Halle nicht mal halbvoll Chiudinelli: «Ich habe es befürchtet»

Als Marco Chiudinelli (31) zu seiner Zweitrundenpartie gegen Richard Gasquet (26) antritt, herrscht in der St. Jakobs-Halle gähnende Leere.

  • Publiziert: 25.10.2012, Aktualisiert: 18.04.2013
  • Von Simon Häring

Die Federer-Festspiele an den Swiss Indoors in Basel haben auch ihre Schattenseiten. Das musste am Mittwochabend einmal mehr Rogers Davis-Cup-Kumpel Marco Chiudinelli (ATP 149) erfahren.

Bei seinem Spiel gegen den Franzosen Richard Gasquet (26), immerhin die Nummer 13 der Welt und in Basel als Nummer 3 gesetzt, ist die St. Jakobs-Halle nicht einmal zur Hälfte gefüllt. «Es war so wie erwartet, es war ja zu befürchten. Aber klar war ich enttäuscht», sagt Chiudinelli.

Besonders bitter ist das, weil die Swiss Indoors auch für Chiudinelli das Heimturnier sind. Aber an Tagen, an denen Federer spielt, absorbiert der Maestro die ganze Aufmerksamkeit der Zuschauer. «Publikumstechnisch sind die Spiele nach Roger halt immer schwierig», beschwichtigt auch Chiudinelli.

Dass die Halle am Schluss nicht noch etwas voller wurde, schreibt der 31-Jährige auch sich selbst zu. «Es soll keine Ausrede sein, denn ich habe auch nicht gut gespielt. Wenn das Spiel länger dauert, kommen die Leute wieder zurück. Nach zwei Stunden Tennis müssen sie sich halt auch die Beine vertreten.»

Doch so lange steht Chiudinelli an diesem Abend gar nicht im Einsatz. Nach nur 65 Minuten steht seine 1:6, 4:6-Niederlage fest. Der Verlierer nimmts mit Humor: «Am Anfang war ich fast froh, dass nicht mehr Leute da waren, so schlecht habe ich gespielt.»

Freuen kann sich Chiudinelli immerhin über die knapp 18’000 Franken Preisgeld. Auch in der Weltrangliste dürfte er sich um rund zehn Positionen verbessern. «Wenn du mit einer Wildcard ins Turnier kommst, musst du zufrieden sein, wenn du ein Spiel gewinnst», resümiert der Baselbieter.

Beliebteste Kommentare

  • Dominic  Wolfgang , Frenkendorf , via Facebook
    Der Titel des Artikels ist falsch. Er müsste lauten: "Kein Schwein interessiert sich fürs Tennis". Abgesehen von Federer kennen die ignoranten Schweizer keine Spieler. Als ich 2010 an den Swiss Indoors war, und Berdych spielte schon damals die Nr. 6 der Welt und Wimbledon-Finalist desselben Jahres war die Halle praktisch leer. Und als dann Roddick sein Spiel bestritt, fragte eine etwas korpulente Dame in impertinent rot leuchtendem Schweizer-Shirt, wer denn dieser Mann mit der Mütze sei.
    Tut mir ja leid, das sagen zu müssen, aber mit diesem unkundigen und engstirnigen Publikum haben die Swiss Indoors es nicht verdient, der 500er Klasse anzugehören.
  • Regula  Frey
    Traurig, traurig! Ich bin ja auch Fan von Federer! Aber die anderen Schweizer inkl. Wawrinka haben ja nichts zu lachen. Ist irgendwo ein Turnier, werden alle Spiele von Federer im Fernsehen übertragen, aber eigentlich sehr sehr selten eins von Wawrinka!!! In Basel ist es ja noch schlimmer! Die Leute haben Tagestickets und sind trotzdem nicht bei Spielern vom eigenen Land dabei!! Es fängt aber schon bei den Sponsorenboxen an: Ausser bei Spielen von Federer oder sonstigen Topten-Spielern bleiben die Boxen viele Male leer. Schade schade!!!

Alle Kommentare (11)

  • San  Dee , Chur
    Wenn man mit einer Wildcard ins Turnier kommt, sollte man nicht mit einem Sieg zufrieden sein, sondern erst recht noch einen wollen... Sicher nicht so einfach. Aber die Einstellung macht eben auch viel aus. Irgendwie scheint mir die 2. Garde der CH Spieler wenn man diese in Anbetracht ihres Alters überhaupt so nennen kann mit Chiudinelli, Lammer etc doch eher zu schnell zufrieden.
    • 26.10.2012
    • 3
    • 3
  • Harry  Schenk , Uhwiesen
    Oder haben die Leute einfach generell kein grosses Interesse am Tennis bzw. an dieser überbezahlten Sportart..??
  • Lars  Hug
    Die Swiss Indoors sind nur noch ein sehen und gesehen werden! Ich gehe seit 6 Jahren jedes Jaar einen oder zwei Tage, hole ein Bier oder Mineral und schau mir die Spiele an. Leider bin ich mit diesem Verhalten krass in der Unterzahl. Die meisten stehen den gesamten Tag nur draussen an den Bars und Cüplitränken in Highheels, Schmuck und Anzug. Schade, war mal ein toller SPORTevent.
    • 25.10.2012
    • 96
    • 5
  • Camille  LaFontaine , Bern
    50 Zuschauer sind für Chiudinelli noch ein Kompliment
  • Peter  Nedwed
    D. Wolfgang hat Recht. Früher war das Tennis die Hauptsache und es kamen nur wirklich tennisinteressierte Zuschauer. Mit der Zeit gabs Logen, Cüpli, Sternerestaurant etc. und es wurde très chic, ans Turnier zu gehen. Entsprechend ignorant ist ein guter Teil des Publikums, das nur kommt, weil es eben ein chicer Anlass ist.
Seite 1 2 »
Seitenanfang

Top 3

1 Zwei-Satz-Erfolg über Asarenka Serena Williams triumphiert auch in Rombullet
2 Ihre Maus ist Rogers Schere Spielen Sie den Coiffeur von Federer!bullet
3 Jetzt wartet Azarenka Serena putzt im Rom-Halbfinal Halep wegbullet

Tennis

Platz Name Land Punkte
1 Novak Djokovic SRB 12310
2 Andy Murray GBR 8670
3 Roger Federer SUI 8000
4 Rafael Nadal ESP 6895
5 David Ferrer ESP 6740
6 Tomas Berdych CZE 4700
7 Juan Martin Del Potro ARG 4320
8 Jo-Wilfried Tsonga FRA 3795
9 Richard Gasquet FRA 3090
10 Janko Tipsarevic SRB 2640
11 Stanislas Wawrinka SUI 2630

Tennis