
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Der Reihe nach: Als 18-Jähriger wird der Junge aus der Flachau aus dem ÖSV-Kader verbannt, weil er für einen Top-Fahrer zu klein und zu leicht ist.
Jeder andere hätte in diesem Moment aufgegeben, aber nicht Hermann Maier (36).
Jeden Schilling, den er damals als Maurerlehrling verdient, investiert er in seine Ski-Karriere. Er fährt auf eigene Rechnung zu Fis- und Europacup-Rennen. Weil das hart ermauerte Geld oft nicht für die Übernachtung im Hotel ausreicht, fährt er als Selfmademan mit einem ausrangierten grünen VW-Bus in der Weltgeschichte herum.
«Halt den Tomba zruck, i wüi ano foaren»
Bis am 6. Januar 1996. An diesem Tag geht in Maiers Heimatort Flachau ein Weltcup-Riesenslalom über die Bühne.
Der Hermann bekommt eine Chance als Vorfahrer, die er aber um ein Haar verpennt: Italiens Superstar Alberto Tomba steht bereits mit der Nummer 1 im Starthaus, als der Vorfahrer Maier noch auf dem Sessellift sitzt. Verzweifelt schreit dieser vom Sessel zum Startrichter hinunter: «Halt den Tomba zruck, i wüi ano foaren.»
Der Startrichter erweist sich tatsächlich als extrem geduldig, und Maier dankt es ihm mit einer unglaublichen Leistung: Die Zeit des Vorfahrers Hermann hätte ihm im Rennen den zwölften Rang gebracht.
Das erfährt auch der damalige ÖSV-Cheftrainer Werner Margreiter und nominiert den einheimischen Überraschungsmann für die nächsten Weltcup-Rennen. Beim Super-G in Hafjell (No) fährt Maier als Elfter auf Anhieb in die Weltcup-Punkte.
«In Wahrheit ist es für mich scheisse gelaufen, ich hätte das Rennen gewinnen müssen!»
Als ihm die total begeisterten Trainer danach zum tollen Weltcup-Debüt gratulieren wollen, wehrt Maier mit saurer Miene ab: «In Wahrheit ist es für mich scheisse gelaufen, ich hätte das Rennen gewinnen müssen!»
Zwei Jahre später gewinnt der Salzburger bei den Olympischen Spielen in Nagano – drei Tage nach einem brutalen Abfahrtssturz – Gold im Super-G. 48 Stunden danach setzt er mit dem Olympiasieg im Riesen-slalom noch einen drauf.
Ein Reporter der «Kronen Zeitung» tauft den Salzburger danach in Anlehnung an den steirischen Terminator Arnold Schwarzenegger Herminator.