Bacsinszky in Tränen

  • Publiziert: 03.09.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Christian Bürge aus New York

NEW YORK - Timea Bacsinszky scheitert gegen Daniela Hantuchova und kann ihre Emotionen danach nicht mehr verbergen. Sie denkt, sie verdient Besseres.

«Für mich ist das langsam ein Déjà-vu», sagt Timea Bacsinszky. «Immer dieselbe Geschichte in der zweiten Runde der Grand Slams.» Zum siebten Mal ist für sie auf dieser Stufe das Turnier fertig. Vergangenes Jahr schaffte sie in New York mit Runde 3 ihr Bestresultat. Dieses Mal ist nach dem 7:5, 2:6, 1:6 gegen Daniela Hantuchova, die Nummer 24, Endstation. Nach einem energievollen Start findet sie gegen die fast fehlerfreie Slowakin kein Rezept mehr.

«Ich verdiene Besseres.»

Als der Reporter des Westschweizer Radios nach dem Warum fragt, wird sie unwirsch und knapp. «Ja, ich muss mich verbessern, logisch.» Und: «Ja, ich bin fit.» Nachdem er den Raum verlassen hat, brechen bei ihr die Dämme. Mit feuchten Augen sagt sie: «Es tut so weh, dass es nicht klappt. Ich merke, dass ich noch nicht so weit bin. Aber das ist nicht der Platz, wo ich hingehöre», sagt sie. «Ich verdiene Besseres.»

Die Lausannerin, momentan an Nummer 73 geführt, sieht sich nicht als Spielerin in der zweiten Hälfte der Top 100. Sie, die einst als Nachfolgerin von Martina Hingis gehandelt wurde, sucht trotz grosser Fortschritte den absoluten Durchbruch. Die Energie und den Willen hat sie dazu. «Mein Trainer muss mich immer stoppen. Ich will die ganze Zeit trainieren und Turniere spielen.» Sie galt früher als trainingsfaul. Jetzt ist sie topmotiviert. Sie steht schon auf dem Trainingsplatz, wenn andere noch die Schäfchen zählen.

Tattoo als Trost

«Ich weiss, ich muss jetzt auch das Positive sehen», sagt sie. Ihr Trainer Erfan Djahangiri schenkte ihr nach ihrer Verletzungsmisere zu dem Thema ein Buch. Einen Leitsatz daraus hat sie sich nun auf den Fuss tätowiert. «Hinter jeder Wolke gibt es einen blauen Himmel», steht da. Das Credo hat sie verinnerlicht. Gestern gab es ihr Trost.

Ihre Aussichten sind denn auch nicht so schlecht. Wenn sie in den nächsten acht Monaten nochmal so viele Punkte gewinnt wie nach Paris, kommt sie in den Ranglistenbereich um Platz 30. Dann wäre sie schon eher da, wo sie sich sieht. Wenn sie so spielt, wie sie geredet hat, dann verdient sie bald Besseres. Keine Frage.

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