Coole Antwort auf Stan-Kritik Federer unter Druck

Der Achtelfinal gegen Thomaz Bellucci war für Roger Federer eine komplizierte Angelegenheit. Neben dem Platz kontert er die Kritik von Stanislas Wawrinka.

  • Publiziert: 25.10.2012
  • Von Philipp Bärtsch und Simon Häring

Verstehen Sie, dass Federer auf den Davis Cup verzichtet?»

Den GAU eines frühen Outs wendet Roger Federer in Basel mit Ach und Krach ab. Nach drei Sätzen und zwei Stunden steht er gegen Gstaad-Winner Thomaz Bellucci als Sieger fest: 6:3, 6:7 (6:8), 7:5 – Einzug in den Viertelfinal vom Freitag gegen ­Benoît Paire oder Lukasz Kubot.

Den verbalen Smash von Stanislas Wawrinka spielt Federer ohne Federlesen zurück. «Ich habe mit Stan gesprochen und weiss, was er denkt. Logisch wäre er enttäuscht, wenn ich nicht spiele. Ich fände es nicht gut, wenn er sagen würde, das sei ­super», sagt Federer cool.

Dass sich Federer nicht klar zum Davis Cup bekennt, ist bei Wawrinka und Swiss Tennis auf Unverständnis gestos­sen. «Ich verstehe Roger Federer nicht, dass er im Februar gegen die Tschechen in Genf wohl nicht dabei ist», wird Wawrinka in der «Aargauer Zeitung» ­zitiert. Richtig enttäuscht sei er deswegen nicht, er sei es ja gewohnt.

Hoppla! Das Klima beim Olympia-Gold-Doppel von 2008 wird immer frostiger. Im Februar war es Federer, der eine Polemik lostrat. Er kritisierte Wawrinka nach dessen Niederlage im Auftakt-Einzel gegen den Amerikaner Mardy Fish öffentlich.

Und nach dem verlorenen Doppel sagte ­Federer, er selber habe «gut» und sein Partner «nicht schlecht» gespielt.

Auch der Davis-Cup-Chef ist von Federer «not amused»

Dass der Davis Cup für Federer bei der Jahresplanung Jongliermasse ist, ärgert auch Swiss-Tennis-Vize und Davis-Cup-Chef Erik Keller: «Wir sind not amused. Einerseits sagt Roger, er plane stets auf zwei Jahre hinaus. Beim Davis Cup entscheidet er sich aber immer kurzfristig. Das ist ein Widerspruch und gegenüber Zuschauern und Team nicht fair.»

Keller hatte alles für ein Heimspiel in der St. Jakobshalle aufgegleist. Aber ohne Lokalheld Federer macht das nur schon ­finanziell keinen Sinn.

Differenzierter sieht es Marc Rosset. «Rafael Nadal oder Novak Djokovic haben ihr Mammut-Programm inklusive Davis Cup beide schon mit Verletzungen bezahlt. Roger ist nie ernsthaft verletzt», hält der Olympiasieger und Ex-Davis-Cup-Captain fest.

Rosset hofft zwar, dass Federer dem Davis Cup noch einmal Priorität einräumt und mit dem Gewinn der «Salatschüssel» die letzte Lücke im Palmarès schliesst. «Aber ich glaube nicht daran.»

Beliebteste Kommentare

  • Dimitri  Meier
    Wir dürfen nicht vergessen, dass Tennis primär ein Einzelsport ist. Der Davis Cup wird nur von denenen überbewertet, welche auf der Einzeltour nicht erfolgreich genug sind. Rosset sieht das als Sportsmann, die andern sind alles Neider auf den Erfolg von Roger, welche hoffen, auch ein Stück vom Kuchen abzubekommen, seien es Siege resp. Geld von Zuschauereinnahmen.
  • Mäus  Schmid , Bad Zurzach
    Roger soll das spielen, was er für richtig hält und für ihn gut ist. Wawrinka war eine grosse "flasche" an der Olypiade im Doppel". Er soll ganz schön ruhig sein. Für den Titel reicht es mit den anderen Spielern zusammen eh nicht !!! ALSO ROGER SCHAU FÜR DICH UND DEINE FAMILIE !!! Eine grosser Fan von DIR

Alle Kommentare (29)

  • zehnder  urban , ettenhausen
    Roger kann machen was er will. Ich glaube es hat in den letzten 100 Jahren kein Sportler soviel Ehre und Erfolg für die Schweiz gebracht wie Er. Er ist und bleibt der Allergrösste.
    • 26.10.2012
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  • Thomas  Müller , Rheinfelden
    Ja wer will schon freiwillig ins Militär? Überlegen Sie bitte mal ein bisschen!
  • Meyer  Hans
    Wenn ich gewisse Kommentar lese, habe ich der Eindruck, dass es Hochverrat Roger Federer nur ein bischen zu kritisieren. Ich bin auch ein Fan von ihm und bewundere seine Karriere und Leistungen. Jedoch, es wäre fair seitens Roger Federer klare Stellung bezüglich Davis Cup zu nehmen und nicht die Organisatoren und das Team im Unwissen zu lassen. Entweder er macht voll mit oder er verzichet ganz. Das wäre auch einen Zeichen Respekt gegenüber seine Teamkollegen.
    • 25.10.2012
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  • Oskar  Habegger
    Das ist eben die andere Seite von RF. Es ist eigentlich fast feige, dem Daviscup fern zu bleiben. Aber sein Ego lässt eine Teilnahme leider nicht zu. Naja, er hatte sich ja schon vor dem Militärdienst gedrückt, wegen anscheinenden Rückenproblemen....!!
  • Thomas  Honegger
    Wieso immer wieder die gleiche Diskussion? Wenn die anderen nicht damit zurecht kommt, sollten sie ihn doch gar nicht nominieren. Soweit ich weiss, hat er noch nie versprochen, stets im Davis Cup dabei zu sein. Federer ist kein "nach-Lust-und-Laune-Spieler". Er macht immer das, was er gerade für richtig hält. Das ist gut so und darum hat er den grossen Erfolg. Basta
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Tennis

Platz Name Land Punkte
1 Novak Djokovic SRB 11830
2 Andy Murray GBR 8560
3 Roger Federer SUI 7740
4 David Ferrer ESP 7220
5 Rafael Nadal ESP 6895
6 Tomas Berdych CZE 4515
7 Jo-Wilfried Tsonga FRA 4155
8 Juan Martin Del Potro ARG 3960
9 Richard Gasquet FRA 3135
10 Stanislas Wawrinka SUI 2810

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