«Das ewige Warten geht an die Nieren»

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Marcel W. Perren

Der Einzige, der in diesen Tagen neben den Angehörigen ans Spitalbett von Dani Albrecht darf, ist sein Manager Giusep Fry.

Obwohl der Chef der Firma GFC-Chur auch Manager von Ambrosi Hoffmann, Carlo Janka, Sandro Viletta, Rabea Grand und den Geschwistern Gini ist, spielt die WM für Fry (55) im Moment nicht die Hauptrolle.

In seinen Gedanken ist er immer bei Daniel Albrecht. Am Dienstag hat er seinen im künstlichen Koma liegenden Schützling letztmals in der Innsbrucker Uni-Klinik besucht.

«Auf der einen Seite hat es mir gut getan, dass ich Dani wieder einmal gesehen habe. Auf der anderen Seite bin ich am Dienstag mit der Hoffnung ins Spital gegangen, dass ich vielleicht schon wieder das eine oder andere Wort mit ihm wechseln könnte. Aber diese Hoffnung hat sich halt leider nicht erfüllt», sagt Fry.

Er ist aber weiterhin guter Dinge, dass dieser so sehnlich erwartete Wortwechsel bald stattfinden wird: «Beim operativen Eingriff vom vergangenen Samstag wurde die Flüssigkeit abgesaugt, die sich in Danis Lungenbereich gebildet hatte. Dieser Prozess hat das Aufwachen wieder etwas verzögert. Doch im Moment läuft wieder alles nach Plan.»

Und wie geht es Daniels Angehörigen? «Seit Beginn sind die Familienangehörigen und Freundin Kerstin in Innsbruck. Sie dürfen ihren Dani zwei Mal am Tag besuchen. Die ganze Familie hat in den letzten Wochen sicher viel Substanz gebraucht.

Das ewige Warten auf eine erlösende Nachricht geht an die Nieren. Doch wir alle schöpfen viel Kraft aus der Gewissheit, dass Dani in Innsbruck von absoluten Top-Fachleuten betreut wird. Und die Aussagen dieser Fachleute stimmen uns auch sehr zuversichtlich», sagt der Bündner Manager.

Daniels Mutter hatte vorgestern ihren 57. Geburtstag. Um sich ein bisschen abzulenken, besuchte Fry mit dem Albrecht-Clan an diesem Tag die Innsbrucker Sprungschanze «Bergisel».

Fry: «Dort oben gibt es ein Restaurant mit tollem Weitblick, wo wir mit einem Gläschen Champagner auf den Geburtstag der Mutter und die Gesundheit ihres jüngsten Sohnes angestossen haben.»

Hoffentlich knallen bald die Korken, weil Dani Albrecht aufgewacht ist.






Daniel Albrecht und sein Manager Giusep Fry.- Sven Thomann

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