Hirscher zitterte vor Gold-Lauf: «Die werden mich töten!»

Marcel Hirscher (23) hielt im WM-Slalom dem unglaublichen Druck stand und holte die budgetierte Goldmedaille für Österreich. Vor dem zweiten Lauf kamen aber Zweifel auf.

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play Bereitete ihren Marcel gemeinsam mit Hund ideal vor: Laura Moisl. (magigmodels.at/Andre Schönherr)

Nach seinem Husarenritt auf der Planai sprach Marcel Hirscher über die enorme Drucksituation vor dem zweiten Lauf, nachdem er im ersten Durchgang die Bestzeit erzielt hatte.

Gegenüber der «Kronenzeitung» schilderte der frischgebackene Weltmeister die Situation wie folgt: «15 Minuten vor dem Start hab ich leider angefangen, über dieses Rennen und das ganze Leben nachzudenken. Vier Millionen Österreicher schauen zu, alleine 40'000 hier auf dem Berg. Was passiert, wenn ich einfädle? Oh mein Gott, die werden mich töten.»

Trotzdem gelang es dem Österreicher, nicht die Fassung zu verlieren. Er habe das Ganze einfach als Spiel angesehen. «Ich habe die Situation durch meine Augen gesehen». Er sei sich stets bewusst gewesen, «dass es andere Dinge im Leben gibt, die wichtiger sind: meine Familie, meine Beziehung mit Laura, meine Freunde, gesund bleiben.»

Hirscher vermochte sich im zweiten Lauf tatsächlich noch einmal zu steigern und baute den Vorsprung auf den WM-Zweiten Felix Neureuther sogar noch aus. Der Österreicher meinte im Siegerinterview erleichtert: «Es hat Spass gemacht, Teil dieses Spiels zu sein.»

Der Slalom-Champ schaut auf eine optimale Vorbereitung zurück. Hirscher verbrachte die Nacht zuhause und konnte abschalten: «Wenn ich daheim die Haustüre zugemacht habe, dann habe ich die WM beiseitegeschoben.»

Und er verrät abschliessend: «Ich habe die Nacht mit meiner Freundin verbracht, der Hund war auch ab und zu dabei.» (rab)

Beliebteste Kommentare

  • stefan  hahn
    lieber Marcel Hirscher, liebes Österreich
    Mit etwas Neid und Wehmut habe ich die WM in Schladming verfolgt. Natürlich hofft man immer darauf, dass Janka, Defago, Gut & Co. Medaillen gewinnen ......... Jänu! Was mich aber am meisten gefreut hat, schon eher fasziniert: die unglaubliche Stimmung jeweils im Stadion. Wahnsinnig, was da abging. Für jede und jeden würde gebrüllt, gesungen, gejohlt und angefeuert. Ein Riesen Dankeschön und ein noch grösseres Kompliment an die Organisatoren und die Fans.
    Und einen Kniefall an Marcel Hirscher. Dieser Druck muss enorm gewesen sein. Chapeau, wenn man dem standhält.
    Aber Vorsicht: die Schweiz wird wiederkommen!!
    Ich freue mich jedes Jahr wieder auf die Duelle: Irgendwo, gegen Irgendwen.
    Vielen Dank Schladming, vielen Dank Austria!!!!!!!
  • Patrick  Troicher
    Ein würdiger und sympathischer Slalom-Weltmeister! Bravo Marcel!

Alle Kommentare (10)

  • Paulo  Suizo , via Facebook
    die siegernationen haben den alpenländern CH-A-BRD klar aufgezeigt, dass es hier um sport und leistung geht und nicht um das presse- und verbandsgezeter, was aus diesen ländern seit ein paar jahren abgeht und den sport in den hintergrund stellt.
    es wäre schön festzustellen, dass diese wm wenigstens bei den sportlern wie auch funktionären etwas gutes bewegt hat.
    • 18.02.2013
    • 8
    • 5
  • Daniel  Stuck , Rämismühle
    Gratulation aus der Schweiz.... Angesichts dieses schier unvorstellbaren Druckes war das wohl eine der grössten sportlichen Leistungen. Chapeau und ich gönne ihm diesen Triumpf von Herzen!
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