«Der FCB wird Schweizer Meister!»

  • Publiziert: 10.01.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Marcel Hauck aus Doha

Roger Federer ist bekennender Fussball-Fan. Er freut sich auf die Fussball-WM in seiner zweiten Heimat Südafrika — und ist traurig, dass er nicht dabei sein kann.

Viel Grund zur Freude hat Roger Federer am Freitagabend nicht: Zwei-Satz-Niederlage gegen Nikolaj Dawidenko beim ersten Turnier des Jahres in Doha – nach den World Tour Finals letzten November in London haut der Russe ihn zum zweiten Mal in den Halbfinals raus. Zuvor bezwang der Schweizer ihn in allen zwölf Begegnungen. Federer verpasst damit das reizvolle Duell gegen Erzrivale Nadal.

Und zudem schmerzt der Arm. Doch die Nummer 1 wiegelt ab: «Das mit dem Arm ist halb so schlimm», beruhigt er. «Es war unangenehm beim Spielen, aber stark behindert hat es mich nicht.» Zudem habe er nun bis zu den Australian Open (Start Montag in einer Woche) genügend Erholungszeit. Diese wird er aber auch dazu nutzen, ab heute in Australien an seinem Spiel zu feilen.

Unzufrieden ist er nicht mit seinen ersten sechs Partien des Jahres (vier Ernstkämpfe, zwei Exhibition-Matches). «Ich bewege mich sehr gut», freut er sich über seinen Fitnesszustand. Aber: Es schleichen sich noch zu viele Fehler in sein Spiel ein. Diese darf er sich an den Australian Open nicht erlauben, wenn er diese zum vierten Mal gewinnen will.

«Auch bei den Angriffen ans Netz muss ich konsequenter sein», übt Federer Selbstkritik. Er glaubt indes, dass ihm die Bedingungen in Australien entgegenkommen werden. «Es ist heisser, der Ball reagiert besser auf den Spin. Kurz: Da kann ich kreativer spielen.» Ein klarer Vorteil für den Tennis-Magier.

Magisch hat sein Lieblings-Fussballklub Basel in der Hinrunde nicht immer gespielt. Sieben Punkte beträgt der Rückstand auf Leader YB. Für den prominentesten FCB-Fan kein Problem. «Klar, ich glaube daran», kommt die Antwort ohne zu zögern. «Der FCB wird Schweizer Meister!»

Federers Optimismus hat einen Namen: Rückkehrer Alex Frei. Im letzten Sommer kursierten sogar Gerüchte, Federer sei an der Finanzierung des 15-Millionen-Transfers beteiligt gewesen (BLICK vom 18. Juli 2008). Damals gab es vom Tennis-Star nur ein knappes «kein Kommentar».

Nun wird er konkreter und räumt mit sämtlichen Gerüchten auf: «Nein, ich bin an diesem Transfer nicht beteiligt.» Auf die Idee, sein beträchtliches Vermögen (zwischen 100 und 200 Millionen Franken) in den Fussball zu investieren, sei er noch nie gekommen, sagt Federer kopfschüttelnd.

Eine besondere Bedeutung für ihn hat aber der grösste Sportanlass des Jahres 2010 – die Fussball-WM. Mutter Lynette Federer ist in der Nähe von
Johannesburg geboren und aufgewachsen, Südafrika für Roger deshalb eine Art zweite Heimat. Live dabei sein kann er nicht. Und er bedauert das sehr. «Der Besuch einer WM oder EM ist für mich fast immer unmöglich, das ist schon leicht enttäuschend.» Grund: Genau in der Zeit ist er jeweils an den Grand-Slam-Turnieren in Paris und Wimbledon engagiert.

Vor zwei Jahren reichte es immerhin für den Besuch der EM-Gruppenpartie Italien – Frankreich im Zürcher Letzigrund. Dieses Jahr wird Federer wieder aus der Ferne Daumen drücken — der Schweiz und Südafrika. «Klar, dass das meine Favoriten sind», sagt er. Während dem Turnier kristallisiere sich meist noch ein dritter Liebling heraus. «Je nachdem, wer attraktiven Fussball spielt.» Häufig sei das deshalb Brasilien.

Den Schweizern traut er mindestens das Erreichen der Achtelfinals zu. «Aber ein Einspielen ist nicht möglich, es muss von Anfang an alles stimmen.» Ebenso wichtig ist Federer aber etwas anderes: «Ich hoffe, es wird eine gute WM, auch organisatorisch und stimmungsmässig.» Denn eines sei klar: «Alle Augen werden auf Südafrika gerichtet sein.»

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