Bald wieder Nummer 3? Federer besiegt den Paris-Fluch

  • Publiziert: 13.11.2011, Aktualisiert: 03.01.2012

Roger Federer schreibt Geschichte. King Roger gewinnt zum ersten Mal das Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy. Der Schweizer schlägt den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga im Final mit 6:1 und 7:6.

In seinem 99. Final gerät Federer zu Beginn gehörig in Bedrängnis. Tsonga erspielt sich gleich zwei Breakchancen, das französische Publikum ist schon ein erstes Mal aus dem Häuschen. Doch Federer beweist Nervenstärke und holt sich das Game. Auch für den Schweizer gibts viel Applaus von den Rängen, die Fans zeigen sich fair – und verneigen sich in der Folge vor dem grossen Meister.

Denn Federer trumpft gross auf. Der erste Satz dauert gerade mal 30 Minuten. Mit 6:1 fegt der Baselbieter die Nummer 8 der Welt weg. Beim Stand von 1:2 und 3:4 im zweiten Durchgang muss Roger zwar wieder Breakmöglichkeiten des «Tennis-Alis» abwehren, doch der Schweizer entscheidet die wichtigen Punkte stets zu seinen Gunsten.

Mit dem Turniersieg bewahrt sich Roger die Chance, in der Weltrangliste wieder an Andy Murray vorbeizuziehen. Um das Jahr doch noch vor dem Schotten abzuschliessen, könnte Federer (6670 Punkte) mit dem Triumph am Masters in London (gibt 1500 Punkte bei fünf Siegen) Murray (7380) überholen. Dieser dürfte aber nicht mit zwei Siegen in der Gruppe in den Final kommen.

Von diesen Rechenspielen einmal abgesehen: Federer ist der erste Spieler nach André Agassi, der Roland Garros und Paris-Bercy gewinnt. Dazu ist der Erste, der bei allen neun Masters-1000-Events – die höchste Stufe nach den Grand-Slam-Turnieren – mindestens einmal den Final erreichte. Jetzt fehlen ihm im Palmarès nur noch Monte Carlo und Rom.

Federer kommt nun auf 18 Masters-1000-Siege, nur Nadal hat einen mehr auf dem Konto. (ds/sh)

Das sagt Roger nach seinem Sieg

«Für mich geht ein Traum in Erfüllung», sagt der 16fache Grand-Slam-Sieger im Platz-Interview nach dem Final, wie üblich in fliessendem Fransösich.

Nach den Gratulationen an Gegner Tsonga («er hat ein Super-Turnier gespielt») bedankt er sich beim Publikum für die grosse Unterstützung über all die Jahre.

Er spreche nicht perfekt Französisch, gibt sich Roger bescheiden. Das nimmt ihm niemand in der Halle ab. Für Lacher sorgt Federer aber mit folgender Aussage: «Heute haben mich die Kinder um vier Uhr aus dem Bett geholt. Das ist nicht gerade die perfekte Vorbereitung.»

So lief das Match im Ticker

Tsonga – Federer 1:6, 6:7
Roger gewinnt zum ersten Mal in Paris-Bercy! Mit 7:3 entscheidet er das Tie-Break für sich. Lesen Sie in Kürze den Matchbericht auf Blick.ch.

Tsonga – Federer 1:6, 6:6*
Federer holt sich zwei Mini-Breaks und geht 4:0 in Führung!

Tsonga – Federer 1:6, 6:6*

Wir sind im Tie-Break! Zu Null beendet Roger dieses Aufschlaggspiel.

Tsonga – Federer 1:6, 6:5*
Der Franzose ist auf bestem Weg ins Tie-Break. Oder nimmt er Federer doch noch den Aufschlag ab?

Tsonga – Federer 1:6, 5:5*
Federer bleibt ungebreakt.

Tsonga – Federer 1:6, 5:4*
Mit einer unglaublichen Rückhand kommt Roger zu seiner ersten Break-Chance im zweiten Satz. Doch Tsonga hält dagegen, bringt sein Service-Game schliesslich noch ins Trockene.

Tsonga – Federer 1:6, 4:4*
Welch ein Game! Tsonga erkämpft sich mit einer etwas unkonventionellen Rückhand die zweite Breakchance im zweiten Satz. Und der Franzose scheint Rogers Service zu durchbrechen. Doch das Hawk Eye zeigt: Tsongas Ball war zu lang! Federer gleicht aus, der Franzose ist frustiert.

Tsonga – Federer 1:6, 4:3*
Es riecht nach Tie-Break. Der Franzose lässt nun nichts anbrennen und serviert Roger zu Null ab.

Tsonga – Federer 1:6, 3:3*
Roger gleicht wieder aus, Tsonga gelingt nur der Punkt zum 40:15. Wann zeigt der Franzose Nerven?

