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Die verlorene Souveränität von Roger Federer beschäftigt die Tenniswelt. Zwar erreicht der 13-fache Grand-Slam-Champion nach wie vor zuverlässig die Halbfinals und Finals der wichtigen Turniere, da verliert er aber ebenso regelmässig gegen die Topstars. In
den entscheidenden Phasen der Turniere und der Matches versagen Roger die Nerven, schlägt er sich regelmässig beinahe schon selbst.
Einer, der sich Gedanken über Federers Zukunft macht, ist John McEnroe (50), der einst Björn Borgs Herrschaft in Wimbledon brach und insgesamt sieben Grand-Slam-Titel gewann. In einem Interview mit dem französischen Blatt
«Für Feder wird es schwierig»
«Le Journal du Dimanche» sagt «Big Mac» Roger eine harte Zeit voraus: «Wenn Nadal gesund bleibt, ist er dieses Jahr noch stärker.» Da werde es für Federer schwierig mitzuhalten.
McEnroe macht aber auch Hoffnung. «Ich denke, Roger wird die 14 Grand-Slam-Triumphe von Sampras übertreffen.» Die Rückeroberung der Nummer 1 erachtet er als weniger sicher. Im Moment muss sich Federer sowieso eher gegen die Verfolger auf den Plätzen 3 und 4 wehren. Andy Murray (21) verschaffte sich da mit seinem gestrigen Finalsieg über Novak Djokovic (21) eine gute Position.
Ein grosses Mysterium bleibt die Coachingfrage. «Ich würde keinen Spieler während zehn Monaten auf der Tour begleiten wollen», sagt McEnroe. Aber er bietet Federer dennoch Hilfe an. «Ihm ab und zu mit Ratschlägen zur Seite zu stehen, das würde mir gefallen.»
«Ich habe da ein paar Ideen»
Roger müsse seine Strategie gegen Nadal überdenken und ändern. «Ich habe da ein paar Ideen, wie er Nadal wieder bezwingen könnte», lässt McEnroe durchblicken. Wie die aussehen, wird er wohl nur Roger selbst verraten. Wenn der denn die Ratschläge annehmen würde.
Zurzeit wird Federer meist von Davis-Cup-Captain Severin Lüthi begleitet und beraten. Reicht das oder braucht es frischen Input? Zuletzt zerschlug sich eine Zusammenarbeit mit Ex-Agassi-Coach Darren Cahill. Seltsam: Der Australier meldete sich selbst für einen Test, lehnte dann aber eine feste Zusammenarbeit ab.
Angeblich aus familiären Gründen. Die familiäre Situation kannte er jedoch schon vorher. Über die Gründe kann deshalb nur spekuliert werden.
Wunsch-Gegner im US-Open-Final: John McEnroe (USA)- Getty Images