Deshalb ist Mitleid fehl am Platz: Keine Gnade für Maria!

Keine Begünstigung für Superstars im Kampf gegen Doping, meint Patrick Mäder, der stellvertretende Sport-Chefredaktor.

Top 3

1 Grimassen, Selfies und Videos Stan Wawrinka wird zum Teenie-Helden
2 Stan an French Open in Viertelfinals Wawrinka trotzt Gegner, Regen und...
3 Wawrinka erfüllt Bubentraum «Hab den Balljungen gefragt, ob er...

Tennis

Platz Name Land Punkte
1 Novak Djokovic SRB 16150
2 Andy Murray GBR 8435
3 Roger Federer SUI 7015
4 Stan Wawrinka SUI 6315
5 Rafael Nadal ESP 5675
6 Kei Nishikori JPN 4470
7 Jo-Wilfried Tsonga FRA 3355
8 Tomas Berdych CZE 2850
9 Milos Raonic CAN 2785
10 Marin Cilic CRO 2775

Tennis

Immer informiert - Abonnieren Sie den BLICK Sport Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK Sport News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Newsletter erhalten?
teilen
teilen
3 shares
27 Kommentare
Fehler
Melden
SP-Maeder-Patrick-31757.jpg play
Stv. Chefredaktor Sport Patrick Mäder

Man denkt, das kann passieren, und hat fast ein bisschen Mitleid mit der reichsten Sportlerin der Welt. Tennis-Ass Maria Scharapowa ist des Dopings überführt. Sie nahm jahrelang ein Mittel, dass nun seit Januar neu auf der Dopingliste steht. Sie nahm es auch noch im Januar während den Australian Open, wo sie im Achtelfinal Belinda Bencic 7:5, 7:5 besiegte.

Man denkt, endlich mal eine die hinsteht und den Fehler eingesteht, nicht nach lächerlichen Ausreden sucht. Niemand hat ihre Zahnpasta manipuliert, niemand hat ihr in der Disko Pillen angedreht. Grund war auch nicht das Fleisch von hormonverseuchten Rindern. Keine Skurrilitäten, wie sie andere Überführte schon zur Verteidigung anführten.

Nein, Scharapowa hat das Mail nicht angeschaut, dass die Antidoping-Agentur und der Tennisverband an die Sportler verschickt hatte, um unter anderem darüber zu informieren, dass das Mittel Meldonium neu auf der Dopingliste steht. «Ich habe einen grossen Fehler gemacht», sagt sie. Und man denkt: sympathisch eigentlich.

Aber halt. Denkt man da nicht zu naiv? Spitzensportler wie Scharapowa lassen keine Details aus, wenn es um den Erfolg geht. Da ist alles durchgeplant, verwissenschaftlicht, kontrolliert. Da gibt es keine Zufälle. Nicht beim Training, nicht bei der Ernährung, nicht bei der medizinischen Versorgung, nicht beim Staff. Scharapowa hat einen riesigen Stab von Ärzten und Physiotherapeuten um sich herum. Fast nicht zu glauben, dass in diesem Fall alle versagten.

Und: Sind nicht gerade die Russen in Verdacht, ihre Sportlerinnen und Sportler systematisch zu dopen? Im Zuge der jüngsten Skandal-Enthüllungen wurde der ganze russische Leichtathletik-Verband vorübergehend weltweit suspendiert. Es droht gar der Ausschluss von den Olympischen Spielen im August in Rio.

Die 28-jährige Russin, ehemalige Numer 1 im Frauentennis, sagt, sie nehme das Medikament seit zehn Jahren, weil es in ihrer Familie mehrere Fälle von Diabetes gegeben habe und sie seit Jahren mit gesundheitlichen Problemen kämpfe. Tatsächlich wird Meldonium unter anderem zur Bekämpfung von Diabetes, mangelnder Durchblutung und Sauerstoffversorge eingesetzt. Bei Sportlern führt das Medikament aber auch zu einer allgemeinen Leistungssteigerung, die Erholungsphase wird verkürzt und die Motivation gesteigert.

Nun hofft Scharapowa auf ein mildes Urteil des Internationalen Tennisverbandes. Sie will ihre grosse Karriere nicht so besudelt beenden müssen. Und man denkt sich, vielleicht wäre es besser und effizienter im Kampf gegen Doping, wenn man jetzt rigoros durchgreifen würde.

Keine Begünstigung für Superstars. Endlich ein Zeichen setzen: so nicht! Nike, TAG Heuer und Porsche haben schon mal gehandelt und die Verträge mit der Russin sistiert. Gut so!

Publiziert am 08.03.2016 | Aktualisiert am 10.03.2016
teilen
teilen
3 shares
27 Kommentare
Fehler
Melden
Verbotene Substanz namens «Meldonium» Scharapowa positiv auf Doping getestet!

