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Carlo Janka: Aus dem Nichts an die Weltspitze

2008 fährt Carlo Janka in Lake Louise mit der Nummer 65 auf Rang 2. Sein Weg vom ersten Fis-Rennen bis zu diesem Exploit.

Von Marcel W. Perren | Aktualisiert um 17:10 | 10.12.2009
Carlo Janka im vergangenen Dezember in Val d´Isère: Drei Nuller in Folge. (Reuters)
Zuvor gewann er drei Rennen in Folge. Carlo Janka feierte seinen dritten Sieg, innert drei Tagen ... (AP)
.. Damit steigt der Schweizer in den Kreis der Grössten vor. (Reuters)
Jankas erster Streich: In der Super-Kombi feiert er den Schweizer Doppelsieg mit Didier Défago. (AP)
In der Abfahrt verweist Janka die beiden Stars Cuche und Svindal auf die Plätze. (AP)
Im Riesenslalom steht Super-Carlo schliesslich als einziger Schweizer auf dem Podest. (Keystone)
Emotionen beim «Iceman»: Janka reisst die Arme in die Luft. (Keystone)
Drei Siege, innert drei Tagen in drei Disziplinen! Das schaffte zuletzt die Ski-Legende Jean-Claude Killy vor 42 Jahren. (Keystone)
Auch Alberto Tomba stand schon dreimal an einer Station auf dem Podest. Allerdings siegte «La Bomba» in zwei verschiendenen Kategorien. (Keystone)
Hermann Maier schaffte das Kunststück ebenfalls in Beaver Creek, allerdings mit einem Tag Pause. (Keystone)
Aksel Lund Svindal triumphiert vor zwei Jahren auf der Lenzerheide drei Mal – in zwei Disziplinen. (Keystone)
Der Super-Elch holte danach den Gesamtweltcup. Spätestens nach diesem Wochenende wird auch Carlo Janka als grosser Favorit für die grosse Kugel gehandelt. (Keystone)
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Sein erstes Fis-Rennen verschläft «Jänks», weil er zu spät an den Start kommt. Der Trainer schickt den 15-Jährigen nach Hause.

Die Strafe sitzt. Bei den nächsten Einsätzen ist Jänks hellwach. Einen seiner ersten Siege an einem internationalen Wettkampf feiert er bei einem Fis-Rennen, an dem auch der Liechtensteiner Marco Büchel (38) teilnimmt.

«Büxi» über die erste Begegnung mit dem Iceman: «Ich startete bloss, um zu bremsen, damit die Jungen möglichst viele Fis-Punkte einfahren können. Janka nutzte das eiskalt aus und gewann. Beim Mittagessen fragte ich mich aber ernsthaft, ob sie ihm die Zunge abgeschnitten haben. Als ob er sich für seinen Sieg schämen würde, sass er in einer Ecke, ohne ein Wort und ein Lächeln.»

Ein Janka lässt lieber Taten sprechen: Carlo setzt sich in dieser Phase leistungsmässig von seinen Alterskollegen ab. Nicht weil er talentierter ist, sondern weil er härter trainiert. Jede freie Minute verbringt er in der «Folterkammer» der Baufirma «Bianchi», wo der Ski-Klub Obersaxen einen Konditions- und Kraftraum eingerichtet hat.

Während Janka sich im Sport hocharbeitet, bleibt er in der Schule ein Minimalist. Papa Reto: «Wenn nicht eine Prüfung auf dem Programm stand, krümmte er für die Schule kaum einen Finger. Auch hier zeichnete ihn aus, dass er voll da war, sobald es richtig ernst wurde. Obwohl er in der Schulstube nicht der Fleissigste war, waren seine Noten in Ordnung.»

Nach der Sekundarschule erlernt Carlo den Beruf des Kaufmanns. Obwohl er die Ausbildung erfolgreich abschliesst, steht am 29. November 2008 fest, dass er nicht als Kaufmann arbeiten wird.

An jenem Samstag gelingt dem Grünschnabel in der Abfahrt von Lake Louise der Durchbruch an die Weltspitze. Mit Startnummer 65 rast er sensationell auf den zweiten Rang.

Auch in diesem Moment bleibt der Eismann aus Obersaxen mega cool. Als ihm sein Manager Giusep Fry nach der ersten Heldentat vorrechnet, wie viele Tausender an Prämien auf seinem Konto landen werden, wehrt Carlo ab: «Das interessiert mich im Moment nicht. Ich fahre nicht wegen dem Geld Ski, sondern weil es mir Spass macht.»
Nach Jankas zweitem Rang in Lake Louise 2008: Die Kollegen feiern euphorisch, er bleibt cool. (Mario Kneisl)
Nach Jankas zweitem Rang in Lake Louise 2008: Die Kollegen feiern euphorisch, er bleibt cool. (Mario Kneisl)
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