Federer taucht ab

Roger Federer hat sich mal wieder verdünnisiert. Das funktioniert, weil alle dicht halten.

  • Publiziert: 12.02.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Christian Bürge und Cécile Klotzbach
play Schattenmann Roger Federer. (Romina Amato)

Das Schema ist immer das gleiche. Muss sich Roger Federer von einer grossen Anstrengung erholen oder eine Enttäuschung verarbeiten, verschwindet er in der Versenkung. Mal legt er sich in Dubai an den Strand, mal auf den Malediven. Wie nach dem Masters 2008. Vergangenes Jahr war nach den Australian Open die kalifornische Metropole Los Angeles seine geheime Feriendestination.

Doch auch in der Schweiz taucht er zwischendurch ab. Er jasst mit Kollegen in Basel, fährt auf der Lenzerheide Ski, geht an eine Grillparty am Zürichsee. Wer ihn jedoch nicht zufällig sieht oder einen Tipp erhält, findet Roger Federer so sicher wie das Bernsteinzimmer: gar nicht.

Warum das so ist? Federer will zwischen den einzelnen Tennisevents keinen Medienrummel. Entsprechend rigoros schirmt er sich ab. Und entsprechend deutlich teilt er das auch seinen Begleitern und Bekannten mit. Wer das nicht respektiert, hat es mit dem Weltstar verscherzt. Seine Freundin Mirka Vavrinec, seine Eltern, sein Fitness-Trainer Pierre Paganini, sein Physio Gary Hamilton, sein Coach Severin Lüthi und seine Medienassistentin Géraldine Dondit halten dicht. Und zwar zu allen Themen.

Der sympathische Paganini spricht locker darüber, wie man grundsätzlich fit wird, aber nicht wie Federer fit wird. Auch mit Lüthi lässt es sich vorzüglich plaudern.

Über Gott und die Welt. Sogar über Tennis. Was Roger betrifft, ist jedoch fast alles zensiert – in absurdem Ausmass. Der Coach darf nicht einmal mitteilen, wann genau der Trainingsstart ist. Der Informationsfluss ist so spärlich, dass selbst Dutzendmeldungen wie die heisseste Ware gehandelt werden.

Seinen Begleitern wird unwohl, wenn sie über den Star Auskunft geben sollen. Sie agieren so vorsichtig, als gelte es, ein Minenfeld zu umgehen. Was Federer nicht selbst erzählen mag, muss praktisch immer mit einem Fragezeichen versehen werden.

Das betrifft auch seinen Aufenthaltsort. Und so wissen kaum eine handvoll Leute, wo er sich bewegt, welchen Flug er wohin nimmt. «Manchmal sind Mirka und ich einen Monat weg, und niemand weiss, wo wir stecken», sagt Federer. «Und genau so will ich es auch!»

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