Die Wawrinka-Bilanz 2016 Stan, der Mann der Extreme

Das Tennis-Jahr 2016 endet für Stan Wawrinka in London mit einer Niederlage. Ein Rückblick auf ein turbulentes Tennis-Jahr, in welchem der Sieg an den US Open alles überstrahlte.

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Tennis

Platz Name Land Punkte
1 Andy Murray GBR 12560
2 Novak Djokovic SRB 11780
3 Milos Raonic CAN 5290
4 Stan Wawrinka SUI 5155
5 Kei Nishikori JPN 5010
6 Gael Monfils FRA 3625
7 Marin Cilic CRO 3605
8 Dominic Thiem AUT 3415
9 Rafael Nadal ESP 3195
10 Tomas Berdych CZE 3060
17 Roger Federer SUI 1980

Tennis

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Im Fall von Stan Wawrinka ist der Grat zwischen Genie und Wahnsinn schmal.

Im dritten Jahr in Folge steht er in einem Grand-Slam-Final. Zum dritten Mal gewinnt er es. Zum dritten Mal bezwingt er im Final die amtierende Nummer 1. Genial! Alle anderen 20 (!) Duelle gegen den jeweiligen Weltranglisten-Ersten hat er verloren. Inklusive des gestrigen gegen Murray. Wahnsinn. Es ist diese unerklärliche Ambivalenz, die ihn zum Besten des Rests gemacht hat.

Das Glanzlicht und die dunklen Seiten

«Zeigt Stan sein bestes Spiel, ist er unschlagbar», sagt Murray, seit knapp zwei Wochen die Nummer 1 der Welt. Wawrinka gewinnt 2016 in Chennai, in Dubai – und in Genf erstmals ein Turnier in der Schweiz. 

Sein Jahreshöhepunkt ist der Triumph an den US Open. 6,2 Millionen Franken Preisgeld verdient er. Es sind die Glanzlichter seines besten Jahres. Auf der anderen, dunklen Seite stehen vier Startniederlagen – zuletzt in Paris gegen einen Qualifikanten.

Stan ist ein Mann der Extreme. Kommt er in die Schweiz, verkriecht er sich am liebsten in seinen vier Wänden. Auf dem Court zelebriert er das Spiel mit der Menge. Fünf Minuten vor dem Final bei den US Open bricht er in Tränen aus und zittert am ganzen Körper. Auf dem Platz zeigt er keine Schwäche. «Obwohl ich litt, zeigte ich keine Anzeichen des Schmerzes», sagt er nach dem Triumph.

Auch dass er nach dem Sieg nicht nur Freude, sondern auch Leere verspürt. Tränen kullern dem oft reserviert und schüchtern Wirkenden über die Wangen. Noch bevor er die Trophäe in Empfang nimmt, steigt er auf der grössten Tennis-Bühne der Welt in seine Box. Umarmt alle und küsst Freundin Donna Vekic (20). Vorher hat er sein Privatleben vehement verteidigt und zum Tabuthema erklärt.

Welcher Stan steht denn heute auf dem Platz?

Er habe sich weiterentwickelt, sagt Stan. «Ich habe gelernt, mich zu öffnen, neugierig zu sein auf alles und nicht nur in meinem Zimmer zu bleiben.» Er spricht offen über Gefühle und seine verletzliche Seite. Er sagt, er habe manchmal das Gefühl, dass zwei verschiedene Spieler auf dem Platz stünden. Und doch ist es immer Stan Wawrinka, das Teilzeit-Genie. Es hat auch in diesem Jahr wieder zugeschlagen.

Publiziert am 19.11.2016 | Aktualisiert am 20.11.2016
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4 Kommentare
  • Thomas  Zürcher 19.11.2016
    Das Stan einer der ganz grossen ist im heutigen Tenniszirkus das hat er schon mehrmals bewiesen.Spielt er sein bestes Tennis, lässt er sich von niemandem aufhalten.Aber der Romand wird NIE das Niveau erreichen können wie die "Big Four" Giganten Federer,Nadal,Djokovic und Nadal dazu fehlt ihm einfach die Konstanz.Seine Leistungsschwankungen sind nicht zuletzt auf die psychische Instabilität zurückzuführen. Zudem überwiegt zuweilen rasch die Frustration, worauf er sich manchmal selber schlägt.
  • Hans  Moser aus GÖRLITZ
    19.11.2016
    Top Spieler, Top Athlet, und ein toller Mensch! Danke für Deine Auftritte Stan the Mann!
  • Abbas  Schumacher aus Basel
    19.11.2016
    Tennis spielen kann er, dass hat er schon oft bewiesen. Aber was geht dem während eines Spiels nicht alles durch den Kopf? Geht alles gut, Finger an die Schläfe, geht es schlecht, dann stimmt es mit der Konzentration nicht, dann fehlt es vielleicht auch noch an der Motivation zur rechten Zeit? Nun ja Wawrinka, viel Glück in Zukunft!
  • Grunder  Albert 19.11.2016
    Wunderschöner Artikel, grosses Kompliment an den Verfasser Simon Härig! Ich spiele Tennis seit 5 Jahren und in seither verliebt in diesen Sport und bewundere solche Genies wie unseren Wawrinka. Es kommt auch immer auf die Tagesform an. Nicht jeden Tag wacht man auf mit einem einwandfreien Selbstbewusstsein. Wawrinka gönne ich jeden Sieg, seine Rückhand ist der absolute Wahnsinn. Jeder der jemals einen Grandslam gewann ist in dem Moment der allerbeste Spieler. Nummer 3 in der Welt ist Phenomenal!