Weirather prangert an «Wir verdienen zu wenig Preisgeld»

Tina Weirather hat keine Geldsorgen. Andere Ski-Frauen müssen beissen. Also sagt Tina: «50 Prozent mehr Preisgeld müssten teils möglich sein.»

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Ski-Star Shiffrin hat kaum Freizeit «Hätte gerne ein Date – wenn mich...
2 Streckenbesichtigung zu gewinnen Packen Sie das Lauberhorn!
3 Schneesport Kollisionen auf Pisten eher selten

Ski

Immer informiert - Abonnieren Sie den BLICK Sport Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK Sport News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Newsletter erhalten?
teilen
teilen
2 shares
29 Kommentare
Fehler
Melden

Das Volk ist gemischt im Frauen-Weltcup – auch was das Finanzielle betrifft. Auf der einen Seite die gut Situierten. Wie Spitzen-Verdienerin Lindsey Vonn. Sie hat in dieser Saison schon mehr als 400'000 Franken Preisgeld abgeräumt. Oder Tina Weirather und Alexandra Coletti. Sie, die aus den Fürstentümern Liechtenstein und Monaco stammen, bringen von Haus aus «Mitgift» mit – müssen nicht von Prämien leben.

Coletti darf sagen: «Fürst Albert ist mein grösster Sponsor.» Sie ist im Weltcup seit mehr als neun Jahren nicht mehr in die Top 15 gefahren, ihre aktuellen Saison-Einkünfte liegen bei 1200 Franken, dennoch braucht sie keine Existenzängste zu haben.

Das Gegenbeispiel ist Larisa Yurkiw. Die Kanadierin muss jeden Winter selber gegen 200'000 Franken zusammenkratzen, um sich den Sport noch leisten zu können. Dies, nachdem ihr Verband die Unterstützung für Frauen-Speed praktisch einstellte. Dank Privat-Sponsoren hält sie sich über Wasser. In dieser Saison sieht es rosiger aus. Weil sie in der Abfahrt dreimal aufs Podest fuhr.

Weirather sagt zwar: «Das ist das Schöne am Sport. Larisa zeigt, dass der Erfolg nicht käuflich ist. Sie schätzt jedes Training sicher mehr als jede andere.»

Die Liechtensteinerin weiss, dass sie im Vergleich zur befreundeten Yurkiw verwöhnt ist. Tina hofft, dass sich in Sachen Preisgeld etwas tut. «Dafür, was wir riskieren, werden wir zu schlecht entschädigt. Ich bin überzeugt, dass man mehr herausholen könnte.»

Ein Veranstalter muss laut FIS-Regelung pro Rennen mindestens 110'000 Franken ausschütten. Nur jene, welche es sich leisten können, packen drauf. Beim Flachau-Nachtslalom wurden 182'000 Franken verteilt. Ab nächster Saison wird die Untergrenze auf 120'000 an­gehoben. Crans-Montana zahlt diese Summe bereits an diesem Weekend. Für den Sieg 45'000 Franken, für die Zehnte aber nur noch 1800. Tina  denkt an Steigerungen von bis zu 50 Prozent.

Und sie stellt klar: «Die Veranstalter müssen bessere Rahmenprogramme haben. Man muss dem Publikum etwas bieten. Dann kommen mehr Leute, und es können höhere Eintrittspreise verlangt werden. Was wiederum für die Sponsoren attraktiver ist.» Sie muss es wissen. Ihre Eltern vermarkten mit der WWP Group das Weltcup-Spektakel in Kitz­bühel. Das Preisgeld für die dortige Männer-Abfahrt: 205'637 Fr. Rund 85 Prozent über der Untergrenze.

Schade findet Tina, dass etwa Cortina mit den Frauen-Klassikern nicht mehr bietet. «Eine geniale Abfahrt mit herrlicher Kulisse. Aber praktisch keine Innovation neben der Piste.» In Cortina soll 2021 die WM stattfinden …

Publiziert am 10.02.2016 | Aktualisiert am 11.02.2016
teilen
teilen
2 shares
29 Kommentare
Fehler
Melden

29 Kommentare
  • Artur  Nuttli , via Facebook 10.02.2016
    Krass: Beim Laax Open wurden am Sieger 75000.- ausbezahlt und das gleich 4x! Dabei hat das CH-TV nur mitschnitte gezeigt, es waren 2000 Zuschauer vor Ort und die mussten kein Eintrittsgeld bezahlen! Also wenn es die Snowboarder schaffen, dann müsste das bei den Skifahrern das Minimum sein. Entweder gibt es eine Fahrergewerkschaft die Rennen boykotiert oder der Veranstalter muss für jede Verletzung bis ans Lebensende aufkommen! Weiter so Tina, kämpf für das Recht deiner Gemeinschaft!
    • William  Quispe aus Bellinzona
      10.02.2016
      Was bist denn du für ein komischer Kauz. Hat sich je eine Gewerkschaft für mich eingesetzt? Skifahren ist doch kein Beruf, sondern Hobby. Oder hast du mal eine 60jährigen die Piste runter sausen sehen? Die Damen können ja gerne als Skilehrerinnen auf die Piste gehen. Dann sehen sie mal was jene verdienen, die wirklich arbeiten. Und ach ja, im Sommer hat es dann keinen Schnee, wird also nix mit Ganzjahresstelle. Aber vielleicht hilft ja dort die Gewerkschaft.
  • Martin  Graf , via Facebook 10.02.2016
    Fuer alle die hier sagen dass Tina nur jammert, einen Job suchen soll etc. Habt ihr das interview wirklich gelesen? Sie verlangt ja nicht nur mehr Geld, sondern hat auch ideen wie die Veranstalter die Rennen attraktiver machen koennen, was den Veranstaltern, Sponsoren, Athleten und auch den Zuschauern hilft.

    Ich sage dem nicht Meckern, sondern konstruktiv kritisieren. Das ist ja schlussendlich wie Fortschritt entsteht.
  • Artur  Nuttli , via Facebook 10.02.2016
    Die meisten könne wohl nicht lesen, Tina hat nie nach doppeltem Lohn gefragt, sie möchte das 50 Prozent mehr Preisgeld an alle ausbezahlt werden. Das heisst die Verteilung auf die hinteren Ränge werden besser! Und der Veranstalter macht ja nur dank den Fahrern und Rennen Profit, anscheinend ist es wichtiger eine Swissair-Maschine beim Rennen steigen zu lassen, als faire Preisgelder aus zu bezahlen.
  • Artur  Nuttli , via Facebook 10.02.2016
    Bin nur ein Snowboarder, aber Tina hat absolut recht! Bei diesem Verletzungsrisiko, Dauer des Leistungssports und gesamt Sponsoring muss mehr Preisgeld ausbezahlt werden! Oder man eröffnet eine Fahrergewerkschaft die bei zu garstigen Bedingungen das Rennen absagen kann, mal schauen was dann die Veranstalter springen lassen! Und noch zu den anderen Kommentaren, wer diesen Respekt nicht zollt und auch die Startnummer 30 nicht schaut, ist kein Ski-Fan. Traurig wenn ich als SB-Fahrer weiter bin.
  • daniel  weidmann 10.02.2016
    sie soll einfach nicht mekern!! für das bisschen skifahren bekommen sie genug kohle! ansonsten ein Job suchen und jeden tag von 8-5uhr arbeiten gehen!!