Djokovic ist unschlagbar! Becker war der letzte Stein in Noles Erfolgs-Puzzle

Erst belächelt, jetzt gefeiert: Erfolgscoach «Bumm-Bumm»-Becker hat den «Djoker» unbesiegbar gemacht. Ein Kommentar von BLICK-Tennis-Reporter Simon Häring.

Djokovic lässt Coach Becker schluchzen

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Platz Name Land Punkte
1 Novak Djokovic SRB 16950
2 Andy Murray GBR 8915
3 Roger Federer SUI 6425
4 Rafael Nadal ESP 5335
5 Stan Wawrinka SUI 5035
6 Kei Nishikori JPN 4155
7 Milos Raonic CAN 3175
8 Dominic Thiem AUT 3175
9 Tomas Berdych CZE 2950
10 Richard Gasquet FRA 2905

Tennis

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BLICK JOURNALIST HÄRING play
BLICK-Tennis-Reporter Simon Häring. TOTO MARTI

Wer Novak Djokovic bei seinem sechsten Melbourne-Triumph beobachtet hat, muss zum Schluss kommen: nur ein Roboter kann diesen Mann schlagen. Für alle anderen ist der Serbe unschlagbar. Auch dank Boris Becker, der wieder Anerkennung statt Spott erntet.

Was macht Djokovic so stark? Er hat nicht die Kraft eines Rafael Nadal, nicht die Grundlinien-Schläge eines Stan Wawrinka oder die Brillanz eines Roger Federer. Und doch hat gegen ihn keiner eine Chance. Nicht die Vorhand, nicht der Aufschlag, nicht die Rückhand ist sein Geheimnis.

Das Geheimnis seines Erfolgs liegt dort, wo Tennis-Matches entschieden werden: im Kopf. Dass er auch einen Match gewinnt wie jenen im Achtelfinal gegen den Franzosen Gilles Simon in dem ihm 100 Fehler unterlaufen, sagt alles über seine Nehmer-Qualitäten.

Australian Open Tennis play
Beckers Präsenz lässt Djokovic glauben, er sei unschlagbar und unverwundbar. AP

Jahrelang steht er im Schatten von Federer und Nadal. Djokovic – die ewige Nummer 3. Aber der Serbe ist vom Erfolg besessen, mehr als alle anderen. Er stellt die Ernährung um, wird dünner, drahtiger, und zum perfekten Tennis-Athleten.

Der letzte Stein im Erfolgs-Puzzle ist Boris Becker. Dessen Präsenz lässt Djokovic glauben, er sei unschlagbar, unverwundbar. Unzählige Einträge in die Rekordbücher sind die Folge. Becker warnt: «Novak ist noch lange nicht am Ende.» Sein Mann ist derzeit unschlagbar.

Mit unbedarften Äusserungen wie jenen zu Federers Halbvolley-Return «Sabr» («Wir hätten ihn einfach abgeschossen») oder zur Beziehung der beiden Konkurrenten («Es ist ein offenes Geheimniss, dass Djokovic und Federer sich nicht wirklich mögen») legt Becker immer wieder Feuer.

Umso überraschender ist, dass er nun ein Erfolgstrainer ist. Noch vor zwei Jahren fand Boris Becker, der wegen eines Hüftleidens nur noch aus dem Stand Tennis spielen kann, nur in den Klatschspalten statt. Es gab kaum ein Fettnäpfchen, das das einstige Tennis-Idol ausliess.

Nach seinem Karriereende im Jahr 1999 zeugt er in der «Besenkammer-Affäre» ein uneheliches Kind, spricht danach von «Samenraub». Er muss sich wegen Steuerbetrugs verantworten und treibt die Angestellten seiner Finca auf Mallorca in den finanziellen Ruin.

Den traurigen Tiefpunkt der Becker-Charade bildet ein Auftritt in einer TV-Show, wo sich der einstige Tennis-Held Deutschlands mit einer Fliegenklappen-Mütze der Lächerlichkeit preisgibt. Ausserhalb des Tennis-Zirkus ist Becker gescheitert. Kaum zurück ein gefeierter Trainer.

Becker ist für Djokovics Erfolg mindestens so wichtig wie der Serbe umgekehrt dafür, dass Becker nun wieder Anerkennung statt Spott erntet. Eine Kombination, die nur Sieger kennt. Zwei Fliegen auf einen Streich – die Fliegenklappen-Mütze als Symbol des Erfolgs.

Als Grösster aller Zeiten geht trotz Djokovics Dominanz aber noch ein anderer in die Geschichte ein: Roger Federer. Weil sein Repertoire im Gegensatz zu jenem des Serben vollständig ist. Eine Erfolgsgarantie ist das indes nicht. Das hat auch Melbourne wieder gezeigt.

Publiziert am 01.02.2016 | Aktualisiert am 04.02.2016
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30 Kommentare
  • Kurt  Stauffer aus George
    02.02.2016
    Ob Becker für die Überlegenheit von Djokovic im momentanen Tennis der wirkliche Grund ist, kann nur Djokovic selber beurteilen!Wie sollten wir aussenstehende dies beurteilen können!Solange Becker seine Hetzereien gegenüber anderen unterläst wird er eher als Coach akzeptiert!.Was eher komisch erscheint ist,dass die Serbische Presse,nun einen Tennischampion als Staatspräsidenten fordern!Was hat den wieder einmal ein Tennisspieler mit Politik zu tun.
  • Peter  Montanari aus Rayong
    02.02.2016
    Djokovic ist nicht dank Boris Becker der Beste. Sondern trotz Boris Becker.
  • daniel  weidmann 01.02.2016
    nole ¨braucht becker bestimmt nicht!eher umgekehrt becker braucht nole weil er keine kohle mehr hat!!!!
  • Wolfgang  Gallin aus Berlin
    01.02.2016
    r.f. ist für mich der größte aller zeiten. der anstand verlangt aber von mir, dass ich diese großartige leistung von djokovic anerkenne. alles andere wäre unsportlich! glückwunsch, herr djokovic.
  • Paul  Bosshart 01.02.2016
    Fakt ist,dass Tennis ist für die nächsten Jahre kaputt