Gold im WM-Riesenslalom für Ted Ligety Keine Medaille für Cuche und Janka!

  • Publiziert: 18.02.2011, Aktualisiert: 20.01.2012

GARMISCH-PARTENKIRCHEN - Der Traum von einer zweiten Schweizer Medaille ist geplatzt. Didier Cuche, der sein letztes WM-Rennen bestreitet, und Carlo Janka müssen sich geschlagen geben. Die Goldmedaille geht an Ted Ligety!

Das Schweizer Lazarett gibt alles für eine Medaille. Aber es reicht einfach nicht! Unser heissestes Eisen, Didier Cuche, kann seine Leistung aus dem ersten Lauf (Platz 5) nicht mehr verbessern. Der 36-jährige Neuenburger mit dem eingegipsten Daumen verliert besonders im unteren Teil zu viel Zeit. Am Schluss ist es Platz 8 für Cuche mit 0,93 Sekunden Rückstand.

Und auch Titelverteidiger Carlo Janka (24), der sich trotz seinen Herzproblemen fit fühlt, hat nichts mit den Spitzenplätzen zu tun. Allerdings: Der Obersaxer ist der beste Schweizer und fährt mit 0,92 Sekunden Rückstand auf Rang 7.

Cuche ist nach dem Rennen sichtlich enttäuscht, sucht aber nicht nach Ausreden: «Da wäre viel mehr dringelegen. Kampf um eine Medaille war angesagt – das ging leider in die Hosen! Aber sicher nicht wegen meiner Hand!»

Sowohl Cuche als auch Janka büssen fast eine Sekunde auf den überlegenen Sieger Ted Ligety ein. Der 26-jährige Ami liegt nach dem ersten Lauf noch auf Platz 4. Im zweiten aber packt er die Gold-Fahrt aus und verweist Cyprien Richard (+0,08) und Philipp Schörghofer (+0,43) auf den Silber-, respektive Bronze-Platz. Der neue Weltmeister im Ziel: «Es ist toll. Seit Dezember fühle ich mich wohl. Der Druck war schon riesig, deshalb ist es umso schöner, auf dem Podest zu sein.» Der Führende nach dem ersten Lauf, Aksel Svindal, wird Vierter.

Einen Super-Lauf zeigt der junge Justin Murisier im zweiten Durchgang. Der 19-jährige Walliser räumte vor wenigen Wochen an der Junioren-WM drei Medaillen ab (Slalom-Silber, Kombi-Silber und Super-G-Bronze).

Er beweist mit der drittbesten Laufzeit, dass er auch bei den «Grossen» bald für Furore sorgen wird. Murisier fährt auf den starken dreizehnten Rang. «Ich bin sicher sehr zufrieden», so Murisier. «Es war schon cool im Ziel die 2 zu sehen, direkt hinter Bode Miller!»

Marc Berthod (27) dagegen kommt auch im Zweiten nicht auf Touren. Der St. Moritzer verpatzte schon den ersten Lauf: «Der Schnee ist weich, das hab ich nicht so gerne. Ich weiss, dass man hier schneller fahren kann.» Berthod landet auf Rang 21.

Das weiss wohl auch Sandro Viletta (25), der mit Spritzen fitgemacht werden musste. Auch er findet mit einem Zwicken im Rücken keine Lockerheit und fährt auf Platz 24. (wst)

Cuches Tränen zum WM-Abschied

Didier Cuches WM-Karriere ist zu Ende. Der Neuenburger verpasst im Riesenslalom das Podest – und das setzt dem 36-Jährigen richtig zu. Im Zielraum vergiesst der Neuenburger Tränen über seinen Abgang, erhält Trost von seinen Kollegen im Ski-Zirkus.

Im Interview nach dem Rennen hat er sich wieder gefasst. «Ich weiss, dass das der WM-Abschied meiner Karriere war. Ein spezieller Moment, eine Medaille wäre cool gewesen», erklärt Cuche. Sehen Sie im Video oben, was die Schweizer Ski-Cracks sagen. (sme)

Riesenslalom der Männer:

1. Ted Ligety (USA) 2:10,56. 2. Cyprien Richard (Fr) 0,08 zurück. 3. Philipp Schörghofer (Ö) 0,43. 4. Aksel Lund Svindal (No) 0,49. 5. Kjetil Jansrud (No) 0,73. 6. Thomas Fanara (Fr) 0,76. 7. Carlo Janka (Sz) 0,92. 8. Didier Cuche (Sz) 0,93. 9. Gauthier de Tessières (Fr) 0,94. 10. Marcus Sandell (Fi) 1,10. 11. Romed Baumann (Ö) 1,21. 12. Bode Miller (USA) 1,27. 13. Justin Murisier (Sz) und Ivica Kostelic (Kro) 1,34. 15. Fritz Dopfer (De) 1,41. 16. Leif Kristian Haugen (No) 1,50. 17. Manfred Mölgg (It) 1,61. 18. Matts Olsson (Sd) 1,63. 19. Ondrej Bank (Tsch) 1,83. 20. Davide Simoncelli (It) 1,95. 21. Marc Berthod (Sz) 2,02. Ferner: 24. Sandro Viletta (Sz) 2,19.

Janka übt Selbstkritik

Carlo Janka sucht im TV-Interview den Grund für das verpasste Medaillen-Ziel bei sich: «Ich war einfach nicht im Stand, besser zu fahren. Ich konnte nicht das umsetzen, was ich von mir erwartet habe.» Die äusseren Bedingungen wollte Janka nicht als Ausrede bemühen. Der Iceman zeigt sich als guter Verlierer: «Die Bedingungen sind für alle gleich. Ich bin einfach schlecht gefahren.»

BLICK-Skiexperte Bernhard Russi widerspricht der harten Selbstkritik: «Er ist nicht schlecht gefahren, unten ist es einfach nicht aufgegangen.» Schliesslich seien Jankas Zwischenzeiten sehr ansprechend gewesen.

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