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Die Schweizer Abfahrer standen erstmals seit 18 Jahren wieder zu zweit auf dem WM-Podest. 1991 in Saalbach war Franz Heinzer Weltmeister, Daniel Mahrer Dritter geworden. Didier Cuche schrammte gestern nur vier Hundertstel an seinem zweiten WM-Gold vorbei. Das holte der Kanadier John Kucera.
Cuche (34) nimmts locker. «An diese Hundertstel-Geschichte habe ich mich gewöhnt. Ich habe Silber gewonnen und nicht Gold verloren», sagt er und erzählt von zwei Fehlern, die er vor dem engen Fels-Couloire und in der Zielkurve gemacht habe. «Weil ich von der Super-Kombi schon Gold im Sack habe, ist es in der Abfahrt zwar leichter gewesen.» Dafür hat ihn das Wetter gestresst. «Es war ein brutaler Druck am Start.
Der Himmel über mir war blau, unten auf der Strecke aber habe ich den Nebel kommen und gehen sehen – nicht sehr angenehm.» Aber eigentlich habe er die Abfahrts-Medaille bereits bei der Startnummern-Auslosung gewonnen. «Die 16 – wie im Super-G. Die nach mir folgenden Fahrer mit den Nummern 17, 18, 19 und 20 hatten im Nebel keine Chance für ein gutes Resultat. Dafür sage ich sorry!»
Aber weshalb der rennentscheidende Fehler in der Zielkurve bei der Anfahrt zum letzten Sprung? Hatte sich Cuche mit seinen Diskussionen in den Tagen vor dem Rennen zu sehr mit dieser Stelle befasst? «Nein», sagt Didier, der Glückliche. «Es ist eine Frage der Kraft gewesen. Ich habe im Rennen mehr «gepusht» als in den Trainings. Meine Beine waren müde.»
Happy, dass er nach Riesenslalom-Bronze 2006 in Are, mit Gold und Silber jetzt seinen WM-Medaillen-Satz komplettiert hat, ist Cuche allemal. Und am Freitag im Riesenslalom? «Ich bin ein Gourmand und immer hungrig auf ein weiteres feines Rennen. Aber erzwingen will ich nichts.» Er gehe jetzt zwei Tage lang Riesenslalom trainieren, sein Material abstimmen. Danach werde man sehen.
Für Didier Défago, den Unglücklichen, ist die Stimmungslage anders. Bei idealer Sicht passierte dem Lauberhorn- und Kitzbühelsieger einmal mehr ein legendärer Défago-Fehler. Auf dem Bauch, anstatt auf dem WM-Podest – seinen Val d’Isère-Aufenthalt hatte er sich definitiv anders vorgestellt.
Défago hat es eiskalt erwischt. Er landete bäuchlings im Schnee.- AP