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Nach dem Kokain-Outing: Martina im Werbespot von «V-Zug». (ZVG)
Doch vorerst wartete noch Arbeit. Der am Tag ihres bitteren Rücktritts gedrehte neue TV-Spot mit Sponsor «V-Zug» musste noch vertont werden. Martina war gestern mehrere Stunden in einem Tonstudio.
Harte Arbeit für einen Werbespot, der unter Umständen gar nie über den TV-Bildschirm flimmert.
«Der normale Ablauf geht eben weiter», sagt Werner Rellstab, Direktionspräsident der Firma «V-Zug», etwas ausweichend zu den Dreharbeiten. «Wir sind genau so überrascht wie alle.»
Noch halten ihre Sponsoren zu ihr. Auch Ausrüster Adidas und Racket-Partner Yonex.
«V-Zug»-Chef Rellstab sagt nur, bis mehr Klarheit bestehe, zeige man aus Rücksichtsnahme keine Hingis-Spots mehr.
Aber am Donnerstag Abend war dieser nicht mehr zu stoppen. Gleich nach der Tagesschau und nach 10vor10, wo der Kokain-Schock ein grosses Thema war, präsentierte Martina auf SF noch eine Waschmaschine. Rellstab: «Nun müssen wir abwarten. Ich bedaure diese Entwicklung sehr.»
Abwarten will man auch bei «Swiss Tennis» und bei der Spielerinnen-Gewerkschaft WTA.
Martina wäre dank ihrer grossen Verdienste im Frauen-Tennis eine grossartige Tennis-Botschafterin.
Aber nicht, solange diese Kokain-Affäre nicht ausgestanden ist. Larry Scott, CEO der WTA-Tour spricht Klartext: «Unsere Richtlinien dulden diesbezüglich null Toleranz.»
Auch Beat Ritschard, Direktor des Zürcher WTA-Turniers, weiss noch nicht, ob Martina wie nach Ende ihrer «ersten Karriere» wieder Turnierbotschafterin wird. «Das habe ich mir noch gar nicht überlegt, weil sich erst einmal die Frage stellt, was Martina jetzt mit ihrem Leben anfangen will.»
Dazu sagt Martina nichts. Nicht einmal ihre nächsten Zukunftspläne sind bekannt.
Auch Mario Widmer, Lebensgefährte von Mutter Melanie Molitor, sagt: «Ich habe keine Ahnung, was Martina jetzt macht. Das Privatleben ist ihre Sache. Darüber habe ich mich noch nie geäussert und werde das auch jetzt nicht tun.»
Zu Hause in Hurden SZ war Martina gestern nicht. Ein Nachbar auf der kleinen Insel der Superreichen am Zürichsee: «Ich habe sie in diesem Jahr überhaupt noch nie gesehen. Sie ist halt viel unterwegs.»
Freunde sind sicher, dass Martina vorerst einmal dem ganzen Kokain-Rummel entfliehen will. Sie sind auch sicher, wohin Martina geht: nach Spanien. Macht Sinn. Denn dort bestreitet ihr neuer Freund, der ukrainische Pferdemäzen Alexander Onischenko (37), im Moment Reitturniere.
Vielleicht ist sie schon dort.
Mitarbeit: Martin Meier