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Rainer Schönfelder & Co. plaudern aus dem Nähkästchen So sieht es aus, wenn man eine verrückte Wette verliert

  • Aktualisiert am 03.01.2012

Wie es ist, eine verrückte Wette zu verlieren? Vier Betroffene erzählen von ihren persönlichen Wettskandalen.

Rainer Schönfelder, Österreichs Ski-Showman: «Es war in Wengen 2007. Weil ich nach einem Trainingssturz heftige Schmerzen verspürte, wandte mein Physiotherapeut eine spezielle Technik an. ‹Wenn die hilft,› sagte ich, ‹fahr ich nackt das Lauberhorn runter.›

Anderntags waren die Schmerzen tatsächlich weg und die Bedingungen, um die Wette einzulösen, perfekt: 15 Grad warm, das Training abgesagt. Ich liess Mönch und Jungfrau links liegen und flitzte über die abgesperrte Piste.

Dumm nur, dass da noch ein Fotograf stand. Das Bild ging um die Welt – und wurde gar im Kampf gegen die Klimaerwärmung eingesetzt.»

Sascha Ruefer (38), Moderator beim SF

«Eigentlich war es ja ein Blödsinn. In der DRS-3-Quizsendung ‹Uri, Schwyz und Untergang› wettete ich, dass die Schweiz bei Olympia 2006 nicht mehr als vier Goldmedaillen holen würde. Es wurden fünf. Ich musste kurzfristig meine Wette einlösen: zu Fuss von Grenchen nach Luzern. Mehr als 110 Kilometer – ohne Training. Ein Wahnsinn. Es regnete und schneite. Und nach zwei Stunden Marsch hatte ich Knochenhautentzündungen, weil ich die Wanderschuhe nicht gewohnt war.

Am liebsten hätte ich aufgegeben. Aber dann wäre ich vor der Nation als Schwätzer dagestanden. Und weil viele Leute für jeden Kilometer, den ich absolvierte, für die
Kinderhilfe der Glückskette Geld spendeten, biss ich durch. Nach 21 Stunden erreichte ich Luzern, völlig fertig. Ich weinte vor Schmerzen. Später in der Badewanne musste ich die Nachbarn rufen, weil ich allein nicht mehr aufstehen konnte. Die Gelenke waren so entzündet, dass ich ein halbes Jahr auf Fussball verzichten musste.

Die Solidarität der Leute damals werde ich aber nie vergessen. Am Ende kamen 50000 Franken für bedürftige Kinder zusammen. So hat die blöde
Wette Sinn gemacht.»

Matthias Bongard (48), Radiomoderator beim WDR

«Wenn Deutschland im EM-Viertelfinal gegen Portugal gewinnt, werde ich die nächste Sendung nackt moderieren. Zu dieser verhängnisvollen Wette liess ich mich während der Euro 08 im Gespräch mit unserer Wetterexpertin hinreissen. Deutschland gewann überraschend 3:2. Folglich hatte ich während dreier Stunden Sendung nur das Mikro an. Die Situation amüsierte mich, weil eine Million Hörer wusste, dass ich nackt bin, mich aber niemand sehen konnte. Die Reaktionen? Einige fragten, warum ich die Wette nicht am Tag der offenen Tür einlöse. Andere meinten: Schön, dass Radio nur zu
hören ist ...»

Marco Büchel (38), ältester Sieger eines Skiweltcup-Rennens

«Ich wettete mit Marc Girardelli, dem fünffachen Gesamtweltcup-Sieger, dass ich mit alten untaillierten Ski schneller bin als er mit modernen Renn-Carvern. Ich staunte aber nicht schlecht, als wir in Sölden vor dem Weltcup-Start 2008 das Duell inszenierten. Gira fuhr auch 12 Jahre nach seinem letzten Rennen überaus respektabel, wie auf Schienen.

Ich hingegen kam mit den über zwei Meter langen Spaghetti-Latten, mit denen ich zu Beginn meiner Karriere ja noch gefahren bin, überhaupt nicht mehr zurecht. Schon in der ersten Kurve ging der Ski einfach geradeaus. Eine Katastrophe. Ich musste umsteigen wie in der Steinzeit, hatte keine Chance. In beiden Läufen verlor ich mehr als vier Sekunden auf Gira. Unglaublich, wie sich die Ski entwickelt haben. Die Wette, ein Nachtessen in einem noblen Restaurant, werde ich nach meinem Rücktritt im Frühling einlösen. Für Gira werde ich Spaghetti bestellen ...»
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