Tsonga – Federer 1:6, 3:2*
Der Tennis-Ali wirkt jetzt sehr sicher bei eigenem Aufschlag. Nichts zu machen für Roger.

Tsonga – Federer 1:6, 2:2*
Breakchance für Tsonga! Roger agiert beim Stand von 30:30 zu unentschlossen. Doch der Franzose riskiert zu viel und schlägt die Vorhand ins Aus. Federer begeht zwar den ersten Doppelfehler, aber er hält seinen Aufschlag. Auch beim bisher längsten Ballwechsel wahrt er die Geduld.

Tsonga – Federer 1:6, 2:1*
Der Franzose kann wieder vorlegen. Das muss er auch, will er hier nicht sang- und klanglos untergehen. Der erste Satz dauerte gerade mal 30 Minuten.

Tsonga – Federer 1:6, 1:1*
Roger putzt Tsonga bei eigenem Service wieder ab.

Tsonga – Federer 1:6, 1:0*
Der Franzose scheint jetzt den Tritt gefunden zu haben, Tsonga bringt seinen Aufschlag sicher durch.

Tsonga – Federer 1:6
Roger holt sich den ersten Satz! Federer schwächelt etwas, liegt 0:15 und 15:30 hinten. Doch dann kommt der erste Aufschlag wunschgemäss. Roger muss zwar über Einstand, doch den zweiten Satzball verwertet er mit einem Vorhand-Winner. Tsonga wird den beiden Breakmöglichkeiten im ersten Game des Spiels in der Satzpause sicher nachtrauern.

Tsonga – Federer 1:5
Jetzt bringt auch der Franzose seinen Service mit einem «jeu blanc» durch. Das ist wichtig für Tsongas Moral.

Tsonga – Federer 0:5
Zu-Null-Aufschlagsspiel von Roger! Jetzt kommt knüppeldick für Tsonga. Der Federer-Express rollt...

Tsonga – Federer 0:4
Wird das hier «der Quickie in Paris»? Roger nimmt Tennis-Ali Tsonga schon wieder den Aufschlag ab! Tsonga gerät 15:40 in Rückstand, zwei Breakmöglichkeiten für den Baselbieter. Der Franzose packt sein bestes Tennis aus, zieht den Kopf vorerst aus der Schlinge. Bitter für den Franzosen, den das Publikum aufzumuntern versucht: Bei Spielball trifft Tsonga wieder die Netzkante.

Tsonga – Federer 0:3
Es scheint so, als würde Roger einfach die wichtigen Punkte für sich entscheiden. Tsonga agiert keinesfalls schlecht, schnuppert an der Breakchance. Es geht über Einstand. Doch im richtigen Moment vermeidet Federer Fehler und packt den richtigen Service aus. Stark.

Tsonga – Federer 0:2
Erstes Aufschlagsspiel von Tsonga. Der Franzose serviert gut, setzt aber einen Stoppball ins Netz – 30:30. Dann folgt die erste Breakchance für Federer! Tsonga hat etwas Pech, sein Ball landet via Netzkante im Aus. Break für Roger!

Tsonga – Federer 0:1
Roger ist gleich in seinem ersten Service-Game gefordert! 15:40 und zwei Breakchancen für Tsonga, das Publikum ist schon ein erstes Mal aus dem Häuschen. Doch Federer beweist Nervenstärke und holt sich das Game. Auch für den Schweizer gibts viel Applaus.

++ Die beiden Tennis-Cracks wärmen sich auf. Gleich gehts los!

++ Tsonga hat hier übrigens 2008 gewonnen.

++ Einmarsch der Gladiatoren! Welch eine Stimmung in der Halle, als der Franzose Tsonga die Arena betritt, brandet extrem viel Applaus auf. Kein Wunder: Er ist hier der Lokalmatador.

++ Erstmals steht Roger Federer hier im Final. Besiegt er den Fluch in seinem 99. Final? Gegner ist Jo-Wilfried Tsonga (ATP 6), der Roger dieses Jahr zweimal bezwingen konnte (Wimbledon und Montreal), aber zuletzt an den US Open keinen Stich hatte gegen den Schweizer.

++ Herzlich willkommen zum Final des Masters-1000-Events in Paris-Bercy!

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Platz Name Land Punkte
1 Novak Djokovic SRB 11830
2 Andy Murray GBR 8560
3 Roger Federer SUI 7740
4 David Ferrer ESP 7220
5 Rafael Nadal ESP 6895
6 Tomas Berdych CZE 4515
7 Jo-Wilfried Tsonga FRA 4155
8 Juan Martin Del Potro ARG 3960
9 Richard Gasquet FRA 3135
10 Stanislas Wawrinka SUI 2810

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