BRADENTON - Dieser Mann hat Tennis-Cracks wie Seles und Scharapowa zu Stars gemacht. Nick Bollettieri hat auch das Stöhnen dieser Stars gefördert.
Nick Bollettieri ist vor allem dafür bekannt, in seiner «Tennis-Academy» immer wieder grossartige Talente auszubilden, die den Sprung an die Weltspitze schaffen. Seine bekanntesten Schützlinge: Andre Agassi, Monica Seles, Maria Scharapowa, Martina Hingis und zuletzt auch Maria Larcher de Brito.
Augenscheinlich ist auch: Seles, De Brito und Scharapowa sind jene Akteure, die für das Stöhnen auf dem Platz besonders berüchtigt sind oder waren. Das hat einen Grund.
«Wir lehren die richtige Technik fürs Ein- und Ausatmen. Spieler stöhnen, weil es dabei hilft, Energie rauszulassen. Es ist natürlich und wird nicht gezielt eingesetzt, um den Gegner zu schädigen», sagt Bollettieri, der «Vater der Stöhnenden».
Nicht weniger als zehn Spielerinnen und Spieler hat Bollettieri auf den ersten Rang in der Weltrangliste geführt. Pikant: Ausgerechnet Martina Hingis ist die einzige Spielerin, die nicht für ihr Stöhnen bekannt ist. Sie ist dann wohl die Ausnahme, welche die Regel bestätigt.
Lebemann Bollettieri
Nick Bollettieri weiss, wie man das Leben geniesst. Der inzwischen 77-Jährige hat fast so oft geheiratet, wie er Tennis-Spieler auf den Thron geführt hat. Inzwischen ist der «Vater der Stöhnenden» zum achten Mal verheiratet – und das schon seit fünf Jahren. Das ist persönlicher Rekord.
Als junger Mann diente Bollettieri als Marine. Danach studierte er Recht an der Universität von Miami. Weil der Sunnyboy nicht reüssierte, machte er als Tennistrainer Karriere. Seit 1978 betreibt Bollettieri seine Tennis-Academy, durch die er Berühmtheit erlangte.
Bollettieri-Academy
Nick Bollettieris Lebenswerk ist seine Tennis-Academy. Auf dem 769.000 m² grossen Gelände, das sich in Bradenton an der Westküste Floridas ca. 80 Kilometer südlich von Tampa befindet, bildet Bollettieri Tennis-Talente aus.
Neben zehn ehemaligen Weltranglistenersten führte Bollettieri auch etliche weitere Profis in die erweiterte Weltspitze. Die Tennis-Academy blieb trotz Leistungzentren für Schwimmer, Basketballer oder Fussballer immer Bollettieris grösster Erfolg und feierte 2008 ihr 30-jähriges Bestehen.