Cuche schnappte er Abfahrts- Gold weg Bei Bode Miller holte sich Erik Guay die Frau

  • Publiziert: 13.02.2011, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Carl Schönenberger aus Garmisch-Partenkirchen

GARMISCH-PARTENKIRCHEN - Erik Guay ist zwar Kanadier. Aber für sein WM-Abfahrtsgold hat sich der 29-Jährige gleich mehrfach mit Federn von US-Boy Bode Miller geschmückt.

Ist der Mann aus Québec etwa gar ein Dieb? Gestern schnappt er mit einer Traumfahrt unserem Didier Cuche das Abfahrtsgold weg. Zuvor schon hat sich Guay beim Ami-Zauberer Bode Miller bedient. Ihm Freundin Karen ausgespannt, mit der Guay heute verheiratet ist. Seit 2009 ist er Vater der kleinen Logann Elisabeth. Auch Millers Pressechef Mark Habermann und Trainer John McBride hat der Kanadier übernommen.

Dass er allerdings nicht nur stibitzen, sondern auch hervorragend Ski fahren kann, hat Guay schon länger gezeigt. Vor allem in Garmisch. Im WM-Ort hat er im Februar 2007 sein erstes Weltcup-Rennen gewonnen, und im letzten Jahr beim Weltcup-Final den Super-G.

«Garmisch is my place», sagt Guay. «Es gibt solche Orte, wo man sich sofort wohlfühlt.» Und dieses Wohlfühl-Ambiente macht es möglich, dass Guay den Abfahrts-WM-Titel, den 2009 in Val d’Isère schon sein Landsmann John Kucera unserem Didier Cuche vor der Nase weggeschnappt hatte, in Kanada hält. «John ist verletzt, also musste ich als Team-Captain die Sache richten», sagt Guay mit einem Grinsen.

Dass er den Unterschied von 32 Hundertstel auf Cuche in der steilsten Passage, dem «Free fall», herausfährt, hat Guay bereits vor drei Jahren geahnt. «Damals bin ich im Sommer mit meinem Redbull-Teambetreuer Robert Trenkwalder die neue Garmischer WM-Strecke runtergewandert. Oben am «Free fall» habe ich zu Trenkwalder gesagt: «So steil, da gefällts mir – da kann ich ein Rennen entscheiden.»

Guay hatte aber auch Glück, dass seine Traumfahrt gestern überhaupt möglich wurde. Denn bis vor wenigen Tagen war seine Saison von starken Rückenproblemen beeinträchtigt. Er liess drum verschiedene Weltcup-Rennen aus. Sein Garmischer-Wohlgefühl hat in den letzten Tagen auch seinen Rücken kuriert. «Die ideale Startnummer 10, mein Lieblingsberg, kaum noch Schmerzen – da musste es ja klappen.»

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