Selten hat Roger Federer seit seiner Niederlage im epischen US-Open-Final gegen Del Potro voll überzeugen können. Bis zum Achtelfinal der Australian Open gegen Lokalmatador Lleyton Hewitt.
So viel hatten sich die Australier von diesem Spiel erhofft, doch Federer nimmt der Partie bereits nach 20 Minuten jegliche Spannung. Hewitt kann nur bis zum 2:3 im ersten Satz mithalten, dann gelingt Roger das erste Break.
Und von da an gelingt ihm fast alles. Zauberbälle mit der Rückhand, gewohnt druckvoll mit der Vorhand, unantastbar beim Aufschlag. Erst, als er auch im dritten Satz bereits Break hinten liegt, erarbeitet sich Hewitt die ersten zwei Breakbälle. Mit dem ersten Aufschlag-Durchbruch kann er nochmals Hoffnung in die Partie zurückbringen.
Nicht für lange. Bei 5:4 muss der Schweizer zwar nochmals drei Breakbälle abwehren, beendet die Partie aber mit einem Aufschlagwinner souverän. Zu wünschen übrig lässt einzig die Effizienz. Federer verwertet lediglich 5 von 15 Breakbällen. Sonst hätte die einseitige Partie noch weniger als 115 Minuten gedauert.
Einfach empfand Federer die Aufgabe aber nicht. «Lleyton ist ein so grossartiger Wettkämpfer. Ich wusste, dass er nochmals hart dagegen halten würde», erklärt er nach der Partie
Nachdem der Dominator der letzten Monate, Nikolai Dawidenko, nur mit viel Mühe und ohne zu brillieren in die Viertelfinals einzog, ist Federer nach dieser Gala-Vorstellung wieder eher der Favorit. Auch wenn er gegen den Russen an den World Tour Finals und in Doha zuletzt zweimal verloren hat. «Diesmal ist es Best-of-Five, und ich hoffe, dass ich mich da durchsetzen werde», sagt Federer.
So lief das Spiel im Live-Ticker
6:2, 6:3, 6:4 Das wars! Roger Federer steht bei den Australian Open im Viertelfinal und trifft dort auf Nikolai Dawidenko.
6:2, 6:3, 5:4* Mit einem grossartigen Crosscourt-Passierball holt sich Federer das Break gleich zurück. Jetzt steht Hewitt mit dem Rücken zur Wand.
6:2, 6:3, 4:4* Denkste! Hewitt gelingt endlich das erste Break. Da hat er Geduld bewiesen. Kann er dieses Rebreak bestätigen?
6:2, 6:3, 4:3* Das war wohl die Entscheidung. Federer gelingt das Break.
6:2, 6:3, 3:3* Tja, was soll Hewitt da machen? Federer spielt einfach eine Klasse besser.
6:2, 6:3, 3:2* Zwei Breakchancen vergeben. Hewitt kann erneut vorlegen. Aber das Break liegt förmlich in der Luft.
6:2, 6:3, 2:2* Federer spielt das hier so souverän. Wahnsinn. Ein starkes Zeichen in Richtung Konkurrenz, dass er da aussendet.
6:2, 6:3, 2:1* Hewitt hält seinen Service nachdem er erneut einen Breakball abwehren muss, aber er braucht eine Initialzündung. Am besten in Form eines Breaks.
6:2, 6:3, 1:1* So viele Backhandwinner hat Federer wohl schon lange nicht mehr geschlagen. Sein «schwächster» Schlag funktioniert heute ausgezeichnet.
6:2, 6:3, 0:1* Endlich kann Hewitt vorlegen. Er muss sich in diese Partie reinbeissen – und das so schnell wie möglich, sonst ist das Spiel schon vorbei.
6:2, 6:3* Federer macht das im Eilverfahren. Ja, das letzte Mal, dass es zwischen diesen beiden so eindeutig zu und her ging, war im US-Open-Final 2004. Da verpasste Federer Hewitt eine Brille (6:0, 7:6, 6:0). Und es sind erst 68 Minuten gespielt.
6:2, 5:3* Hewitt kann noch einmal verkürzen. Aber jetzt muss das Break her, sonst ist auch der zweite Satz weg.
