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Es ist eine kleine Überraschung, dass Roger Federer auf das Doppel verzichtet – erstmals seit Juli 1999 (in Belgien), wenn er im Davis Cup dabei ist.
Einerseits ist wohl die Müdigkeit nach den US Open und dem Einzel vom Freitag zu gross, anderseits vertraut Federer wohl auf die Stärke seiner Kumpel Stan Wawrinka und Marco Chiudinelli, auch ohne ihn zu gewinnen.
Keine Harmonie zwischen den beiden
Allerdings zu Unrecht: Erst einmal – vor sechs Jahren in Basel – haben der Lausanner und der Baselbieter zusammengespielt und in der ersten Runde verloren. Auch diesmal stimmt die Harmonie nicht. Wawrinka schlägt äusserst schlecht auf, Chiudinelli wirkt am Netz und bei den Returns sehr unsicher. Bei den Italienern ist Simone Bolelli überragend, Potito Starace zumindest solide.
Im ersten Satz verliert Wawrinka zweimal seinen Aufschlag, im zweiten kassiert er das entscheidende Break zum 4:5. Als der Romand auch im dritten Satz gleich wieder seinen Aufschlag abgibt (zum 1:2), muss das Racket dran glauben.
Die Zerstörungsaktion wirkt aber befreiend. Endlich kommen die beiden Schweizer besser ins Spiel und schaffen ihrerseits erstmals ein Break. Von da an ist das Spiel ausgeglichen. Angefeuert von einer roten Wand, bestehend aus rund 400 lautstarken Supportern, die den italienischen Tennisfans locker Paroli bieten, steigern sich «Stan» und «Chiudi» von Minute zu Minute.
Zu schwach bei eigenem Service
Im Tie-Break werden sie aber von der alten Schwäche eingeholt. Mit nur einem gewonnenen Punkt bei eigenem Service ist gegen die soliden, aber keineswegs überragenden Italiener kein Blumentopf zu gewinnen. Nach genau 2:30 Stunden gehört auch der dritte Satz und der Match den Azzurri.
Roger Federer hatte bereits nach dem zweiten Satz genug. Nun muss es – wieder einmal – der Maestro richten. Im ersten Einzel vom Sonntag wird Federer wohl den dritten Punkt holen, der für den Verbleib in der Weltgruppe nötig ist.
Egal, gegen wen er antritt. Die Italiener werden wohl ihren erkrankten Teamleader Andreas Seppi durch Starace ersetzen müssen.