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Roger Federer, Sie haben gegen Novak Djokovic einen Passierball durch die Beine gespielt. War das der Schlag ihres Lebens?
Roger Federer: Ich glaube, das war der Schönste. Auch wenn ich den Schlag schon drei oder vier Mal erfolgreich in einem Match gemacht habe. Aber so wie das heute gelang.
Mit dieser Geschwindigkeit und dieser Genauigkeit, das passiert schon selten. Vor allem war das ja ein Halbfinal eines Grand-Slam-Turniers. Mit diesem Punkt zum Matchball gegen Novak Djokovic zu kommen, ist schon ein Wahnsinn.
Wohin zielt man?
Man zielt auf die Mitte des Netzes. Weil ich es aber nicht so genau traf, wurde es ein idealer Passierball.
Ich war immer relaxed auf dem Platz. Ich reagiere nicht mehr völlig verrückt auf dem Platz, ob jetzt nach guten oder schlechten Punkten. Weil ich weiss, dass ich noch so viele Punkte, Games und Matches in diesem Leben zu spielen habe.
Aber was den Druck der Medien angeht, der ist nach dem Titel in Paris und dem 15. Major-Triumph in Wimbledon etwas kleiner geworden. Ich habe also Pressekonferenzen, die jetzt relaxter sind. Vielleicht hat dies dann wiederum einen Effekt auf mein Spiel auf dem Platz.
Denn sicher bin ich erleichtert und glücklich, dass der Sommer so erfolgreich verlief. Wichtiger aber war, dass privat alles so gut ablief mit Mirka und den zwei Babys. Durch diese Schwangerschaft zu gehen war letztlich nicht so einfach.
Natürlich war Rafa durch die Probleme mit den Bauchmuskeln behindert. Aber ich bin trotzdem beeindruckt, wie DelPo ihn weggedrückt hat. Denn Nadal war vielleicht nicht hundertprozentig da. Aber er würde sicher nicht auf den Platz laufen, wenn er nicht überzeugt wäre, er könnte gewinnen.
Viel macht sein Service aus. Früher hat er erste Aufschläge mit einer Sicherheitsmarge und nur mit 180 Stundenkilometern ins Feld geschlagen. Jetzt sind es oft 230. Und seine Bälle sind alle sehr tief. Ich werde gegen ihn sicher versuchen, mehr zu variieren. Aber eines ist klar: Ich werde mir mein Geld sauer verdienen müssen.
Der Auftakt zu einem brillanten Winner: Federer nimmt den Ball ins Visier.- Reuters