6:2, 5:2* Noch immer kein enziger Breakball für Hewitt. Am nächsten kam er einem Service-Durchbruch noch im zweiten Service-Game Federers im ersten Satz, als es über Einstand ging.
6:2, 4:2* Hewitt wehrt irgendwie den Breakball Federers ab.
6:2, 4:1* Federer bestätigt das Break locker. Die Australier klatschen höflich, aber natürlich sähen sie hier gerne ein Spiel, das etwas ausgeglichener ist.
6:2, 3:1* Und das ist das Break! Hewitt muss sich etwas einfallen lassen, will er hier nicht sang- und klanglos untergehen...
6:2, 2:1* Souveränes Game von Federer, die Führung.
6:2, 1:1* Das wird Hewitt gut tun, ein Jeu blanc für die ehemalige Weltnummer 1.
6:2, 1:0* Auftakt nach Mass. Lleyton Hewitt wirkt jetzt doch einigermassen ratlos.
6:2* Roger Federer gewinnt den ersten Satz mit 6:2. Der Baselbieter verpulvert vorher aber gleich drei Satzbälle. Die Anfangseuphorie ist weg.
5:2* Das ist so souverän gespielt. Federer bestätigt das Break.
4:2* Da ist das Break! Hewitt nimmt sich eine Auszeit und Federer nutzt das eiskalt aus.
3:2* Ein Weltklasse-Schlag von Federer! Schlechter Volley, Hewitt mit dem Lob und Federer spielt den tatsächlich im Rückwärtslaufen mit einem Backhandsmash. Ein Winner der Extraklasse.
2:2* Hewitt tritt sehr aggressiv auf, versucht, Federer nicht ins Spiel kommen zu lassen. Ein lockeres Game für den Aussie.
2:1* Bei 0:15 geht Hewitt beim Return volles Risiko und verzieht knapp. Federer muss erstmals über Einstand, übersteht aber diese haarige Situation.
1:1* Auch Hewitt schlägt zwei Asse, gleicht aus.
1:0* Federer startet mit einem Ass, schliesst das Game mit einem Ass ab. Perfekt. Guter Auftakt für den Baselbieter.
+++ Es geht los. Federer serviert.
+++ Federer vor dem Match: «Wir kennen uns schon so lange, seit 15 Jahren. Und wir mögen uns, haben schon so oft gegeneinander gespielt, ich freue mich.»
+++ Beim US Open spielten die beiden zum letzten Mal gegeneinander und Hewitt gewann den ersten Satz. Am Ende setzte sich aber einmal mehr Federer mit 4:6, 6:3, 7:5 und 6:4 durch.
+++ Übrigens: Lleyton Hewitt wohnt nicht mehr in Australien, nein, er hat sich im Insel-Paradies auf den Bahams niedergelassen.
+++ Auf den Rängen ist super Stimmung. Auch das Wetter macht heute mit. Die Spieler sind noch in den Katakomben, es dauert also noch ein wenig, bis das Spiel starten kann.
+++ Bereits sagen 23 Partien haben die beiden Kontrahenten ausgetragen. Federer führt im Head-to-Head deutlich mit 17:6. Und der Baselbieter hat die letzten 14 Spiele allesamt gewonnen. Hewitts letzter Vollerfolg über Federer liegt schon über sechs Jahre zurück. Damals gewann der Aussie in einem denkwürdigen Davis-Cup-Match nach 0:2-Satzrückstand.
+++ Willkommen, liebe Tennis-Fan. Heute gibts einen echten Klassiker der letzten Jahre: Roger Federer trifft im Achtelfinal der Australian Open auf Lleyton Hewitt.
Das sagt die Statistik
Ganze 115 Minuten steht Roger Federer bei seinem lockeren Dreisatzsieg über Lleyton Hewitt auf dem Platz und gewinnt 102 von 179 gespielten Punkten. Er schlägt sieben Asse und bleibt ohne einzigen Doppelfehler. Zwar unterlaufen Federer 27 unerzwungene Fehler (18 bei Hewitt), allerdings gelingen ihm auch 49 Winner (18 bei Hewitt). Inbesondere mit der Rückhand überzeugt Federer erstmals im bisherigen Turnier. Steigerungsfähig sind die Netzangriffe: Nur 13 von 24 kann der Baselbieter siegreich gestalten (54%).