TOP-VIDEOS

27 Kommentare
  • Felix A.  Eberwein aus Andora
    09.03.2016
    Natürlich hat sie wissentlich gedopt - und das seit 10 Jahren - klar es stand nicht auf der Dopingliste hat aber die gleiche Wirkung zur Leistungssteigerung - zumindest ist das moralisch verwerflich und unsportlich. Von den russischen ÄRZTEN verschrieben! - Hingis hat 1x Kokain genommen und laut Prominentenliste sogar die Höchststrafe von 2 Jahren bekommen!
    Richard Gasquet (2009): Kokain (zweieinhalb Monate) - Mats Wilander (3 Monate), Karel Novacek (3 Monate) beide Kokain!
    • Philipp  Bloecker 09.03.2016
      Mal wieder ein Haufen Quark. Sie vergleichen tatsächlich Meldonium mit Kokain? Und inwiefern kann Scharapowa zehn Jahre «wissentlich gedopt» haben, wenn Meldonium in diesen zehn Jahren bekannt und als legal eingestuft war?
    • Felix A.  Eberwein aus Andora
      09.03.2016
      Habe ich die vielen "Daumen nach unten" bekommen wegen dem Hingis - Vergleich oder weil ich der Scharapowa moralisch verwerflich und Unsportlichkeit vorgeworfen habe? Würde mich doch interessieren!
    • Felix A.  Eberwein aus Andora
      09.03.2016
      Blööcker - lies mal richtig und schiess nicht einfach in die Luft! Ich vergleiche nicht Meldonium mit Kokain - sondern die unterschiedlichen Sperren der Kokainsündern! Scharapowa gibt ja zu wissentlich Meldonium genommen zu haben. Dopen heisst Mittel zur Leistungssteigerung nehmen - nur weil es zufällig nicht auf der Dopingliste steht ist es sicher nicht wirkungslos - es ist nur nicht illegal. Es ist augenfällig dass du krampfhaft versuchst mich zu "belehren". - Ist wie beim "Vonn-Thema, gell?
    • Kuder  Wälsch aus Hintertupfig
      09.03.2016
      Andora, oder Andorra?
    • Philipp  Bloecker 09.03.2016
      Dopen – laut Duden «durch verbotene Substanzen zu einer [vorübergehenden] sportlichen Höchstleistung zu bringen versuchen», laut Wiktionary «unerlaubte Substanzen oder Methoden zur Leistungssteigerung anwenden». Noch einmal, da man Sie anscheinend krampfhaft belehren muss: Meldonium war die zehn Jahre nicht illegal, also hat Scharapowa eben nicht «natürlich wissentlich gedopt».
      Solange Scharapowa nicht des Kokainkonsums überführt wurde, brauchen Sie mit Kokain gar nicht anzufangen. Pun intended.
    • Anna  Rusch 10.03.2016
      Wer sagt, dass Hingis nur 1x Kokain nahm und nicht mehrmals?
    • Felix A.  Eberwein , via Facebook 11.03.2016
      @Kuder Wälsch aus Hintertupfig - es ist Andora - und wo liegt dein Hintertupfig?
    • Felix A.  Eberwein , via Facebook 11.03.2016
      @Kuder Wälsch aus Hintertupfig - es ist Andora - und wo liegt dein Hintertupfig?
    • Felix A.  Eberwein , via Facebook 11.03.2016
      @Anna Rusch - Durch die Haarprobe kann ein längerfristiges Kokainkonsum festgestellt werden! Im übrigen ist nicht bewiesen worden dass sie das Kokain wissentlich eingenommen hat - aber eben - Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Hätte sie das gleiche Mittel wie Sharapowa genommen wäre das viel effektiver gewesen und erst noch juristisch - aber nicht moralisch - legal.
  • Willy  Bald 09.03.2016
    Weshalb soll ich mit jemandem, der 30 Millionen im Jahr verdient, Mitleid haben ?
    • Markus  Hunziker aus Chur
      09.03.2016
      Weil Geld nicht alles ist!!! Es ist icht so, dass ich Mitleid mit ihr habe. Aber es gibt doch tatsächlich Menschen, die tun Dinge nicht des Geldes wegen!
  • John   Kling aus venosa
    09.03.2016
    Sie soll so hart bestraft werden, wie einst Martina Hingis!
    • Anna  Rusch 10.03.2016
      Nein alles war zu Milde, nur Lebenslang ist ein Zeichen in die richtige Richtung uns für einen saubereren Sport! Diese Leute kehren dann zurück und lassen sich feiern als sei nichts gewesen, dass kann es nicht sein! Solche ehem. Sportler will man nie mehr sehen um andere um ihre Chancen zu bringen!
  • Andreas  Gichtl 08.03.2016
    Hört das Geschrei auf dem Platz endlich auf?!
  • Ruedi  Lanz aus Aarburg
    08.03.2016
    Wenn man alle Sündigen finden und sperren würde, hätten die Veranstalter bald Mühe, noch genügend Teilnehmer zu finden. Jedenfalls verwundert mich schon seit Jahren, dass man Dr. Fuentes Klient, namens Rafael Nadal, kein einziges Mal erwischt hat!
    • Felix A.  Eberwein , via Facebook 11.03.2016
      @Ruedi Lanz - vielleicht nahm er das Gleiche - hat es aber rechtzeitig abgesetzt?