Federer marschiert im Eiltempo ins Finale

  • Publiziert: 29.01.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Raphael Fiore

MELBOURNE - Auch das Aufschlag-Monster Roddick kann Roger an den Australian Open nicht aufhalten. Federer gewinnt locker in drei Sätzen mit 6:2, 7:5 und 7:5. Da zieht selbst der bislang bärenstark aufspielende Amerikaner den Hut.

Roger Federer steht im Final der Australian Open. Der Schweizer fertigte den im bisherigen Turnierverlauf sehr stark aufspielenden Roddick locker in drei Sätzen ab. Der Amerikaner blieb hauptsächlich dank seinem Monster-Aufschlag im Spiel, ansonsten war Roger in jeglicher Hinsicht überlegen.

Besonders wenn der Amerikaner ans Netz ging, machte er oftmals unnötige Fehler. Auch bei den Grundlinienduellen war Federer überlegen. Kämpferisch kann man Roddick aber keinerlei Vorwürfe machen. Und ab und an gelangen auch dem 26-Jährigen Traumbälle. Ein meisterlicher Slice im dritten Satz sorgte für Jubelstürme bei den Fans, und zauberte selbst Federer ein Lächeln auf die Lippen.

Das Theater mit dem Schiedsrichter

Roddick sagte einmal zu Federer: «Ich würde es lieben dich zu hassen, du bist aber einfach zu nett.» Diese schönen Worte wird der Amerikaner definitiv nicht zum Schiedsrichter gesagt haben. Gleich mehrmals diskutierte Roddick lautstark mit dem Schiri, einmal wurde der Amerikaner sogar ermahnt, weil er laut das Wort mit «F» ausgesprochen hat!

Besonders hart erscheint das Resultat, wenn man die Statistik bemüht. Roddick machte bei eigenem Aufschlagspiel kaum eigene Fehler (deutlich weniger als Roger), Federer war aber fast bei jedem wichtigen Punkt zur Stelle, und brachte Roddick so zur Verzweiflung.

Roddick trotz Top-Fitness chancenlos

Um Federers Fitness-Zustand haben ihn schon viele Spieler beneidet. Doch auch Roddick hat sich in diesem Punkt deutlich gesteigert, das liegt sicherlich auch daran, dass der Amerikaner nach einer Diät sieben Kilogramm verloren hat. Insgesamt war der Amerikaner deutlich schneller auf den Beinen als früher. Teilweise stürmte er jedoch ungestüm nach vorne, und machte es dadurch dem technisch überragenden Federer einfach.

Roddick wird heute Nacht wohl schlecht träumen, seine Horror-Bilanz gegen Roger lautet nämlich 2:16, in Grand Slam Turnieren steht es sogar 0:7 für den Schweizer.

Holt Federer Sampras bereits in Australien ein?

Was für eine Bilanz: Roger hat damit bereits 18 Grand-Slam-Final-Teilnahmen erreicht, und von den 17 bislang ausgetragenen nur deren drei verloren.

Damit kann Roger also schon beim ersten Grand-Slam-Turnier in diesem Jahr den 14. Sieg einfahren, und mit dem legendären Pete Sampras gleichziehen.

Federer war mit seinem Spiel zufrieden: «Ich habe sehr solide gespielt. Roddick machte zwar viele Aufschlagwinner, jedoch konnte ich sein Spiel sehr gut lesen. Eigentlich dachte ich, dass Roddick mehr ans Netz kommen würde, doch mein guter Start hat ihn sicherlich verunsichert.»

Zweiter Halbfinal

Ob es zum Traumfinal gegen Rafael Nadal kommt, wird sich am Freitag erweisen (ab ca. 09.30 Uhr im Live-Ticker auf Blick.ch). Im spanischen Duell muss die Weltnummer 1 zuerst seinen Landsmann Fernando Verdasco besiegen. Federer: «Ich werde mir jetzt in Ruhe das zweite Halbfinale anschauen. Ich glaube, Nadal wird gewinnen!» Dem Traumfinale steht also laut Roger nichts mehr im Weg.

Serben wollen lieber Roger als Politiker sehen

Das serbische Parlament hat am Donnerstag erneut eine wichtige Sitzung vertagt, weil es im nationalen Fernsehen keine direkte Übertragung der Debatte, sondern stattdessen Tennis zu sehen gab. Statt die Streitereien in der Volksvertretung zu zeigen, übertrug der zweite Kanal des öffentlich-rechtlichen Senders RTS das Halbfinale des Australian Open zwischen dem Schweizer Roger Federer und Andy Roddick aus den USA. Die Abgeordneten der nationalistischen Opposition knüpften ihre Anwesenheit jedoch an die Direktübertragung. Ein Angebot des Senders RTS später eine Aufzeichnung der Sitzung auszustrahlen, lehnten sie ab. Es was bereits der zweite derartige Boykott in dieser Woche. (SDA/raf)

Federer freut sich auch über den Sieg des ZSC

Der 13-fache Major-Sieger, der selber Sympathien für den SC Bern hat, freute sich nach dem Halbfinalerfolg gegen Andy Roddick: «Ich freue mich immer über gute Leistungen von Schweizer Klubs. Ich bin etwas zu weit weg, um die Bedeutung dieser Champions League richtig einzuschätzen, aber auf jeden Fall ist es toll für den Schweizer Sport.»
play 3. Platz: Roger Federer. (Keystone)

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