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BLICK-Kolumnist Bernhard Russi. (Keystone)
Der Weltmeister Didier Cuche weiss selbst nicht so genau, was er anders gemacht hat als bei den vorangegangenen Rennen. Warum es nun plötzlich aufgegangen ist, warum er dieses Rennen so dominiert hat.
Nichts hat er anders gemacht. Didier ist sich selbst geblieben, hat an sich und seine grossen Fähigkeiten geglaubt und sich durch Niederlagen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Er hat seine direkten Gegner zappeln lassen, liess sie ins Verderben fahren. Er wirderstand der Versuchung, der WM Krone wegen direktere Linien zu fahren und mehr Risiken einzugehen.
Didier fuhr gestern nicht gegen seine Konkurrenten, auch nicht gegen einen Berg oder die überdurchschnittlich schwere Strecke. Die Spuren der anderen interessierten ihn nicht, er fuhr seinen Weg und seinen Rhythmus. Das ist leichter geschrieben als getan. Aber Didier wusste um sein Talent, seine ausgefeilte Technik, seine Kraft und seine Erfahrung.
Zeit steht für Cuche still
Aber da sind ja noch der Kopf, die Gedanken, die Sturzangst, die Angst zu versagen oder der allzu grosse Durst nach einem grossen Titel. Alles im Wissen, dass die Zeit läuft.
Sie läuft schneller, wenn man zu weit weg oder zu eng fährt, wenn zu wenig oder zu viel riskiert wird oder wenn man eine Chance wie diese nicht packt.
Im Moment steht die Zeit für Didier Cuche still. Er hat Zeit, den hart erkämpften Erfolg zu geniessen und sich etwas zurückzulehnen.
Aber wie ich Didier kenne, wird er nicht zu viel Zeit verstreichen lassen, um die Situation an der «Face» zu analysieren.
Am gleichen Berg wird unter ähnlichen Bedingungen auch die Abfahrt gefahren. Und da gibt es im Moment für Samstag nur einen Topfavoriten: Didier Cuche!