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Roger Federer Fit wie ein Junior und das gewisse funkeln in den Augen.- Getty Images
Herr Paganini, wie fit ist Roger Federer derzeit?
Pierre Paganini: Derzeit ist er superfit. Wir trainieren schon bald zwei Wochen. Die Ferien haben ihm gutgetan.
In Wimbledon klagte er über Schmerzen. Worauf war das zurückzuführen?
Im Prinzip ist das ganz normal. Man spielt etwa 60-70 Matches pro Jahr. Da gibt es eben Spiele, in denen man eine kleine Verletzung mit sich herumschleppt, den Rücken spürt. Gerade auf Rasen. Er hat sich nicht so wohlgefühlt. Entsprechend tritt man mit weniger Selbstvertrauen an. Dann ist das Puzzle schon ein wenig gestört. Auf diesem Niveau haben kleine Dinge einen grossen Effekt.
Wie viel macht die Fitness bei Federer aus?
Es ist immer noch das Schönste, wenn alles stimmt. Als Mensch, als Athlet, als Spieler. Die Realität ist jedoch die, dass Roger, wie viele andere auch, sich immer mal wieder in Matches nicht hundertprozentig wohlfühlt. Er weiss, dass er die meisten Gegner bezwingen kann, auch wenn ihm ein Detail fehlt. Aber er weiss auch, dass es dann gefährlich wird.
Federer wird in einer Woche 29. Wie sehen seine Leistungsparameter im Vergleich zu früher aus?
Er ist genau gleich fit wie vor sechs Jahren oder vor drei Jahren. Exakte Zahlen gebe ich nicht heraus. Aber alle Messwerte, die man haben kann betreffend Explosivität, Schnelligkeit oder spezifischer Ausdauer, sind dort, wo sie sein müssen. Zudem hat er viel mehr Reife, weil er all die Jahre sehr diszipliniert trainiert hat. Tatsache ist: Man kann nicht jeden Tag umsetzen, was man alles im Koffer hat.
Das Alter ist kein Problem?
Mit 29 oder 30 Jahren ist man doch nicht alt. Aber in diesem Alter hat man schon sehr vieles sehr oft gemacht. Das ist der riesige Unterschied. Es ist nicht dein erstes Training, nicht dein erstes Spiel. Er hat bald 900 Matches in den Beinen und x-tausend Trainingseinheiten. Das spürt man einfach. Was sich jetzt ändert, ist nicht die Qualität des Athleten. Aber die Planung läuft anders. Man muss dem Körper ein wenig mehr Zeit geben, gewisse Dinge zu machen.
Die Statistik vieler früherer Topspieler zeigt, dass gerade mit 29 meist ein Leistungsknick kommt.
Es ist bei jedem anders. Agassi hatte einen langen Unterbruch zwischendurch. Wichtig ist die Bereitschaft. Was mich begeistert hat in den zwei Wochen: Der kommt ins Training mit einer Frische im Kopf, als wäre er ein Junior. Ich bin fasziniert. Es funkelt in seinen Augen. Wenn man ihm sagt, jetzt hast du eineinhalb Tage frei, sagt er: Vielleicht ist es morgen schön, vielleicht kann man trainieren. Das zeigt mir, dass er den mentalen Saft hat.
Dann tickt Federer anders?
Vielleicht waren andere weniger tennisverliebt. Roger liebt Ballsportarten. Roger liebt das Pickeln. Darum spielt er. Aber was er bisher gemacht hat, hat ihn auch viel Energie gekostet. Das muss man respektieren. Roger trainiert gleich viel. Man muss es nur anders aufteilen. Dasselbe Quantum, anders dosiert.
Was denken Sie, wenn Leute sagen, seine Zeit laufe langsam ab.
Wenn einer am Stammtisch mit dem Bier in der Hand so etwas sagt, dann soll er das sagen. Denen kann man nicht böse sein. Weil sie es nicht besser wissen. Was mich irritiert, sind sogenannte Spezialisten, die nach jeder Niederlage das Ende heraufbeschwören. Wer Tennis spürt, sollte zu einem anderen Urteil kommen.
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Paganini: «Federer ist so frisch wie ein Junior.»