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Janka überfährt die Ziellinie in bestechender Manier. (Keystone)
Als Carlo Janka (23) im November 2008 bei der Abfahrt in Lake Louise als Zweiter erstmals auf ein Weltcup-Podest kommt, begründen dies einige Leute mit der hohen Startnummer 65. Er hat bessere Bedingungen als die vor ihm gestarteten Top-Favoriten.
Doch zwei Wochen später erbringt der Senkrechtstarter beim Riesenslalom in Val d’Isère den eindrücklichen Beweis, dass er auch ohne die Hilfe des Wettergotts zur Weltspitze gehört.
«Jänks» feiert bei der WM-Hauptprobe seinen ersten Weltcup-Sieg. Norwegens Super-Elch Aksel Lund Svindal (27) registriert sofort: «Der Carlo wird auch bei der WM mein härtester Gegner sein.» Die Weltmeisterschaft geht zwei Monate später auf der genau gleichen Piste über die Bühne.
Und sie beginnt mit einer Enttäuschung: Im Super-G schrammt Carlo als Neunter deutlich am angestrebten Edelmetall vorbei.
Doch der Eismann bleibt ganz cool und schlägt wenige Tage später in der Abfahrt zu – Carlo gewinnt die Bronzemedaille.
Zum ganz grossen Janka-Day wird aber ausgerechnet ein Freitag, der 13. An diesem Tag steht der Riesenslalom auf dem Programm. Bei Halbzeit liegt Carlo zum ersten Mal in seiner Karriere in Führung.
Viele Experten sind sich sicher: Jetzt kommt sogar der Iceman ins Schwitzen.
Das wäre auch nur normal, schliesslich lasten jetzt die Erwartungen einer ganzen Nation auf Jankas Schultern.
Doch die Erzählungen von seinem Coach Jörg Roten belegen das Gegenteil: «Wir sassen zwischen den Läufen in einem Restaurant, und Carlo kam in diesem Moment genauso locker rüber, als würde er mit seinen Freunden an einem Sonntag beim Après-Ski sitzen.»
Als Roten Carlo die Frage stellt, ob dieser sich eigentlich bewusst sei, dass er vor einer wichtigen WM-Entscheidung stehe, meint Janka trocken: «Ja. Und ich bin mir auch bewusst, dass ich dieses Rennen eigentlich gar nicht verlieren kann. Dieser Berg liegt mir einfach zu sehr.»
Und tatsächlich: Janka gewinnt trotz eines groben Schnitzers im zweiten Lauf Riesen-Gold.
Die noch schönere Nachricht bekommt König Carlo aber schon vor der Siegerehrung: Sein Freund Dani Albrecht ist nach 21 Tagen im Koma wieder bei Bewusstsein.
Der coole Überflieger empfindet in diesem Moment neben Siegesfreude auch andere Glücksgefühle und macht eine grosse Geste: «Diese Goldmedaille widme ich Albright.»