom Finalresultat des Spaniers gegen Andy Murray (nach Redaktions­schluss).

Der Schotte seinerseits peilt mit grossen Schritten seinen Vorstoss auf Rang 3 an. Er hat zwar immer noch einen beträchtlichen Rückstand auf Federer, doch wenn der Jungstar diese Pace bis im ­Sommer halten kann, wird gar der Kampf um die zweite Position im Ranking ein Thema. Federer ist mehr denn je in Bedrängnis.
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Indian Wells

Männer, Halbfinals: Murray (Gb/4) s. Federer (Sz/2) 6:3, 4:6, 6:1. Nadal (Sp/1) s. Roddick (USA/7) 6:4, 7:6 (7:4). – Final (nach Redaktionsschluss): Nadal – Murray.
Frauen, Final: Swonarewa (Russ/4) s. Ivanovic (Ser/5) 7:6 (7:5), 6:2.
Männer-Doppel, Final: Fish/Roddick (USA) s. Mirnyi/Ram (WRuss/Isr) 3:6, 6:1, 14:12 (Tiebreak).

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